5 Tipps für Radolfzell und den Untersee – die weniger bekannte Ecke des Bodensees

Ihr plant einen Bodensee-Urlaub und möchtet eine weniger bekannte (und weniger überfüllte) Ecke des “schwäbischen Meers” entdecken? Dann solltet ihr euch die Region um Radolfzell und den Untersee einmal anschauen. Abseits der üblichen Hotspots gibt es auch an den wie Finger aussehenden Ausläufern des westlichen Bodensees schöne Ausflugsziele, Strandbäder und Möglichkeiten für Wassersport, zum Wandern und Radfahren sowie nette kleine Städtchen zum Erkunden und Genießen.

Da sich die Region um Pfingsten herum wieder für den Tourismus geöffnet hat, habe ich gleich mal einen kleinen Roadtrip vom Schwarzwald an den Bodensee gemacht und mich in der Gegend um Radolfzell einmal umgesehen. Schön fand ich, dass es hier im Vergleich zum trubeligen Meersburg oder Konstanz viel entspannter wirkte und dass die Landschaft um den Untersee so abwechslungsreich ist. Durch die Höhenzüge ergeben sich immer wieder schöne und überraschende Ausblicke auf den See. Zudem gibt es Inseln und Halbinseln, Schilf-Dschungel am Ufer, Obstwiesen und Weinberge und im Hinterland ragen die Hegau-Vulkane in die Höhe; das Schweizer Ufer ist auch gleich um die Ecke.

Hier kommen ein paar meiner Tipps für Radolfzell und Umgebung für euch!

Radolfzell – über den Stadtgarten in die Altstadt

Die drittgrößte Stadt am Bodensee hat eine kleine Altstadt, die zwar nicht mega spektakulär ist, aber dennoch mit ihren Gassen, Geschäften und Cafés zum Bummeln einlädt. Schön fand ich es, über den Stadtgarten in die Stadt hineinzulaufen. Der kleine Park mit seinen vielen Blühpflanzen befindet sich nämlich im ehemaligen Stadtgraben, d.h. von hier sieht man die Überreste der früheren Stadtbefestigung mit Stadtmauer und Türmen wie dem Höllturm. Vom Höllturm oder über das Obertor gelangt ihr dann hinein in die Stadt.

Herz der Altstadt ist der Marktplatz mit dem Münster Unserer Lieben Frau – orientiert euch einfach hieran und schlendert durch die Gassen ringsum. In den Gassen hinter dem Münster, insbesondere zwischen Seetorstraße, Höllstraße, Poststraße und Löwengasse, findet ihr einige gute Möglichkeiten zum Einkehren, zum Beispiel bei “Omas Küche im Liesele” (deftige lokale Spezialitäten), “Unvergleichbar” (Restaurant/Bistro mit schönem modernem Ambiente) oder im “Levante Restaurant” (leckere Mezze und arabische Gerichte mit stimmungsvollem Garten). Richtig tolles Eis gibt es bei “Fernando”.

Radolfzell – Cobblers Café

Ein richtig tolles und gemütliches Café in Radolfzell ist das “Cobblers speciality tea and coffee” mitten in der Altstadt in der Schmidtengasse. Hier gibt einfach einen großartigen Kaffee! Zudem serviert der Besitzer eine kleine Auswahl frischer Kuchen, aber auch verschiedene Tees und – wo kann man das hierzulande schon mal bekommen: frische Scones! Da es bei meinem Besuch am Bodensee ziemlich viel regnete, habe ich mich in den Innenbereich des Cafés geflüchtet, wo mich eine gemütliche, aus Antik- und Vintagemöbeln zusammengewürfelte Einrichtung erwartete. Ich sank in eines der plüschigen Sofas und war dank eines vorzüglichen Hafermilch-Flat Whites und eines Stücks leckerem Cheesecake sofort im Kaffee-und-Kuchen-Himmel (die Scones waren leider aus, schnüff…). Pluspunkte gab es auch für die Limonaden von Fentiman’s, die ich vom Studium in England kenne, die man hierzulande aber nicht so oft findet. WLAN wäre noch toll gewesen, doch auch so ist das Cobblers meine liebste Café-Empfehlung für Radolfzell.

Strandpromenade Richtung Mettnau

Über die Bahnhofsunterführung gelangt man zum Radolfzeller Bodenseeufer. Am besten gefallen hat mir der Abschnitt, wenn man vom Hafen am Konzertsegel vorbei in Richtung Mettnauer Ufer spaziert. Hier kommt ihr auch bei der “Seebar” vorbei (das Kaffee-Bistro Bootshaus, wo man auch direkt am See sitzen kann, liegt ein Stück in die andere Richtung.) Einfach ein Eis oder Getränk schnappen, ins Gras oder an den kleinen Strand setzen und aufs Wasser schauen. Ommm…

Halbinsel Höri

Zwischen Radolfzell und Stein am Rhein in der Schweiz liegt die Halbinsel Höri, die ich landschaftlich echt schön fand. Sie ist ungewöhnlich hügelig (die höchste Erhebung liegt bei 708 m ü.M.), weshalb man zwischen Wald und Wiesen, Obstplantagen und dem ein oder anderen Weinberg schöne Ausblicke auf den See mal aus anderen Perspektiven hat. Die Spitze der Halbinsel liegt bei Horn mit seinem Schilfwald am Ufer und dem Strandbad. Und vom Hafen in Moos hat man einen schönen Blick auf die Stadt Radolfzell auf der gegenüberliegenden Seite des Sees. Idyllisch und schnuckelig fand ich auch die Gegend um Gaienhofen – hier würde ich mir beim nächsten Mal glaube ich eine Unterkunft suchen. Da sich auf der Halbinsel in der Vergangenheit viele Künstler niedergelassen haben, gibt es in Gaienhofen z.B. das Museum Haus Dix, das Hesse Museum oder das Mia- und Hermann-Hesse-Haus zu besichtigen.

Am besten erkundet man die Höri meiner Meinung nach auf einem der vielen Wander- oder Radwege, die durch die schöne Landschaft der Halbinsel führen und immer wieder Ausblicke auf den See bieten, die man sonst nicht hätte. Eine abwechslungsreiche Wanderung führt durch die Klingenbachschlucht und von dort auf dem Panoramaweg von Öhningen nach Wangen – eine gute Kombination aus Schlucht und Höhenzügen mit Seeufer (mehr Wander- und Radtouren findet ihr z.B. hier).

Halbinsel Mettnau

Die 3,5 km lange Halbinsel Mettnau erstreckt sich direkt östlich von Radolfzell in den See. Der Großteil der Insel steht unter Naturschutz und ist ein wichtiges Brutgebiet für Wasservögel, der andere Teil ist bebaut, u.a. mit Kuranlagen und einem Strandbad.

Mein Tipp: Spaziert durch den Mettnaupark – immer schön mit Seeblick – bis zum Strandbad Mettnau. Mit dem Restaurant Strandcafé gibt es dort eine schöne Einkehrmöglichkeit direkt am See (vorher reservieren). Auf der Terrasse des Restaurants sitzt man nämlich direkt am Wasser! An Tagen mit schönem Sonnenuntergang stelle ich mir das richtig gut vor… (Bei mir regnete es leider). Vom Strandcafé könnt ihr noch durch das Naturschutzgebiet hinüber auf die andere Seite der Halbinsel zum Mettnauturm laufen. Von dem 18 Meter hohen Aussichtsturm aus Holz hat man einen schönen Ausblick auf den See und das Naturschutzgebiet, allerdings war er zuletzt geschlossen. Doch ein Spaziergang zu der kleinen Bucht am Ufer dort lohnt sich trotzdem, finde ich! Wer mehr über die Natur entlang der Ufer des Untersees erfahren möchte, kann vom Mettnauturm den 6 km langen Naturerlebnispfad „Life-Pfad Untersee” nach Markelfingen laufen.

Gut zu wissen

Hoteltipp: Ich habe in Radolfzell im Hotel Iris am See übernachtet. Das familiäre Hotel liegt direkt am See am Mettnauer Ufer, in einem ruhigen Wohngebiet ganz in der Nähe des Mettnauparks – zu Fuß sind es von dort auch nur 15 Minuten in die Stadt. Mein Zimmer hatte einen kleinen Balkon mit Blick auf den See, was ich sehr schön fand. Auch die Terrasse beim Frühstücksraum geht nach vorne raus zum See mit seinen schattigen Bäumen am Ufer. (Hotel bei Booking ansehen*).

Mehr Infos und Tipps für euren Urlaub findet ihr bei Bodensee West und Radolfzell Tourismus.

Informiert euch kurz vor eurer Reise immer über die derzeit vor Ort gültigen Corona-Bestimmungen. So brauchte man Ende Mai z.B. für Gastronomie innen und außen, Hotels und Sehenswürdigkeiten einen bescheinigten, negativen Schnelltest, der nicht älter als 24 h sein durfte, wenn man nicht vollständig geimpft oder genesen ist. Hierfür solltet ihr im Vorfeld online die Testzentren an eurem Urlaubsort recherchieren und online Termine reservieren. Zur Kontaktnachverfolgung in der Gastronomie im Landkreis Konstanz konnte ich die Luca App nutzen.

Warst du schon mal in Radolfzell oder am Untersee und hast Tipps? Dann freue ich mich über einen Kommentar!

Werbehinweis: Dieser Artikel entstand im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit Baden-Württemberg Tourismus. Meine Ansichten sind wie immer meine eigenen.

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