Alles Gold was glänzt: die Shwedagon Pagode in Yangon

Myanmar (Burma) gilt als Land der goldenen Pagoden, und in der früheren Hauptstadt und größten Metropole Myanmars Yangon steht die Mutter aller goldenen Pagoden: die Shwedagon Pagode oder Shwedagon Paya. Hier ist wirklich alles Gold, was glänzt: Gebaut auf einem Hügel und schon von Weitem sichtbar, 99m hoch, mit 60 Tonnen echtem Gold belegt und einer glitzernden Spitze, die mit tausenden Diamanten und anderen Edelsteinen verziert ist. Rundherum ein riesiger Tempelkomplex mit unzähligen Schreinen, Gebetshallen, Tempeln und Stupas (buddhistische Reliquienschreine).

„A beautiful winking wonder that blazed in the sun, of a shape that was neither Muslim dome nor Hindu temple spire… The Golden dome said, ‚This is Burma, and it will be quite unlike any land that one knows about.’“ – Rudyard Kipling

Hier glitzert und blinkt alles (neben echtem Gold verwenden die Birmesen auch gern bunt blinkende Lichterketten). In den Gängen der vier Hauptaufgänge verkaufen Händler allerlei buddhistisches Zubehör für die Pilger und Gläubigen. Innen eine bunte Mischung aus Touristen und Besuchern aus aller Welt, Einheimischen, die ins Gebet versunken sind oder einfach ein munteres Schwätzchen halten und natürlich viele Mönche, aber auch ein paar buddhistische Nonnen. Interessanterweise war das der einzige Ort in Yangon, in dem wir free Wifi vorfanden (das auch noch ziemlich schnell war).

Ein paar Meter weiter findet eine Zeremonie statt, auf chinesisch. Fernsehkameras sind auch da. Menschen fallen betend auf die Knie, nacheinander werden den Mönchen Geschenke überreicht, ich glaube, es sind neue Roben. In einer Gebetshalle weiter hinten haben sich viele Birmesen versammelt, die auf einmal anfangen zu singen und Gebete rezitieren. Es ist bereits dunkel und im Scheinwerferlicht schwirren Unmengen riesiger Nachtfalter und Insekten. Bei dem goldenen Glanz, den Lichtern und dem Treiben muss ich auf einmal an einen Weihnachtsmarkt denken! Die werde ich in diesem Jahr wohl verpassen… Dafür bin ich hier, in einer anderen Welt, in der irgendwie immer Sommer ist…

Wir unterhalten uns mit einem Chinesen, der lange in der Schweiz gelebt hat und viel über Myanmar weiß. Er schenkt uns eine stark duftende Blütenkette, die im Tempel verkauft werden. Sofort nimmt ein handtellergroßer Schmetterling darauf Platz (eigentlich eine Art Nachtfalter), der auch nicht mehr weg flog. Ein Zeichen großen Glücks, sagen die Birmesen, für die das etwas Besonderes zu sein schien.

Wir verlassen die Pagode durch einen anderen Eingang als den, durch den wir gekommen sind. Als wir aus der goldenen Shwedagon-Welt wieder in die Straßen Yangons eintauchen, landen wir mitten in einem Nachtmarkt. Auch dort sind wir die einzigen „Foreigner“ (die Birmesen sprechen (noch) nicht von „Touristen“). Am Stand einer sehr netten Familie kaufen wir unglaublich leckere Samosas. Zum Dank schenken wir Ihnen die glücksbringenden Blumen mit dem Schmetterling.

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