Meine Tipps fürs Arbeiten im Home Office (Quarantäne-Edition)

In letzter Zeit kommt es mir vor, als hätten mich die letzten Jahre quasi ideal auf die derzeitige Situation vorbereitet: Arbeiten im Home Office über lange Strecken – ohne die Wohnung verlassen zu müssen, wenn ich nicht unbedingt musste oder wollte -, möglichst alles digital erledigen, mich selbst organisieren und mich um mich selbst kümmern, auch unter erschwerten Bedingungen.

Seit über sechs Jahren bin ich selbstständig als Reisebloggerin, Social Media Beraterin, Autorin, Online-Redakteurin und Content Creator. Und mit ein Grund, weshalb ich mich damals für das Abenteuer Selbstständigkeit entschlossen habe, war: Ich wollte anders arbeiten.

Flexibler, ortsunabhängiger. Ich wollte mir meine Zeit selbst einteilen können, anstatt stundenlang quer durch die Großstadt zum Job zu pendeln und die Tage nur aus einem Bürofenster im tristen Industriegebiet an mir vorbeiziehen zu sehen. Bei meinem vorherigen Arbeitgeber war Remote Work leider nicht vorgesehen und nur in Ausnahmefällen möglich. Vielleicht war das bei euch ja auch so, und jetzt findet ihr euch aufgrund der Corona-Krise plötzlich von einem Tag auf den anderen im Home Office wider? Für die womöglich ein Segen, für die anderen ein Fluch.

Denn wie gut und gerne man im Home Office (und von anderen Orten) arbeitet, hängt von gewissen Faktoren ab, und sicherlich ist es bis zu einem gewissen Grad auch eine Typfrage. Ich selbst habe in den letzten Jahren von vielen Orten auf der Welt gearbeitet, im Zug, im Flugzeug, am Pool, am Strand (klingt nur auf den ersten Blick gut, ist aber wirklich nicht zu empfehlen), in unzähligen Hotel- und Hostelzimmern, im Safari-Zelt und sogar auf einem schaukeligen Expeditionsschiff in der Antarktis.

Seitdem weiß ich: Am besten und produktivsten arbeite ich einfach zuhause im Home Office! Doch auch das hat seine Tücken und Herausforderungen… Daher möchte ich in diesem Post meine Tipps zum Thema Home Office mit euch teilen – und bin gespannt auf eure Erfahrungen!

Home Office Tipps Corona Quarantaene EditionGlaub mir, arbeiten am Strand oder Pool hört sich nur im ersten Moment gut an. In Wahrheit geht echt nichts übers Home Office!

Besser arbeiten im Home Office: Das Setup

Nicht jede*r hat zuhause ein Arbeitszimmer oder einen separaten Schreibtisch. Falls du wie ich zur Kategorie derer gehörst, die für ihre Arbeit nur einen Laptop, ein Smartphone und vielleicht einen Notizblock benötigen, ist das auch völlig ok. Ich persönlich finde ja nichts schlimmer als diese lieblosen, kruschteligen Schreibtisch-Ecken irgendwo im Schlafzimmer! Wichtig ist, dass du dir einen Raum oder eine Ecke in der Wohnung suchst, in der du dich wohlfühlst und glaubst, gut arbeiten zu können.

Das kann auch ein gemütlicher Küchentisch oder ein gut aufgeräumter Esstisch sein. Auch wenn ich mir selbst in meiner Wohnung mittlerweile einen schönen, hellen Arbeitsplatz eingerichtet habe, heißt das nicht, dass ich auch den ganzen Tag dort verbringe. Im Laufe eines Arbeitstages wechsele ich nämlich gerne zwischen Schreibtisch, Esstisch und Balkon hin und her. Ich arbeite auch gerne vom Sofa aus, und ja, ich liebe es und empfinde es als Luxus, dass ich das kann! (Wobei arbeiten vom Sofa meiner Erfahrung nach nicht so gut für den Rücken und die Unterarme ist, daher empfehle ich, die Sofa-Office-Zeit zu beschränken).

Schaff dir eine geeignete Atmosphäre

Je nachdem, wie mobil dein Office ist und wie viele Personen sich in deinem Haushalt tummeln, solltest du dir für dein Home Office-Setup einen Ort suchen, an dem du einen Großteil deines Tages verbringen möchtest und dich konzentrieren kannst – sei es eine Schreibtischecke oder ein Esstisch. Falls du dir einen separaten Arbeitsplatz einrichten willst: Prima! Mittlerweile gibt es viele (auch kleinere) Schreibtisch-Lösungen, die wirklich stylisch und nicht nach spießigen Standard-Büromöbel aussehen. Neben der Funktionalität solltest du die Ästhetik deines neuen Heimarbeitsplatzes nicht unterschätzen, denn:

Wenn du dich in deinem Home Office wohlfühlst, wirst du auch besser und produktiver arbeiten.

Für mich ist außerdem wichtig, dass mein Arbeitsumfeld ordentlich und aufgeräumt ist. Unordnung lenkt mich ab und ich muss erst mal prokrastinieren und aufräumen, anstatt loszulegen. (Und da ich sehr gerne prokrastiniere, möchte ich diese Ablenkung gerne vermeiden…).

Mein Tipp: Schaffe dir ein Umfeld, in dem du gut arbeiten kannst. Für Stauraum und visuelle Ruhe sorgen z.B. hübsche Boxen, Körbe und Stehsammler. Schöne Postkarten und persönliche Bilder sowie Wand-Deko mit motivierenden Quotes geben deinem Home Office eine persönliche Note. Wie du auf den Bildern siehst, habe ich mein Home Office mit Drucken, Bildern, Postkarten und Fotos dekoriert – die meisten davon sind übrigens Reise-Souvenirs! Tageslicht bzw. eine gute Lampe sind auch wichtig. Obwohl ich selbst ja nicht so den grünen Daumen habe (eher das Gegenteil), habe ich festgestellt, dass Grünpflanzen und frische Blumen nicht nur die Raum-Atmosphäre, sondern auch die Arbeitsatmosphäre positiv verbessern.

Impressionen aus meinem Home Office in Stuttgart (Frühlings-Quarantäne-Edition), inkl. Monatskalender zum Selbstausdrucken von smaracuja.de und Projektplaner von Ein guter Plan.

Ruhe

Eine meiner besten Anschaffungen der letzten Jahre waren Noise-Cancelling Kopfhörer. Nicht nur für Reisen sind sie unschlagbar, sondern gerade auch im Home Office offenbaren sie ihre Stärken. Zum Beispiel dann, wenn deine Vermieter beschließen, die Altbau-Wohnung unter dir monatelang grundsanieren zu lassen, das Schreikind deiner Nachbarn mal wieder richtig loslegt oder der Opernsänger von oben seine Tonleitern übt (um nur ein paar Beispiele aus meinem realen Home Office-Leben zu nennen). Ich nutze mittlerweile die kleinen, kabellosen In-Ear Kopfhörer Apple AirPods Pro, weil sie auch unterwegs schön wenig Platz im Gepäck benötigen. Aber auch größere Modelle, die die Ohren bedecken, sind zu empfehlen.

Arbeitskleidung

Ein Home Office-Tipp, den ich immer überall höre, ist: „Steh morgens auf und mach dich ganz normal fertig. Zieh dich an, als würdest du wie immer zur Arbeit gehen.“ Nur dann fühlst du dich gut und seriös und bist schon im richtigen Mindset – ihr wisst schon. Denn wenn es erst mal soweit ist, dass du den ganzen Tag in Schlafanzug oder Jogginghose herum-asselst, ist eh alles zu spät.

Ich sehe das ja nicht so! Meiner Meinung nach steckt dahinter eine Art Rechtfertigungs-Drang, denn dem Home Office haftet ja immer das Vorurteil an, kein „richtiges Arbeiten“ zu sein. Ich sage dazu: Bullshit! Es kommt nicht darauf an, von wo du arbeitest und was du dabei anhast, sondern was das Ergebnis deiner Arbeit ist. Wenn du also wie ich morgens aufstehst und mit dem ersten Kaffee in der Hand direkt loslegst und den halben Tag erst mal im Schlafanzug verbringst (oder manchmal auch den ganzen) – go for it! No judging. Der Großteil dieses Blog ist vermutlich im Schlafanzug entstanden.

Genieße diese neu gewonnene Freiheit des Home Offices und finde heraus, was sich für dich gut anfühlt. Wenn es dir hilft, dich zu strukturieren und du dich damit besser fühlst, mach dich morgens fertig und zieh dich an, bevor du mit der Arbeit beginnst. Mein persönlicher Tipp für alle anderen: Besorgt euch einfach bequeme und schicke Schlafklamotten, die nicht nach Schlafanzug aussehen. Und dann rockt ihr das Ding auch so (und es wird weniger peinlich, wenn der DHL-Mensch klingelt).

Tipps fuers Home OfficeHier mal ohne Schlafanzug, und in anderer 1 A-Home Office-Klamotte: Leggings + bequeme Jersey-Kleider

Struktur

Bringe Struktur in deinen Tag. Das Home Office bringt plötzliche Freiheiten in der Tagesgestaltung mit sich, und zuhause lauern zig Ablenkungen. Die Wäsche, die noch gewaschen werden will, die Netflix-Doku, die zu Ende geschaut werden will oder, noch schlimmer: Online-Shopping, das unbedingt und genau jetzt schnell noch getätigt werden will. Glaubt mir, ich kenne es alles. Daher ist es unglaublich wichtig, seinen Tag zu strukturieren. Wann erledige ich was? Wann fange ich an zu arbeiten, wann mache ich Pausen? Wann antworte ich auf Emails und Nachrichten und erledige Organisatorisches, und wann blocke ich Zeiten für kreative Tätigkeiten und „Deep Work“?

Kenne deine produktive Zeit

Vielleicht wirst du erst im Home Office feststellen, wann eigentlich deine produktivste Zeit des Tages ist. Da ich kein Morgenmensch bin, stehe ich später auf als früher, und habe meine erste produktive Hochphase meist am späten Vormittag bzw. über die Mittagszeit. Diese Zeiten blocke ich mir für „Deep Work“, fürs Schreiben von Texten zum Beispiel. Während ich im Büro regelmäßig in ein tiefes Nachmittagsloch fiel, ist meine zweitproduktivste Phase heute genau am späten Nachmittag, wo ich früher immer schwächelte, nämlich zwischen 16 und 18 Uhr. Danach laufe ich etwa ab 21:30 Uhr wieder zur Höchstform auf. Fühl dich nicht schlecht, falls das bei dir auch so ist, sondern im Gegenteil: Kenne deine produktivste Zeit und nutze sie, so gut du kannst!

Home Office Tipps Schreibtisch

Die Sache mit der Morgenroutine (und warum ich keine habe)

Ein wichtiges Stichwort ist auch „Morgenroutine“. Das Internet ist voll von Tipps meist weiblicher Influencerinnen, die gefühlt mitten in der Nacht aufstehen, um erst mal Yoga oder anderen Sport gefolgt von Journaling, Meditation und ultragesunder Frühstücks-Bowl durchzuziehen, und dann top in den Tag zu starten. Das alles sind ja gute und schöne Anregungen, doch denkt bitte nicht, ihr müsstet das jetzt unbedingt auch so machen. Ich zum Beispiel bin überhaupt kein Morgenmensch und würde sofort wieder einschlafen, wenn ich direkt nach dem Aufwachen meditieren müsste – auch mein Kreislauf wäre dann zu Sport noch gar nicht in der Lage. Und essen möchte ich auch erst ein, zwei Stunden später. (Und generell mag ich Routine auch nicht so gerne… weshalb ich vermutlich auch Reisebloggerin und selbstständig geworden bin).

Das heißt aber nicht, dass ich nicht meditiere, journale, YouTube-Sport mache – aber ich mache es eben nur zu anderen Zeitpunkten. Probiert es einfach mal aus, ob es euch hilft, mit einer „Morgenroutine“ in den Home Office-Tag zu starten und wenn nicht, dann baut euch einfach eure eigene Routine – jetzt habt ihr die Möglichkeit dazu!

Pausen

Fast genauso wichtig wie die Arbeitszeiten sind die Pausen – die vergisst man nämlich gerne mal. Besonders im Home Office, wenn man theoretisch immer arbeiten könnte, verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Achte daher darauf, dir auch genügend Pausen einzuplanen und gezielte Auszeiten (Feierabend!) zu nehmen. Insbesondere letzteres ist eine Sache, die ich persönlich immer schwierig finde und an der ich auch schon gnadenlos gescheitert bin (mit Folgen für die Gesundheit und Psyche). Plant euch daher Pausenzeiten genauso fest ein wie Arbeitszeiten! Dinge, die ich z.B. in Arbeitspausen tue:

  • Kurz rausgehen, Gesicht in die Sonne halten und Lebensmittel einkaufen (alles andere ist ja zur Zeit leider nicht möglich)
  • Meditieren (ich mag die kostenlosen, geführten Meditationen der App „Insight Timer“)
  • Journaling/ein Achtsamkeits- und Projekttagebuch führen, z.B. „Ein guter Plan“ oder „Das 6-Minuten-Tagebuch„. Ich nutze momentan auch „Ein gutes Projekt„.
  • YouTube-Fitness oder -Yoga, z.B. die Yoga-Videos von Mady Morrison
  • Aufräumen & Haushalt
  • Freunde und Familie anrufen
  • …oder einfach mal gar nichts tun.

Gegen die Einsamkeit

Home Office ist ein einsames Geschäft – erst Recht in Zeiten von Social Distancing. Ich arbeite eigentlich sehr gerne im Team, daher ist das eine Sache, die ich als Selbstständige im Home Office oft vermisse. Umso wichtiger ist es daher, trotz Selbst-Isolation und Quarantäne jeden Tag gezielt mit anderen Menschen in Kontakt zu treten (und nein, ich meine jetzt nicht per Email).

Besprich dich mit deinen Kollegen am Telefon, oder noch besser per Videokonferenz. Verabrede dich nach der Arbeit regelmäßig mit Freunden per Hangout, Skype oder Zoom. Ruf die Kollegin an und frage sie, wie sie mit dem Projekt vorankommt. Unterhalte dich von Balkon zu Balkon mit deinen Nachbarn. Ruf in den Pausen deine Liebsten an und erkundige dich, wie es ihnen geht. Lass sie wissen, wenn es dir gerade nicht gut geht, und hab selbst ein offenes Ohr. Wir stecken da alle gemeinsam drin, und gemeinsam werden wir es schaffen!

Mehr zum Thema Home Office lest ihr in diesem Artikel, den ich vor einigen Monaten für meinen Kunden SocialHub geschrieben habe.

Welche Erfahrungen hast du mit dem Arbeiten im Home Office gemacht? Was sind deine Tipps?

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