Freiburg – Tipps für einen Tag in der sonnigsten Großstadt Deutschlands

Ein Kurztrip nach Freiburg im Breisgau ist immer schön, denn die Stadt ist bekannt für ihre historische Altstadt, ihr studentisches und leicht alternatives Flair, eine hohe Lebensqualität, die meisten Sonnenstunden in Deutschland und ihren Ruf als umweltfreundliche „Green City“. Eingebettet zwischen Schwarzwald und Rheinebene gilt Freiburg mit seinen 230.000 Einwohnern zwar als “südlichste Großstadt” Deutschlands, wenn man durch die Gassen streift, fühlt es sich aber eher klein und sehr gemütlich an.

Direkt hinter der Stadt beginnen die Höhenzüge des Schwarzwalds, so dass ihr euren Besuch in Freiburg gut mit einem Abstecher dorthin kombinieren könnt – oder in die nahen badischen Weinregionen wie Müllheim im Markgräflerland, die Vogesen oder das Elsass. Dank niedriger Inzidenzwerte hat Freiburg seit Kurzem wieder für Touristen geöffnet, so dass ich an Pfingsten einen kleinen Baden-Württemberg-Roadtrip gestartet habe und direkt hingefahren bin. Bei schönem Wetter (Freiburg wurde seinem Ruf als sonnigste Stadt wieder einmal gerecht) durch die Gassen der Alstadt zu flanieren, nach Monaten das erste Mal wieder im Café sitzen zu können und den Sonnenuntergang über der Oberrheinebene zu sehen – das alles hat sich richtig gut angefühlt!

Meine besten Tipps für einen tollen Tag in Freiburg zeige ich euch hier.

Bummel durch die Altstadt

Das Schönste an Freiburg ist für mich die Altstadt mit ihren Gassen und Toren, hübschen alten Häusern aus verschiedenen Jahrhunderten, kleinen Geschäften und Cafés. Da die Altstadt gerade mal einen Quadratkilometer misst, könnt ihr alles gut zu Fuß erkunden – generell seid ihr in Freiburg am besten ohne Auto unterwegs. Eine Besonderheit von Freiburg sind die „Bächle“, kleine Wasserläufe, die seit dem Mittelalter durch die Gassen und Straßen der Altstadt plätschern. Doch Vorsicht: Wer in eines der Bächle “dappt” (= tritt), muss eine:n Freiburger:in heiraten, heißt es! (Ob das auch gilt, wenn in den Bächle gerade kein Wasser ist, konnte ich nicht verifizieren, denn genau das ist mir passiert… zumindest trafen noch keine Angebote bei mir ein).

Freiburgs “Klein-Venedig”

Startet eure Altstadt-Erkundung am besten in Freiburgs „Klein-Venedig“, dem Teil der Altstadt zwischen den Gassen Gerberau und Fischerau mit kleinen Kanälen, individuellen Läden, Cafés und Restaurants. Am Kanal sitzen könnt ihr z.B. in der “Sichelschmiede” oder in dem hippen “Café au contraire” (dem früheren Altstadt-Café). Gleich in der Nachbarschaft findet ihr auch den beliebten Biergarten “Feierling” mit seinen schattigen Kastanienbäumen und das Café August am Augustinerplatz. A propos Augustinerplatz: Hier treffen sich an lauen Sommerabenden Studierende und sitzen einfach auf dem Platz. Schnapp dir ein kühles Getränk, gesell dich dazu und beobachte das Treiben!

Nur einen Steinwurf entfernt findet ihr den Concept Store „Lust auf Gut“, den ich immer gerne besuche, wenn ich in Freiburg bin. Wer durch das Tor schreitet, findet sich in der Atmosphäre eines hippen Industrie-Lofts wieder. Innen gibt es auf 800 Quadratmetern allerhand Schönes zu bestaunen und zu kaufen: originelle Möbel, Wohnzubehör, Zimmerpflanzen, Geschenke, aber auch individuelle Kleidung und Accessoires. Dabei ist die gesamte Einrichtung und Deko käuflich – von den Lampen bis zum Deko-Motorrad. Wer Hunger hat, findet innen auch die “Banoi Vietnamese Kitchen”.

Konviktstraße

Eine der schönsten Gassen Freiburgs, die ihr nicht verpassen solltet, ist die mit grünen Ranken bewachsene Konviktstraße. Neben urigen Weinstuben verstecken sich hier auch kleine individuelle Läden wie den Einrichtungs- und Deko-Concept Store “Siripiri” oder “Lila Lorena”, eine einladende Boutique mit gut ausgewählter Kleidung, Accessoires und Schmuck, die zum Stöbern und Schauen einlädt. An ihrem südlichen Ende trifft die Konviktstraße auf das Schwabentor. Von hier führt der Fußweg hinauf auf den Schlossgarten – doch dazu unten mehr!

Münsterplatz und Münstermarkt

Zu einer Erkundung der Altstadt zählt auf jeden Fall auch ein Besuch auf dem Münsterplatz. Das rötlich leuchtende, größtenteils im Stil der Gotik und Spätgotik erbaute Freiburger Münster ist auch heute noch das Wahrzeichen der Stadt und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Über 300 Jahre dauerte sein Bau. Schau auch mal nach oben: Über 91 individuell gestaltete Wasserspeier-Figuren an der Fassade sollen nicht nur das Regenwasser, sondern auch das Böse fernhalten. Einen tollen Blick auf die Stadt hat man vom Münsterturm (der bei meinem letzen Besuch allerdings noch geschlossen war).

Ich empfehle euch auf jeden Fall einen Bummel über den Münstermarkt, einen Wochenmarkt, der wochentags bis etwa 13:30 auf dem Münsterplatz stattfindet. Hier findet ihr jede Menge Leckereien aus der Region, von Antipasti bis zu Neuem Wein im Herbst und natürlich Freiburgs Spezialität, die Bratwurst „Lange Rote“, aber auch einen Stand mit sehr leckerem Käsekuchen.

Schlossberg: ein bisschen Schwarzwald und der schönste Blick auf die Stadt

Hinter dem Schwabentor ragt der grün bewaldete Schlossberg empor. Er ist quasi der Hausberg Freiburgs und sorgt mit seinen schattigen Hängen und Wanderwegen für ein bisschen Schwarzwald-Feeling – und das mitten in der Stadt! Der Schlossberg ist vermutlich mein Lieblings-Spot in Freiburg, denn von ihm hat man einfach einen sensationellen Blick auf die Stadt, die Ausläufer des Schwarzwalds, das Rheintal und die Vogesen in der Ferne – wunderschön am Abend zum Sonnenuntergang!

Hinauf kommt ihr entweder zu Fuß oder mit der Schlossbergbahn, ein Schrägaufzug auf Schienen, der vom Stadtgarten bis auf etwa halbe Höhe hinauffährt (aktuelle Betriebszeiten checken). Alternativ könnt ihr aber auch einfach vom Schwabenturm dem Fußweg folgen, der euch in wenigen Minuten hinauf zum Kanonenplatz bringt. Von hier hat man den schönsten Blick auf die Stadt – selbst, wenn ihr nur wenig Zeit habt, kommt auf jeden Fall hierher! Bänke laden zum Verweilen ein, der Turm des Münsters ragt zum Greifen nah vor euch in die Höhe und die Stadt liegt euch zu Füßen. Kein Wunder, dass sich hier viele Locals gerne abends treffen.

Gleich neben dem Kanonenplatz liegt der Kastaniengarten, höchster Biergarten der Stadt und vermutlich auch der mit der schönsten Aussicht. Hier könnt ihr nach einer Stadt- und Schlossbergtour gemütlich einkehren und von den rustikalen Bierbänken bei einem Radler oder Flammkuchen den Blick auf die Stadt zum Sonnenuntergang genießen.

Blick vom Biergarten Kastaniengarten

Vom Kanonenplatz führt ein Wanderweg durch den Wald in etwa 15 Minuten hinauf zum Schlossbergturm. Die Extra-Höhenmeter lohnen sich wirklich, denn von den Aussichtsplattformen des Turms hat man einen wirklich beeindruckenden Panoramablick in alle Richtungen vom Schwarzwald bis zu den Vogesen. (Ganz in der Nähe könnt ihr auf dem Schlossberg übrigens auch noch die Ruinen des mittelalterlichen Burghaldenschlosses aufspüren – ich finde sowas ja auch immer ganz spannend.) Es lohnt sich daher auf jeden Fall, vom Kanonenplatz noch etwas weiter hinaufzuwandern – am besten zur goldenen Stunde.

Food Tipps – Essen & Trinken in Freiburg

Hier kommen ein paar Café- und Restaurant-Tipps für Freiburg, die ich bereits getestet habe und empfehlen kann. Aufgrund der Pandemie muss man momentan allerdings ein bisschen Flexibilität mitbringen, was Gastro betrifft. Prüft daher am besten im Vorfeld die aktuellen Öffnungszeiten! Auch eine Reservierung ist vor allem abends empfehlenswert.

Café au contraire: cooles und ruhiges Café mit Terrasse am Kanal, Kuchen und Snacks (auch vegan). Absolute Empfehlung beim Altstadtbummel!

Café POW: lässiges Café mit Biergarten im Innenhof, das auch hausgemachte Limos, Cocktails und Mittagstisch serviert. Laut eigener Bezeichnung ein Ort, an dem sich Co-Worker:innen, Studies, Hipster und Normalos “ein Stelldichein liefern, um in entspannter Atmosphäre die Beine baumeln zu lassen.” Yep!

Hermann: Individuell mit vielen Vintage-Elementen und -Möbeln eingerichtetes Café beim Hauptbahnhof. Regional-international gemixte Küche mit Fokus auf saisonale und regionale Produkte sowie Zutaten aus nachhaltigem Anbau. Gut zum Frühstücken (es gibt auch hausgemachte Waffeln mit verschiedenen Toppings).

Sichelschmiede: Total uriges Restaurant in einem Haus aus dem 15. Jahrhundert mit Außenterrasse direkt an der “Insel” an einem der Bächle, mit badischer Küche von Spargel bis Spätzle.

Gasthaus zum Roten Bären: Angeblich eines der ältesten Gasthäuser Deutschlands, mit deftigen, lokalen Spezialitäten (sehr leckere Spätzle), badischen Weinen und historischem Gewölbekeller.

Chada Thai: serviert leckere thailändische Nudelsuppen und Currys (eine weitere Filiale mit größerer Speisekarte findet ihr außerhalb der Innenstadt in der Richard-Wagner-Str. 24).

derfreiBurger: hippe Burgermanufaktur mit hausgemachten Brötchen und Soßen, auch Hotdogs und vegetarische/vegane Burger.

Alte Wache: badische Weine verköstigen mit Blick auf das Münster – mit Außenbereich direkt am Münsterplatz.

Kastaniengarten: Der Biergarten mit dem vermutlich schönsten Blick auf die Stadt, am unteren Hang des Schlossbergs, serviert u.a. Flammkuchen, Schnitzel und Salate.

Am Kanal im Café au contraire

Übernachten in Freiburg – Hoteltipps

Bei meinem letzten Freiburg-Besuch habe ich das Hotel Colombi getestet, ein luxuriöses, inhabergeführtes Hotel in zentraler Lage in der Altstadt. Wer sich bei seinem Freiburg-Städtetrip etwas gönnen will, sollte hier übernachten. Die Zimmer waren stilvoll und gemütlich eingerichtet und ich wurde mit frischen Blumen und Pralinen und Macarons aus der Konditorei & Confiserie im Erdgeschoss begrüßt. Schön fand ich auch die Kunst in Form von Bildern an den Wänden im ganzen Haus. Zur Winterzeit eröffnet das Hotel übrigens eine urige Chalet-Hütte im Innenhof! Schwarzwälder Hüttenfeeling kommt auch in den Restaurants des Hotels auf, wo man z.B. in der Falken- oder Zirbelstube stilvoll und gemütlich zugleich speisen kann (auch wenn man nicht zu Gast im Hotel ist).

Ein weiterer Hoteltipp in Freiburg ist das Park Hotel Post. Das freundliche, inhabergeführte Vier-Sterne-Hotel direkt in der Innenstadt hat ein besonderes Konzept: Literatur und Kultur. In jedem Zimmer und in der Lobby findet sich eine kleine Auswahl Bücher. Zudem sind Dekoelemente und Fotografien aus Freiburg und der Region ausgestellt und es gibt nette Details wie Süßigkeiten und Säfte für die Gäste in der Lobby.

Freiburg-Reise in Zeiten von Corona – gut zu wissen

Aufgrund der niedrigen Inzidenzwerte haben Gastronomie (innen und außen), Hotels und viele Sehenswürdigkeiten in Freiburg wieder geöffnet. Informiert euch aber auf jeden Fall vor eurer Reise über die aktuellen, vor Ort gültigen Bestimmungen! Für Gastronomiebesuche innen und außen, Einchecken in Hotels und den Besuch von Sehenswürdigkeiten gilt derzeit (Stand Ende Mai) die Regel “getestet, geimpft oder genesen”. Wer nicht genesen oder bereits vollständig geimpft ist, benötigt einen bescheinigten, negativen Corona-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden als sein darf.

Bei meiner Reise kurz nach Pfingsten hieß das, dass ich mich jeden Tag erneut vor Ort testen ließ. Das war zum Glück in Freiburg unkompliziert möglich. Reserviert euch am besten vorher schon online einen Termin für einen kostenlosen Bürgertest! Eine Übersicht der Teststationen findet ihr hier. Ich war beim mobilen Testcenter am Kartoffelmarkt, wo man sich auch spontan noch einen Termin holen konnte (QR-Code an der Teststation scannen, sich einchecken und in die Schlange der Wartenden einreihen). Für die Kontaktnachverfolgung in der Gastronomie konnte ich in Freiburg die Luca App oder die Corona Warn-App nutzen.

Noch mehr Tipps für Freiburg:

  • Platz der Alten Synagoge mit der futuristischen Universitätsbibliothek und der Skulptur von Henry Moore
  • Freiburger Seepark (mit Biergarten, Tretbootverleih und Uferwegen) in Freiburg-West
  • Das “Graffitihaus” im Stadtteil Wiehre (und ein Besuch im Café Lollo, im Restaurant Omas Küche oder im Banoi).
  • Der kleine Waldsee mit Gaststätte und Bootsverleih im Osten der Stadt
  • Ausflug zur Burgruine Schneeburg
  • Schauinsland – beliebter Ausflugsberg mit Seilbahn und Aussichtsturm
  • Kombiniere deinen Besuch in Freiburg mit einem Kurztrip in den Schwarzwald (hier findest du meine Schwarzwald-Tipps)!

Weiterlesen:

18 Tipps für deinen Schwarzwald-Urlaub

Roadtrip vom Schwarzwald an den Bodensee

9 Städte in Baden-Württemberg, die ihr kennen solltet

Straßburg Städtetrip – Tipps für ein perfektes Wochenende

Noch ein paar Freiburg-Impressionen:

Werbehinweis: Dieser Artikel entstand im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit Baden-Württemberg Tourismus. Meine Ansichten sind wie immer meine eigenen.

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