Entdecke das Remstal: Ausflugstipps, schöne Wanderungen und Genusstipps

Habt ihr schon mal vom Remstal gehört? Das idyllische Tal liegt direkt vor den Toren Stuttgarts und erstreckt sich östlich der Stadt über 80 km entlang der Rems über Waiblingen, Schorndorf und Schwäbisch Gmünd bis hin zur Ostalb bei Aalen.

Grüne Hügel und Weinberge, alte Fachwerkstädtchen, schöne Ausflugsziele, zahlreiche Wandermöglichkeiten und viele kulinarische Erlebnisse machen das Remstal zu einer tollen Naherholungsregion bei Stuttgart bzw. in Baden-Württemberg. Im Remstal kann man es sich locker ein paar Tage richtig gutgehen lassen – besonders, wenn ihr gerne Wandern und Naturerlebnisse mit Genuss verbindet (so wie ich)!

Ich war ein paar Tage im vorderen Remstal zwischen Waiblingen und Weinstadt unterwegs und stelle euch hier meine Wander-, Genuss- und Ausflugstipps vor.

Weinweg Fellbach

Fellbach gilt als das Tor zum Remstal – von Stuttgart könnt ihr praktischerweise direkt mit der U- oder S-Bahn hindüsen. Ich empfehle euch unbedingt eine Wanderung auf dem Fellbacher Weinweg. Er führt auf den Kappelberg, den “Hausberg” Fellbachs. Von unterwegs hat man einfach eine herrliche Aussicht auf Fellbach, Stuttgart und die Grabkapelle auf dem Württemberg – und findet schöne Spots zum Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Perfekt für eine Abendrunde!

Fellbacher Weinweg Remstal

Praktischerweise befindet sich der Weinshop der Fellbacher Weingärtner (auch Neue Kelter genannt) direkt am Startpunkt der Wanderung, so dass ihr euch hier durch die Fellbacher Weine probieren und gleich ein Fläschchen für unterwegs mitnehmen könnt. (Es gibt dort auch einen praktischen Rucksack mit zwei Gläsern, einer Flasche Wein und Snacks zum Mitnehmen.) Zufällig war ich genau zum Start der Weinlese da und konnte so live miterleben, wie die Weinbauern, die “Wengerter”, ihre frisch geernteten Trauben ablieferten und weiterverarbeiteten.

Nehmt euch ein Picknick und ein Gläschen Fellbacher Wein mit auf die etwa 5km lange Wanderung und genießt den Sonnenuntergang über Stuttgart in der Ferne! Danach gönnt ihr euch ein leckeres Abendessen in der gemütlichen kleinen Weinstube Moiakäfer in Fellbach. Klingt nach einem guten Plan, oder?

Weinweg Fellbach bei Outdooractive und meine Route bei Komoot.

Mein Übernachtungstipp in Fellbach: “Das Weinberghaus”, eine kleine Pension in einem Privathaus am Fuße der Weinberge mit sehr gutem, liebevoll angerichtetem Frühstück. Ich empfehle euch das große Zimmer Nr. 4 unterm Dach mit Blick auf Stuttgart und ins Grüne.

Fellbach Weinwanderweg Kappelberg
Panoramaterrasse Kappelberg Fellbach
Fellbacher Weingärtner Remstal Wein

Waiblingen: Fachwerk und Kunst

Nur wenige Minuten von Fellbach entfernt und an der Deutschen Fachwerkstraße liegt Waiblingen. Insbesondere die kleine Altstadt voller hübscher Fachwerkhäuser lädt zum Bummeln ein und macht Waiblingen zu einem schönen Ausflugsziel. Schön fand ich, dass das Fachwerk in Waiblingen farbig bemalt ist, so dass man immer wieder ein neues entzückendes Haus entdeckt. Besonders gefallen haben mir in der Altstadt der kleine versteckte Apothekergarten mit dem Pfarrgarten daneben, die Überreste des alten Wehrgangs in der Stadtmauer (Zugang vom Bädertörle) und der Blick auf das Beinsteiner Tor vom Ufer der Schwaneninsel mit ihrem Biergarten.

Der TalaueKunst Weg führt euch auf ca. 5 km einmal durch die Altstadt und von dort ins Grüne durch den Landschaftspark Talaue – eine perfekte Route, um Waiblingen zu erkunden! Los geht’s bei der Galerie Stihl, einem Kunstmuseum mit wechselnden Ausstellungen. Unterwegs begegnen euch nicht nur bunte Fachwerkhäuser, sondern auch immer wieder Kunstwerke im öffentlichen Raum in Form von Skulpturen (daher der Name der Tour). Eventuell erspäht ihr auch das ein oder andere Hochlandrind (im Park gibt es eine Weide) und ergattert ein schönes Plätzchen am Talauesee.

Essen & Trinken – meine Genusstipps für Waiblingen:

  • Die Vorratskammer: Café/Restaurant mit österreichisch inspirierter Küche und stylischer Atmosphäre.
  • Bei der Metzgerei Weißschuh am Marktplatz könnt ihr Picknickkörbe abholen und es euch damit im nahen Park bei der Erleninsel gemütlich machen (Bestellung über Website der Metzgerei).
  • Biergarten auf der Schwaneninsel: Einkehrmöglichkeit unter alten Kastanienbäumen am TalaueKunst Weg.

Mehr Infos zum TalaueKunst Weg bei Outdooractive und meine Route bei Komoot.

Galerie Stihl Waiblingen Remstal
Kunst Talaue Waiblingen

Bei der Yburg in Stetten

Früher dachte ich ja immer, die Yburg hieße in Wahrheit “Ypsilon-Burg” (richtig ist “Iburg”!). Die Ruine der kleinen Wohnburg aus dem 14. Jhd. in Kernen-Stetten ist ein richtig schönes Ausflugsziel im Remstal. Weinwanderwege führen mitten durch die Weinberge hinauf zur Burg, die mit Skulpturen des im Remstal lebenden Künstlers Karl Ulrich Nuss geschmückt ist. Um die Burg herum wachsen die bekannten Rieslinge von “HipHop-Winzer” Moritz Haidle, die ihr am Fuße der Burg im Weingut Karl Haidle gleich verköstigen und erwerben könnt. Auch für Familien gibt es gleich in der Nähe mit der Herzoglichen Kugelbahn ein spielerisch-spaßiges Ausflugsziel.

Nachdem ich zum Sonnenaufgang bei der Yburg war und feststellen musste, dass die Yburg morgens im Schatten liegt, empfehle ich euch einen Besuch am späten Nachmittag/zum Sonnenuntergang. Danach solltet ihr unbedingt in den Gasthof Hirsch unten im Ort einkehren – er ist urig, freundlich und das dreigängige Schlemmermenü mit Weinbegleitung war der Hit!

Ausflugstipp Remstal Yburg

Remstalkino in Weinstadt

Meine nächste Station ist Weinstadt, das generell ein guter Ausgangspunkt für Touren und Ausflüge im Remstal ist. Hier empfehle ich euch die Wanderung auf dem Biblischen WeinWanderWeg. Die aussichtsreiche Tour startet in Weinstadt-Beutelsbach, wo ihr einige hübsche alte Fachwerkhäuser bewundern könnt. Über die Burgruine Kappelberg führt die Wanderung hinauf in die Weinberge zu einer Sehenswürdigkeit, die ihr nicht verpassen solltet: das “Remstalkino“! Gemeint ist eine Aussichtsplattform auf einem Weinberg, von der man einen wunderbaren Blick ins Tal genießt. Ein großartiger Sonnenuntergangs-Spot!

Nehmt auf einem der Sitze Platz, holt Snacks raus und ein Gläschen Wein und lasst die (Natur-)Vorstellung beginnen!

Mein Hoteltipp für Weinstadt: Das zentral gelegene Weinstadt-Hotel im Ortsteil Beutelsbach. Dort hatte ich ein sehr modernes und gemütliches Zimmer und konnte direkt vor der Haustüre loswandern. Der Empfang war sehr freundlich und das (digitalfreie) Frühstück war auch sehr lecker!

Blick auf Weinstadt Remstal
Biblischer WeinWanderWeg Weinstadt

Eine besonders beeindruckende Vorstellung bekam ich beim Remstalkino geboten, da ich im Regen loswanderte und bei stürmischem Wetter ganz alleine oben ankam. Und dann, plötzlich, schob sich die untergehende Sonne durch einen Riss in den Wolken und für einen kurzen Moment erstrahlte alles um mich herum in einem wunderschönen, goldenen Licht. Ein magischer Moment, an dem ich genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort war!

Biblischer WeinWanderWeg: Infos bei Outdooractive und meine Route bei Komoot.

Genusstipp in Weinstadt: Kostbar

Einen besonderen kulinarischen Tipp möchte ich euch nicht vorenthalten: die “Kostbar” in Weinstadt-Beutelsbach. Das Café/Restaurant liegt zwar mitten in einem hässlichen Industriegebiet, die Location ist aber alles andere als hässlich: Das Lokal mit Biergarten ist in einem hippen, gemütlichen Industrie-Look eingerichtet. Witzige Second-Hand-Möbel und Details – von alten Turnbänken bis zum Vintage-Motorrad – wurden umfunktioniert und in die Einrichtung integriert. Neben dem besonderen Ambiente ist das Essen unbedingt einen Besuch wert. Auf der Speisekarte findet sich Regionales, Saisonales und viel Selbstgemachtes, und auch vegane und vegetarische Gerichte. Ich hatte eine unglaublich leckere Kürbissuppe, gefolgt von den Spinatknödeln, die ich euch sehr empfehlen kann! Auch Frühstück sowie Kaffee und Kuchen bekommt ihr in der Kostbar.

Waldbaden

Habt ihr schon mal von Waldbaden gehört? Im Remstal hab ich zum ersten Mal an einem geführten Waldbaden teilgenommen. Dabei geht es um Achtsamkeit und das bewusste Wahrnehmen des Waldes mit allen Sinnen (und ja, wer mag, darf auch Bäume umarmen…). Japanische Forscher haben schon länger herausgefunden, dass das “Shinrin Yoku” (Baden im Wald) eine heilsame Wirkung auf Körper und Seele hat.

Die kühle, glatte Rinde einer Buche, feine Verästelungen im Moos, eine gut getarnte Kolonie winziger Pilze, das sanfte Flüstern der Blätter, ein Rascheln – war das ein Reh?? Mir fallen immer mehr Details auf, die ich vorher gar nicht wahrgenommen hatte. Ich sehe den Wald buchstäblich mit anderen Augen, nehme plötzlich feine Gerüche und Geräusche wahr, während mich mein Waldbaden-Guide Karin vom Schwäbischen Albverein durch verschiedene Achtsamkeits-Übungen führt. Bis mich das fröhliche Jauchzen einer Gruppe Kinder vom nahen Waldkindergarten jäh aus meiner Konzentration reißt. Doch nachdem sie verschwunden sind, schaffe ich es wieder, einzutauchen in die Stille und Faszination des Waldes, durch den man sonst oft einfach nur so durchwandert. Mein Fazit: Waldbaden muss ich unbedingt nochmal machen!

Info: 2022 ist das Remstal Gastgeber des 121. Deutschen Wandertags, in dessen Rahmen zahlreiche geführte Wanderungen und andere Veranstaltungen stattfinden, u.a. geführtes Waldbaden (mehr Infos auf der DWT-Website).

Farne im Wald beim Waldbaden in Baden-Wüettemberg

Wanderung zum Kernenturm

Ein weiteres, cooles Ausflugs- und Wanderziel im Remstal ist der Kernenturm. Der Aussichtsturm steht oben auf einem Berg mitten im Wald und wurde schon 1896 errichtet. Wer sich traut, die 158 Stufen zu erklimmen, findet sich kurze Zeit später oberhalb der Baumwipfel wieder und kann einen 360-Grad-Blick über das Remstal, Stuttgart bis zur Schwäbischen Alb in der Ferne genießen. Das Kiosk am Fuße des Turms bietet Erfrischungen an, so dass sich der Kernenturm gut für eine Rast eignet – mehrere Wanderwege kommen hier zusammen. Ich empfehle euch den Kernenturm Weg, der in Rommelshausen startet. (Wer mag, kann auch erst am Wanderparkplatz Beiburg am Waldrand starten, wo der landschaftlich spannendere Teil der Wanderung beginnt).

Auf Waldwegen und einem schmaleren Wanderpfad, der mir sehr gut gefallen hat, führt der Weg in Kehren durch den Wald hinauf zum Kernenturm. Richtig toll ist der Rückweg, der am Waldrand entlang der Weinberge verläuft. Von hier ergeben sich immer wieder schöne Aussichten in Richtung Stetten mit der Yburg. Auch den Aussichtspunkt “Wengerter Häuschen” passiert man hier – am besten bei schönem Wetter mit einem Picknick genießen und ein bisschen verweilen.

Infos zur Wanderung: Der Kernenturm Weg auf Outdooractive, meine kürzere Route bei Komoot.

Gut zu wissen – Anreise: Die hier vorgestellten Orte lassen sich alle mit Öffis von Stuttgart erreichen. Waiblingen, Fellbach, Kernen und Weinstadt-Beutelsbach liegen z.B. an der Stuttgarter S-Bahn, Fellbach auch an der U-Bahn. Die vorgestellten Wanderungen starten direkt im Ort.

Weiterlesen – mehr Tipps:

Altstadt Waiblingen Remstal
Gasthof Hirsch Kernen Stetten Remstal

Werbehinweis: Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Remstal Tourismus. Alle Ansichten sind wie immer meine eigenen und basieren auf meiner eigenen Recherche vor Ort im Remstal.

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