Adria: von Kindheitserinnerungen und Strandklischees

Erinnert Ihr Euch noch an Adria-Urlaub mit den Eltern? Damals, in den Achtzigern? Rimini, Bibione, Jesolo und wie sie alle heißen, die Orte, an denen wir als Kind fröhlich im Sand buddelten und jeden Tag mindestens ein Gelato essen durften, während braungebrannte Stranditaliener ihr Fitnessprogramm durchzogen (natürlich am Strand. Und urlaubende Frauen aufrissen, aber das schnallten wir damals noch nicht). Abends gab’s Pizza und Spaghetti und dann fuhr man zur Abwechslung mal für einen Tag nach Venedig. War doch schön eigentlich!

Und jetzt stellt Euch vor, es ist 25 Jahre später und Ihr kommt durch Zufall mal wieder hin, so wie ich letzte Woche bei einer Blogger-Reise entlang der Adria. Pesaro, Rimini, Cesenatico und Ravenna. Es waren die ersten Sommertage nach einem selbst für Italien ungewöhnlich langen und kalten Frühling. Der Strand war noch fast ausgestorben (zum Glück!), die deutschen Touristen noch nicht da, die ersten Italiener schon. Ich muss sagen – viel hat sich seitdem nicht verändert.

Sie sind noch da, die Adria-Klischees. Flache breite Strände vor einem noch flacheren Adria-Meer, „Bagno“ (Strandbad) reiht sich an Bagno, endlose Liegestuhlreihen mit bunten Schirmen in Reih und Glied, Kinderspielplätze mit Figuren aus buntem Plastik, Gelato-Verkäufer und die braungebrannten, posenden Stranditaliener, die klapprigen Fahrräder für die Strandpromenade und die mit Dach für 4-6 Personen (kennt Ihr die noch?) Adria-Nostalgie. Retro-Urlaub. Sogar die Hotels und Apartmenthäuser schienen noch die von damals (und viele wurden bestimmt nicht mehr renoviert seitdem). Ein Besuch an der Adria ist ein Flashback von Kindheitserinnerungen.

Ob ich heute nochmal Badeurlaub am Adria-Strand machen würde? Wohl eher nicht. Doch wie fast überall in Italien gibt es in der Region ja zum Glück auch noch mehr Dinge zu tun:

Rimini und Ravenna haben eine schöne Altstadt mit geschichtsträchtigen Gebäuden, schönen Cafés und kleinen Geschäften.

Cesenatico ist ein kleines Fischerdorf mit einem schönen alten Ortskern und alten Fischer- und Segelbooten.

An der Küste vor Ravenna kann man mit dem Boot durch die noch bestehende Lagune schippern. Der „Aloha Beach“ mit seinem Pinienwäldchen dahinter und der Strandbar war der schönste der Adriastrände, die wir auf diesem Trip besucht haben.

Fahrräder leihen und an den flachen Stränden entlang fahren – alle paar Kilometer gibt es freie Strände ohne Eintritt und endlose Liegestuhlreihen.

Fahrt unbedingt nach Bologna oder Venedig. Oder gleich weiter nach Kroatien, Slowenien oder Griechenland – von mehreren Adria-Häfen gibt es regelmäßige Fährverbindungen.

Beim nächsten Mal würde ich auch gern mal folgende Tipps abchecken, die ich vor Ort von der reizenden Journalistin Alessandra Turci aus Milano bekommen habe (grazie mille Ale! ;-)):

In San Ginesio in der Nähe von Civitanova Marche im Inland gibt es das Bio-Ryokan Wabisabi, ein Gasthaus im traditionellen japanischen Stil. In Senigallia an der Adriaküste findet jedes Jahr im August das Summer Jamboree Festival statt, ein Rock ’n Roll-Festival im Stil der 50er und 60er Jahre.

Wart Ihr schon mal an der Adria? Was verbindet Ihr damit?

Hinweis: Vielen Dank an das Projekt „Adrimob“ und Turismo Emilia-Romagna, die mich an die Adria eingeladen haben. Alle Ansichten sind meine eigenen.

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4 Kommentare

  • Stefanie sagt:

    Eine gelungene Mischung aus Nostalgie und neuen Tipps für die Region. Ich war mit den Eltern an der Ostsee im Strandurlaub, da gibt es dann die Strandkorbreihen! Ich mag dieses Nostalgiegefühl des Strandurlaub! Danke für’s Mitnehmen…

  • Doris sagt:

    Obwohl es das gleiche Meer ist, haben die italienische und kroatische Adriaküste sehr wenige Ähnlichkeiten. Die kroatische Küste ist zerklüftet, durchschnitten mit wunderschönen kleinen Buchten und sie ist nicht verschmutzt, aber ist mit mehr als tausend Inseln umgeben. Obwohl ich beide Seiten der Adria besucht habe, denke ich dass Kroatien viel schöner ist, und über die Qualität des touristischen Angebotes muss man heute gar nicht sprechen.
    Dank den angenehmen Meeresströmungen, ist das Meer extrem sauber und azurblau, alles ist voll von Grün und sie finden nicht eine Reihe von Liegestühlen, sondern etwas anderes. Wenn Sie mir nicht glauben, besuchen Sie Kroatien und sehen Sie selbst, dass das ein magischer Ort ist. Deshalb komme ich immer wieder zurück, um mit meiner Familie und meinen Freunden angenehme Momente hier zu verbringen.

  • Thomas Roth sagt:

    Ihr Bericht ist kurz und knapp von früher und heute – zu viele Fotos untereinander (nichts für ungut).
    Ich bin 2014 die Adria zu Fuss herunter zwischen Rimini und Fano in 2 Etappen.
    Eher ein Spaziergang von 38,8 km.
    Traumhaft schöner Naturpark unterhalb von Cattolica (Parco Naturale del Monte San Bartolo), diente als Gegenpol zu meiner Amalfiküsten-Wanderung.
    Gott sei Dank noch keine Saison an der Adria, dadurch war das Wetter wechselhaft.
    Das Schöne, vor allem in FANO, immer erst von der Küste weg.
    Falls Interesse nachzulesen auf meinem BLOG:

    http://herrrothwandertwieder.de/die-adria-runter-mai-2014/
    http://herrrothwandertwieder.de/der-weg-der-goetter-september-2012/

    Best regards

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