Schweiz Roadtrip: Grand Tour von Zürich bis St. Gallen

Habt ihr schon mal von der “Grand Tour” gehört? Die Grand Tour of Switzerland ist eine Roadtrip-Route, die euch auf einer Rundreise einmal durch die gesamte Schweiz führt. Ich war ja schon ewig nicht mehr in der Schweiz und schon länger neugierig auf die Grand Tour, daher musste das diesen Sommer geändert und die Schweiz bereist werden!

In diesem Beitrag nehme ich euch mit auf “Grand Tour”, genauer gesagt auf die Etappe von Zürich bis St. Gallen. Entlang dieser Route erwarten euch bezaubernde historische Fachwerkstädtchen, Urlaubsfeeling am Wasser in Zürich und Stein am Rhein, der imposante Rheinfall in Schaffhausen und eine UNESCO-Welterbestätte in St. Gallen.

Grand Tour Schweiz Highlights Rheinfall

Die Route eignet sich besonders für die Städtetrip-Fans sowie für die Kunst- und Kulturfreunde unter euch. Ihr könnt die Reise auch gut mit einem Kurztrip an den Bodensee verbinden! Der Roadtrip ist sowohl mit dem Auto als auch mit dem Zug gut machbar.

Ich nehme euch mit an die einzelnen Stationen, verrate euch meine Tipps und welche Orte und Sehenswürdigkeiten ihr unterwegs nicht verpassen solltet.

Zürich – die perfekte Stadt für einen Städtetrip am Wasser

Meine Reise startet in Zürich – worauf ich mich extrem freue, da ich schon ewig nicht mehr hier war! Mit ihren 400.000 Einwohnern ist Zürich eine spannende Großstadt von entspannter Größe. Durch ihre Lage am Zürichsee und dem türkis schimmernden Fluss Limmat, den vielen Badestellen (“Badis”) und Orten am Wasser ist Zürich für mich gerade im Sommer der perfekte Ort für einen Städtetrip.

Am besten startet ihr eure Erkundungstour in der Altstadt und arbeitet euch von dort an den See vor. Vom Bahnhof folgt ihr dem Ufer der Limmat bis zum Lindenhof. Der erhöhte Platz mit seinen schattigen Lindenbäumen wirkt wie eine kleine Oase der Ruhe mitten in der Stadt. Von hier habt ihr einen tollen Blick auf die City! Streift von dort durch die kleinen Gassen unterhalb bis zur Kirche Fraumünster mit ihren Fenstern von Marc Chagall, und von dort am Frauenbad und Biergarten Bauschänzli vorbei bis zum See. Wer mag, hopst am Bürkliplatz auf ein Boot für eine Rundfahrt auf dem Zürichsee, z.B. bis zum Zürichhorn mit seinem Strandbad, Liegewiese und Chinagarten und zurück. Anschließend geht es auf der anderen Seite der Limmat durch die Altstadt wieder hinauf.

A propos Limmat: In Zürich könnt ihr nicht nur im See ein erfrischendes Bad nehmen, sondern auch in den (kostenlosen) Flussbadis. Schlendert bei schönem Wetter am Limmat-Ufer entlang zum Flussbad Oberer Letten und Unterer Letten, nehmt die Badesachen mit und genießt die lässige Atmosphäre! Entlang des Flusses finden sich auch immer wieder entspannte Bars am Wasser, z.B. beim Oberen Letten oder der stylischen Bar “Nude”.

Ein weiterer Tipp für alle, die es wie ich gern etwas ungewöhnlicher und alternativer mögen, sind die Viertel Industriequartier bzw. Escher Wyss im Westen der Stadt. Unter dem “Viadukt” der Bahn haben sich individuelle Boutiquen und Cafés angesiedelt. Toll fand ich den bunten-alternativen Biergarten “Frau Gerolds Garten”! Daneben könnt ihr den Turm aus Schiffscontainern der Marke Freitag erklimmen und euch einen Rundblick verschaffen. Verrückt und individuell eingerichtet ist auch das Café/Restaurant/Bar “Les Halles” gleich in der Nähe, und bei “Più” gibt es leckere Pizza.

Übernachten: Ich habe im Hotel Alexander direkt in der Altstadt übernachtet (wenn ihr mit dem Auto da seid, würde ich euch ein Altstadt-Hotel aber eher nicht empfehlen). Wenn ihr euch auch für Zürich-West interessiert, schaut euch mal die beiden 25hours Hotels dort an.

Schloss Kyburg

Von Zürich geht die Reise weiter in Richtung Winterthur. Auf dem Weg solltet ihr bei der Kyburg vorbeischauen – DIE mittelalterliche Burg der Region! Sie thront etwa 25 Minuten von Winterthur entfernt auf einem Hügel neben einem idyllischen Dorf und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Hinter den mächtigen Mauern kann man die einzelnen Gebäude und Räume erkunden. Die originale Einrichtung ist zwar nicht mehr vorhanden, es gibt jedoch eine Ausstellung zum Leben auf der Burg und der Geschichte der Burg und ihren verschiedenen Herrschern und Herrscherinnen.

Winterthur: entspannte Altstadt, Kunst und Kultur

Mein nächstes Ziel ist die frühere Industriestadt Winterthur, heute eher für Kunst und Kultur bekannt. “Winti” liegt nur eine halbe Stunde von Zürich entfernt, die Uhren ticken hier aber schon merklich gemütlicher. Auch Winterthur hat eine historische Altstadt mit einer relativ großen Fußgängerzone, die mit ihren Läden und Cafés zum Bummeln einlädt.

Ich muss gestehen, dass ich zunächst ja nicht so richtig warm werden wollte mit der Stadt… Das änderte sich, als dann zum Nachmittag die Sonne herauskam und sich die Außenbereiche der zahlreichen Restaurants, Cafés und Weinbars in den Gassen der Altstadt mit Menschen füllten. Die Stimmung wirkte entspannt, man kannte sich und auf einmal konnte ich das angenehme Flair der Stadt spüren.

Das Kunstmuseum Winterthur, das eigentlich aus drei Museen besteht, beheimatet tolle Kunstwerke vom Barock bis zur Gegenwart. Dort habe ich mich in den Ausstellungen zum Schweizer Expressionismus verloren und Gemälde der Deutschen Romantik bestaunt – darunter “Die Kreidefelsen von Rügen” von Caspar David Friedrich, das ich hier zum ersten Mal in echt bewundern konnte. Auch in der Kunsthalle finden immer wieder spannende Ausstellungen statt.

Mit am besten gefallen hat mir aber das Fotomuseum, das ich euch unbedingt ans Herz legen möchte. Es verfügt über eine große Sammlung zeitgenössischer Fotografie. Die Ausstellung “How to win at Photography – Fotografie als Spiel” mit Werken u.a. von Ai Weiwei fand ich so faszinierend, dass sie wegen mir auch gerne drei Mal so groß hätte sein können! Eine große Ausstellungsempfehlung für alle, die sich für den Wandel von digitaler Fotografie und Gaming interessieren. Eigentlich wollte ich danach ja noch den Sonnenuntergang bei der Bäumli Aussichtsterrasse in den Weinbergen vor der Stadt genießen… doch dank eines kräftigen Regenschauers hebe ich mir das einfach für meinen nächsten Besuch auf.

Übernachten: Sorell Hotel Krone, ein schön designtes Altstadthotel mit leckerem Frühstück. Ein weiterer Tipp ist “Emma Bett und Bistro”, ein winziges B&B in der Altstadt mit vegetarischem Bistro.

Essen & Trinken: Süße und salzige Crepes gibt es in der “Grepery”, guten Kaffee bei “Kafisatz” und leckere Cupcakes bei “Bonne Maman”. Gut gegessen habe ich in schöner Atmosphäre bei “Fredi”, empfohlen wurde mir außerdem noch das Restaurant “Les Wagons”.

Naturgewalt bestaunen am Rheinfall

Der Rheinfall bei Schaffhausen ist definitiv eines der Highlights der Route (dementsprechend touristisch geht es hier zu). Mit nur 23m Höhe ist er sicherlich nicht der höchste Wasserfall, aber wenn man davorsteht und selbst erlebt, mit welcher Kraft riesige Wassermassen hier auf einer Breite von 150m hinunterrauschen, dann ist das schon sehr beeindruckend, wie ich finde.

Von verschiedenen Aussichtspunkten könnt ihr den Rheinfall aus unterschiedlichen Blickwinkeln erleben. Die für mich schönste Seite mit dem malerischsten Blick auf den Wasserfall mit der Burg Laufen im Hintergrund ist die bei Neuhausen/Schaffhausen, auf der Höhe des Mühleradhauses. Von hier könnt ihr über die Rheinbrücke (wie spektakulär ist bitte diese Zugstrecke?) zum Schloss Laufen spazieren und für 5 CHF Eintritt zu weiteren Aussichtsplattformen gelangen. Auch mit Bootstouren kann man sich dem Ungetüm nähern und die Naturgewalt ganz aus der Nähe spüren – die spektakulärste ist die Felsentour.

Abstecher nach Schaffhausen

Die meisten besuchen nur den Rheinfall, doch auch die Stadt Schaffhausen selbst ist einen Stopp wert. Die kleine Stadt an der Grenze zu Deutschland ist die nördlichste Stadt der Schweiz. Ihre sehenswerte historische Altstadt mit bunten Häusern, verzierten Fassaden und Erkern solltet ihr bei einem Stadtbummel erkunden. In den Restaurants und Cafés der kleinen Gassen könnt ihr euch zum Beispiel vor oder nach eurem Besuch beim Rheinfall stärken, zum Beispiel in der “Wirtschaft zum Frieden” oder im “Café Noordlicht”. Den besten Blick auf die Stadt habt ihr von der Festung Munot, die inmitten eines Weinbergs über der Altstadt thront und tagsüber frei zugänglich ist (dahinter ist ein kleiner Rosengarten). Nehmt am besten die Munotstaffel für den kurzen Weg nach oben.

Stein am Rhein – Kleinod am Wasser

Die vielleicht schönste Altstadt meiner Reise habe ich in Stein am Rhein gefunden – meinem nächsten Stopp der Reise. Der Altstadtkern mit seinen mittelalterlichen Fachwerkhäusern und aufwendig bemalten Häuserfassaden ist ganz klein und liegt direkt am Rheinufer, am Ausläufer des Bodensees. Gleich in der Nähe gibt es Strandbäder und natürlich könnt ihr von hier auch mit dem Schiff auf dem Bodensee schippern, zum Beispiel über die Grenze nach Konstanz oder zur Insel Mainau. Dafür habe ich auf dieser Reise leider nicht genug Zeit, und so konzentriere ich mich auf die schnuckelige Altstadt und das Rheinufer, wo ich das Glück habe, einen dieser schönen, lauen, sonnigen Sommerabende zu verbringen, bei dem gleich Urlaubsfeeling aufkommt.

Übernachten: Hotel Rheinfels. Die Einrichtung ist zwar etwas old-school, doch die Lage direkt am Rhein mit Restaurantterrasse am Wasser ist unschlagbar. Parken (auch über Nacht) ca. 4 Min. entfernt beim Untertor.

Essen & Trinken: Restaurant Rheingerbe oder Restaurant Rheinfels (beide am Rhein), Restaurant Adler (am Marktplatz) oder das Restaurant auf der Burg Hohenklingen.

St. Gallen – mehr als das UNESCO-Weltkulturerbe

Ebenfalls ganz in der Nähe des Bodensees liegt die letzte Stadt meines Roadtrips, die ich bisher noch gar nicht kannte, die mir aber mit am besten gefallen hat: St. Gallen. Gehört habt ihr bestimmt schon mal von der 80.000 Einwohner-Stadt, denn die beherbergt mit dem Stiftsbezirk inkl. Kathedrale und Stiftsbibliothek immerhin ein UNESCO-Weltkulturerbe. Schon im 7. Jhd. stand hier ein Kloster, so dass St. Gallen zu einem bedeutenden kulturellen Zentrum im Mittelalter werden konnte.

Wenn ihr auch alte Bibliotheken liebt, solltet ihr unbedingt den Barocksaal der Stiftsbibliothek besuchen. Noch heute besitzt sie 170.000 Bücher, darunter über 2.000 Handschriften, und sie ist die einzige Bibliothek mit einem so großen Bestand an frühmittelalterlichen Schriften ab dem 8. Jhd.! Vor über tausendjährigen Büchern zu stehen, fand ich persönlich ja sehr beeindruckend. Auch die barocke Kathedrale ist wunderschön. Und generell auch in St. Gallen wieder die Altstadt – einfach bummeln und entdecken!

Nur etwa 20 Minuten vom Zentrum entfernt glaubt man sich auf der grünen Anhöhe der “Drei Weieren” für einen Moment fast in den Bergen. Kuhglockengebimmel und Blick auf die Stadt und den Bodensee in der Ferne, dazu die drei idyllischen Bade-Weiher mit ihren alten, bunten Umkleidehäuschen und die chilligen Liegewiesen – hier oben hat es mir richtig gut gefallen. Nehmt den Weg über die Mülenenschlucht mit ihrem sprudelnden Bach! Wer nicht zu Fuß gehen mag, kann sich am Bahnhof ein eBike leihen (oder kürzt ein Stück mit der Mühleggbahn ab).

Übernachten: Ich habe im Hotel Einstein übernachtet, ein 4-Sterne-Hotel in Top-Lage am Rande der Altstadt und auf halber Höhe zu den Drei Weieren. Gut fand ich die Parkgarage, da ich mit dem Auto da war.

Essen & Trinken: Sehr gut gegessen habe ich in der “Genussmanufaktur Neubad” in der Altstadt. Am besten die kleineren Genussteller nehmen und dann zwei Hauptgänge, oder gleich ein Menü! Ein gemütliches, leicht hippes Café mit tollem Frühstück ist das “Drahtseilbähnli”. Ebenfalls empfehlen kann ich euch “Tibet Corner” (leckere Teigtaschen/Momos) und die Cafe/Bar “Oya”.

Mehr Infos zur Grand Tour und den einzelnen Etappen findet ihr hier!

Ihr fahrt danach noch weiter zum Bodensee? Hier findet ihr meinen Artikel mit Tipps für Radolfzell und den Untersee.

Wart ihr auch schon mal an einem der Orte, oder hättet auch Lust auf die Grand Tour? Dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar!

Werbehinweis: Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit Schweiz Tourismus und Stuttgarter Zeitung. Alle Ansichten sind wie immer meine eigenen.

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2 Kommentare

  • Marcel Willius sagt:

    Sehr cooler (wie immer) Blog.
    Ich würde gerne diese Tour mit der Bahn bereisen, wie lange warst du denn insgesamt unterwegs?

    Welche Stops aus diesem Blog kann ich nicht mit der Bahn erreichen? 🙂

    Liebe Grüße
    Marcel

    • Susi sagt:

      Hallo Marcel,
      vielen Dank! Du kannst alle Orte im Artikel problemlos mit der Bahn erreichen – auch den Rheinfall. Zum Schloss Kyburg gibt es einen Bus ab dem Bahnhof Effretikon (den du von Zürich oder Winterthur mit dem Zug oder der S-Bahn erreichen kannst), der Bus hält direkt im Dorf Kyburg. Ich war insgesamt 5 Tage unterwegs. Ich hätte aber nichts dagegen gehabt, 1,2 Tage in Zürich länger zu haben, das Zürcher Weinland bei Winterthur noch zu besuchen und am Bodensee bei Stein am Rhein noch mindestens einen Tag länger zu haben, um Richtung Höri oder Mainau/KN zu schippern… also länger geht immer, das Minimum wären 5 Tage, würde ich sagen. Viele Grüße (und lass mich wissen, wenn du die Tour machst! :-))

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