Australiens Top End im Camper: Route, Tipps und Sehenswürdigkeiten

Top End Australien Rundreise Northern Territory

Australiens Northern Territory ist quasi der Underdog unter den Reisezielen in Australien. Die meisten Australienreisenden lassen das NT zugunsten der Strände an der Ostküste und der großen Metropolen erst mal aus und machen allenfalls einen Abstecher zu Uluru-Kata Tjuta im Red Centre. Das so genannte “Top End” Australiens ist daher schon fast ein Geheimtipp, und wenn ihr schon einmal in Australien wart oder auf der Suche nach Orten abseits der üblichen Touristenpfade seid, solltet ihr nicht nur Westaustralien, sondern den Norden des Northern Territory in Betracht ziehen (beides lässt sich auch gut verbinden, so wie ich das zuletzt gemacht habe).

Im dünn besiedelten Top End Australiens seid ihr wirklich WEIT weg von den glitzernden Metropolen im Süden. Indonesien und Papua-Neuguinea sind näher als die nächste australische Großstadt. Insgesamt ist das Northern Territory etwa vier Mal so groß wie Deutschland, hat aber weniger als 250.000 Einwohner – nur ein Prozent der Einwohner Australiens. Die meisten Aborigines leben hier, und das seit etwa 40.000 Jahren! Hier findet ihr uralte Felszeichnungen, heilige Orte und das Aborigines-Gebiet Arnhemland. Während im Süden des Northern Territorys Wüstenklima herrscht, ist es im Top End tropisch mit Monsun und hoher Luftfeuchtigkeit (denk an Crocodile Dundee!).

Ich finde das Northern Territory faszinierend und stelle euch hier meine Route für eine zwei Wochen lange Rundreise im Top End mit Highlights und Tipps vor, die ihr am besten mit einem Campervan unternehmen solltet.

Inhalt:
Darwin
Litchfield Nationalpark
Nitmiluk Nationalpark
Kakadu Nationalpark
Arnhemland
Reisetipps fürs Top End

Tag 1-2: Darwin: kleine tropische Großstadt am Meer

Darwin-Australien-Tipps-SehenswuerdigkeitenNightcliff Beach in Darwin

Mit ziemlicher Sicherheit werdet Ihr euren Trip durchs australische Top End in Darwin beginnen oder beenden. Die Hauptstadt des Northern Territory ist mit ca. 140.000 Einwohnern eine verhältnismäßig kleine Metropole, dehnt sich aber flächenmäßig ganz schön aus. Ich kannte Darwin vorher eigentlich nur aus dem Film „Australia“, der u.a. den japanischen Luftangriff von 1942 auf Darwin zeigt, das australische Pearl Harbor.

Die Geschichte Darwins ist tatsächlich recht interessant, vor allem zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, als alliierte Soldaten in Darwin stationiert waren und die Stadt aus Angst vor einem japanischen Luftangriff sogar kurzfristig evakuiert wurde. Als der Luftangriff schließlich geschah, war Darwin nicht darauf vorbereitet. Es wurden mehr Bomben abgeworfen als auf Pearl Harbor, der Hafen und ein großer Teil der Stadt zerstört. Auch durch Zyklone wurde Darwin schon mehrfach zerstört, zuletzt 1974, weshalb die meisten alten Gebäude heute leider aus dem Stadtbild verschwunden sind. Schlendert ihr durch die kleine Innenstadt in Richtung Waterfront, könnt ihr noch die Überreste der vom Zyklon Tracy zerstörten Town Hall und das hübsche alte Government House sehen.

Das Klima in Darwin ist ganzjährig tropisch-schwül und heiß. Es hat immer 33 Grad (an einem ‚kühlen‘ Tag: 32 Grad, an einem heißen Tag: 34 Grad). Darwin liegt am Meer und hat auch einige Strände, vom Baden wurde uns wegen giftiger Quallen und Leistenkrokodilen allerdings abgeraten. Ich muss gestehen, dass ich Darwin als Stadt nicht soooo spannend fand, weshalb ich finde, dass ein bis zwei Tage für die Erkundung der Stadt und zum Ankommen und Akklimatisieren völlig ausreichen.

Darwin-Australien-Tipps-Stokes-Hill-Wharf

Darwin-Australien-Tipps

Darwin-Australien-Tipps-Waterfront

Darwin Australien Guide

Darwin-Australien-Tipps-Nightcliff-Beach

Meine Top-Tipps für Darwin:

  • Waterfront: Von der Innenstadt (Mitchell Street/The Mall) über die Smith Street zum Aussichtspunkt auf den Hafen spazieren (Survivor’s Lookout) und von dort über die Überführung „Waterfront Sky Bridge“ hinunter zur Waterfront. Dort findet ihr Cafés, Restaurants, eine Badelagune mit kleinem Sandstrand und ein Wellenbad.
  • Mindil Beach Sunset Market: Erst am Strand entlangschlendern, dann nach Sonnenuntergang  an den zahlreichen Essensständen auf dem Markt durchfuttern, sich unters Volk mischen und an Ständen mit Handwerk, Klamotten und Accessoires stöbern. Der Mindil Beach Sunset Market findet allerdings nur donnerstags und sonntags in der Trockenzeit statt.
  • Museum and Art Gallery of Northern Territory: große Sammlung von Kunst der Aborigines und zeitgenössische Kunst aus dem nördlichen und westlichen Teil Australiens
  • Tunnel aus dem Zweiten Weltkrieg: Nach dem japanischen Luftangriff wurden die „WW2 Oil Storage Tunnels“ als geheime Treibstofflager in der Stadt angelegt. Einen Teil kann man heute besichtigen.
  • Stokes Hill Wharf: Pier mit zahlreichen kleinen Restaurants und verschiedenen Essensständen. Kommt zum Sonnenuntergang auf einen Sundowner und frisches Seafood, Burger oder asiatisches Essen vorbei.
  • Deckchair Cinema: In dem alten Freiluftkino entspannt ihr in Liegestühlen unter freiem Himmel (nur in der Trockenzeit).

Mehr Tipps für Darwin:

Übernachten: Unterkünfte in Darwin sind relativ teuer und schnell ausgebucht, ihr solltet daher rechtzeitig buchen! Eine gute Alternative ist AirBnb. Ich habe über AirBnb bei Einheimischen im Stadtteil Nightcliff in einem Apartment mit Pool übernachtet. (Wenn du dich über diesen Link bei AirBnb anmeldest und buchst, erhältst du einen Rabatt von 35 Euro und ich eine kleine Provision.)

Tag 3-4: Litchfield Nationalpark: Baden in natürlichen Felspools

 litchfield nationalpark australien northern territory tipps

Der Litchfield Nationalpark liegt 130 Kilometer südlich von Darwin und ist bekannt für seine Wasserfälle und natürlichen Felspools, in denen man baden und sich von kleinen Wanderungen durch den Monsunwald prima abkühlen kann.

Wann kann man schon mal am Fuße eines natürlichen Wasserfalls baden?

Den Litchfield Nationalpark könnt ihr auch im Rahmen eines Tagesausflugs von Darwin besuchen, ich würde jedoch empfehlen, dort zu campen. So habt ihr mehr Zeit vor Ort, könnt die Natur mehr genießen und die Badestellen nicht nur zu den Hauptzeiten des Besucheransturms ansteuern.

Highlights im Litchfield Nationalpark:

  • Die riesigen Termitenhügel: Vom Parkeingang kommend stoßt ihr zunächst auf meterhoch aufragende Termitenhügel, so genannte „Cathedral Mounds“. Kurios sind auch die in langen Reihen aufgestellten Hügel der „Magnetic Termites“, die aussehen wie flache, ca. zwei Meter hohe Steinquader, die die Tiere exakt in Nord-Süd-Richtung ausrichten, um die Sonneneinstrahlung zu minimieren.
  • Buley Rockholes: Hier plätschert der Fluss fröhlich durch Felsbecken und natürliche Felspools hinab, die an mehreren Stellen zum Baden einladen. Auf einem Pfad durch den Busch kann man am Fluss entlanglaufen und sein eigenes Badeplätzchen finden.
  • Florence Falls: Schöner, doppelter Wasserfall mit Bademöglichkeit im Pool am Fuße des Wasserfalls. Am besten geht ihr vom Parkplatz erst hinauf zum Aussichtspunkt auf den Wasserfall, dann hinunter zum Abkühlen in das Wasserfallbecken, gefolgt von einem Spaziergang über den Shady Creek Walk durch den schattigen Wald am Bach entlang zurück.
  • Tolmer Falls: Der große Wasserfall auf dem oberen Bild – wunderschön! Als wir da waren, konnten wir ihn nur vom Aussichtspunkt aus bewundern, da der Rest aus Naturschutzgründen gesperrt war.
  • Wangi Falls: Ein weiterer Wasserfall im hinteren Bereich des Parks mit Bademöglichkeit im Wasserfall-Pool und einer ca. einstündigen Wanderung zum oberen Ende des Wasserfalls.

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Litchfield-Nationalparkt-Highlight-Tipp-Buley

Litchfield Nationalpark Sehenswuerdigkeiten

 Bush-Walk-Litchfield-Nationalpark-Australien

Litchfield-Nationalpark-Australien-Florence-Falls

Florence-Falls-baden-Wasserfall-Australien

Gut zu wissen:

  • Der Litchfield National Park ist relativ klein und bietet wenig Infrastruktur. Die Sehenswürdigkeiten fährt man mit dem eigenen Auto oder Camper ab. (Alternative: geführte Tour von Darwin aus buchen). Wer ein Allradfahrzeug hat, kann auch einige abgelegene 4WD-Tracks im Park befahren.
  • Verpflegung solltet ihr selbst mitbringen. Am Besten entlang der Ausfallstraße von Darwin im Supermarkt für den Roadtrip eindecken und das meiste schon mal besorgen. Sobald ihr Darwin verlasst, gibt es sowieso keine größeren Orte und Supermärkte mehr, und es ist generell teurer.
  • Übernachten: Im Nationalpark selbst gibt es einfache Campingplätze mit Toiletten, wo ihr mitten in der Natur campen könnt. Empfehlenswert ist der Campingplatz „Litchfield Tourist Park“ vor dem Parkeingang, der mehr Komfort bietet. Neben schattigen Stellplätzen gibt es hier auch kleine Hütten zum Mieten, eine Freiluftküche und einen Pool. Vorher reservieren!

Tag 4-7: Nitmiluk Nationalpark: uralte Schluchten und Einblicke in die Kultur der Aborigines

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Unser nächstes Ziel heißt Katherine. Ungefähr 30 Kilometer östlich der kleinen Stadt liegt der Nitmiluk Nationalpark, der früher „Katherine Gorge“ hieß und aus mehreren Schluchten besteht, die der Katherine River in das Arnhem-Plateau gegraben hat. Die Gegend hat eine besondere historische und spirituelle Bedeutung für das lokale Aborigine-Volk der Jawoyn, an die das Land zurückgegeben wurde und die den Nationalpark heute mitverwalten, was ich sehr cool finde.

Der Nationalpark ist im Vergleich zum im Norden angrenzenden Kakadu Nationalpark nicht sehr groß. Bei einem Besuch erkundet ihr einzelne Abschnitte der Nitmiluk-Schlucht. Bootsausflüge auf dem Fluss durch die Schlucht sind die beliebteste Aktivität, es gibt aber auch Wanderwege entlang des Plateaus oder Helikopter-Touren. Die Abenteuerlicheren und Geübteren können die Schlucht auch per Kajak erkunden. (Das ist jedoch nur in der Trockenzeit möglich und man muss die Kajaks von Schluchtabschnitt zu Schluchtabschnitt tragen und Verpflegung und Zelte für mehrere Tage mitnehmen).

Empfehlenswert ist eine „Cultural Cruise“, wo ihr auf einem Boot mit Aborigine-Guides auf dem Fluss entlangsschippert und unterwegs viel über die Gegend, die Kultur, Handwerk, Jagd, Kunst usw. der Jawoyn erfahrt. Ich selbst habe vor Ort keine Helikopter-Tour gemacht, stelle mir aber auch die Tour genial vor, wo man mitten im Nirgendwo bei einem Wasserfall landet und dort in der unberührten Wildnis baden kann.

Nitmiluk-Katherine-Top-End-Australien

Nitmiluk Tours Cultural Bootstour Aborigines

Nitmiluk-Nationalpark-Katherine-Gorge-Australien

Nitmiluk-Nationalpark-Top-End-Australien

Cicada-Lodge-Nitmiluk-Nationalpark-Northern-Territory

Nitmiluk-Katherine-Gorge-Northern-Territory

Bei dem von Jawoyn gemanagten Unternehmen Nitmiluk Tours könnt ihr die einzelnen Touren und Aktivitäten buchen, aber auch die Unterkünfte im Park. Neben einem Campingplatz gibt es Safarizelte und Chalets zu Mieten, nebenan befindet sich die luxuriöse Cicada Lodge, in der wir uns für zwei Tage einmieten und etwas Luxus und Abwechslung zum Campen in unserem kleinen Van gönnen.

Die Zimmer sind Bungalow-artig auf dem Gelände verteilt, von der Terrasse blickt man direkt in den Busch. Es gibt einen Pool und jeden Tag ein leckeres, mehrgängiges Menü im Restaurant oder auf der Terrasse am Pool. Zu Fuß können wir zur Bootsanlegestelle laufen und abends zum Sonnenuntergang auf den Aussichtspunkt über dem Fluss hinaufsteigen.

Tag 7-11: Kakadu Nationalpark: Felszeichnungen, Krokodile und Legenden

Top End Australien Rundreise Northern Territory

Der Kakadu Nationalpark war mein persönliches Highlight im Top End. Er zählt sowohl zum UNESCO Weltnatur- und Weltkulturerbe und ist so riesig, dass ihr locker mehrere Tage hier verbringen könnt – und sollt! (Ich würde ein Minimum von 2-3 Tagen vor Ort empfehlen). Die Landschaft im Kakadu Nationalpark besteht aus Monsunwäldern, Feuchtgebieten, Wasserfällen und den Klippen und Felsformationen des Arnhem Plateaus.

Über 5.000 dokumentierte Orte mit uralten Felszeichnungen innerhalb des Parks belegen, dass die Gegend schon seit über 20.000 Jahren von Aborigine-Völkern bewohnt ist (vermutlich sogar noch viel länger), viele alte Felsmalereien könnt hier entdecken. Aborigines bieten gemeinsam mit der Parkverwaltung verschiedene Touren an, an die sie das Land verpachtet haben, auf denen ihr mehr über ihre Kultur und die besondere Natur der Region erfahren könnt. Übernachten könnt ihr auf einem der Campingplätze, in Cooinda oder im größten Versorgungsort Jabiru, wo es neben gut ausgestatteten Campingplätzen auch Hotels und Bungalows gibt.

Highlights und Sehenswürdigkeiten im Kakadu Nationalpark:

  • Felszeichnungen am Nourlangie Rock: Zwischen Felsformationen uralte Felszeichnungen bestaunen, mehr über Geschichten und Legenden der Aborigines erfahren und von oben einen tollen Blick auf die weite Landschaft genießen.
  • Sonnenuntergang bei Ubirr: Ein Muss im Kakadu Nationalpark! Entlang eines Rundwegs entdeckt ihr mehrere Galerien beeindruckender Felszeichnungen. Von der Anhöhe schweift der Blick weit über die Ebene bis ins Arnhemland – toll zum Sonnenuntergang! Ich fühlte mich irgendwie total an Afrika erinnert.

Ubirr Sonnenuntergang Tipps Kakadu Nationalpark Australien

Kakadu-Nationalpark-Ubirr-Rock-Art

 Kakadu-Nationalpark-Felszeichnungen-Aborigines-Ubirr

Kakadu-Nationalpark-Top-End-Sehenswuerdigkeiten-Tipps

  • Bootsfahrt auf dem East Alligator River: Bei der Guluyambi Cultural Cruise schippert ihr mit einem Aborigine-Guide den East Alligator River entlang (der Grenzfluss zum Arnhemland) und erfahrt unterwegs so einiges über die Kultur und Bräuche der Aborigines. Am Ufer haben wir wilde Pferde gesehen und gingen zum ersten Mal im Arnhemland am Ufer an Land. Besonders schön im Nachmittagslicht.

Kakadu-NP-Gulayambi-Bootstour

Aborigine-Guide-Kakadu-Nationalpark-Australien-Tour

Kakadu-Arnhemland-wilde-Pferde

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  • Yellow Water Cruise: Bei Cooinda, der zweitgrößten Versorgungsstation im Park nach Jabiru, liegt eine große Sumpf- und Auenlandschaft voller Vögel und Krokodile, die ihr bei einer Bootstour und mit einem einheimischen Aborigine-Guide erkunden könnt. Mückenspray nicht vergessen! Mehr Infos hier.
  • Helikopterflug: Wenn es sich irgendwo lohnt, sich einen Helikopterflug zu leisten, dann hier! Von oben nehmt ihr die Landschaft ganz anders wahr. Ihr seht Orte, an die ihr mit dem Auto oder zu Fuß nie kommen würdet, könnt nah an Wasserfälle heranfliegen, die je nach Jahreszeit evtl. sonst gar nicht zugänglich sind, und seht bis hinein ins Arnhemland. Toll! Die Flüge könnt ihr online oder vor Ort buchen, z.B. in Jabiru.
  • Tagesausflug ins Arnhemland: ein Land, in dem Aborigines noch traditionell leben können und das man normalerweise nicht zu Gesicht kriegt. Mehr dazu im nächsten Abschnitt!

Kakadu Nationalpark Australien Highlights Bootsfahrt

Kakadu-Nationalpark-Australien_Yellow-Water-Cruise-Krokodil

Top End Australien Rundreise Northern Territory

 Kakadu Nationalpark Australien Helikoptertour

Tag 12: Abstecher ins Arnhemland, traditionelles Land der Aborigines

Der Kakadu Nationalpark grenzt an das Arnhemland, ein nur wenig besiedeltes und größtenteils unberührtes Gebiet der Aborigines von der Größe Portugals. Eigentlich ist das Arnhemland für nicht-traditionelle Eigentümer nicht zugänglich. Von Jabiru aus ist es allerdings möglich, das Arnhemland im Rahmen eines Tagesausflugs zu besuchen – was ich mir nicht zwei Mal sagen lassen musste. Wann hat man schließlich schon mal die Gelegenheit, das sagenumwobene Arnhemland mit eigenen Augen zu sehen?

Der einzige Weg ins Arnhemland führt durch eine nicht ganz ungefährliche Furt im Grenzfluss East Alligator River namens Cahills Crossing, wo links und rechts schon die Krokodile lauern (kein Witz!) und die nur zur Ebbe befahrbar ist. Einmal erfolgreich in unserem Allrad-Truck mit hohem Radstand überquert, geht unsere Fahrt drüben im Arnhemland weiter auf unbefestigten, holprigen Pisten. Weite Auen- und Sumpflandschaften mit Billabongs, die in der Regenzeit überschwemmt sind, wechseln sich ab mit Felsformationen und Plateaus („Escarpments“).

Billabong-Arnhemland-Australien

Arnhemland Kakadu Cultural Tours Australien

Arnhemland Australien Tour

Arnhemland-Australien-Kakadu-Ausflug

Felsmalereien Arnhemland Northern Territory Australien

Mit unserem Guide wandern wir durch eine ursprüngliche, uralte Landschaft, klettern hinauf zu Felshöhlen mit uralten, geheimnisvollen Felszeichnungen. Sie sind jahrtausendealt und spiegeln verschiedene Stile wider. Um uns herum ist alles still, den ganzen Tag habe ich das Gefühl, mich in einem sehr geheimen und besonderen Ort zu befinden. Dennoch stoßen wir immer wieder auf Spuren der Aborigines, die zum Teil mehrere zehntausend Jahre zurückreichen wie Felszeichnungen oder Pfeile in einem hochaufragenden Fels.

Einige kleine, auf uns Weiße recht ärmlich wirkende Siedlungen gibt es im Arnhemland, und einige Community-Projekte für Aborigines-Kunst. Wir besuchen das Injalak Arts & Crafts Centre in dem kleinen Dorf Oenpelli, wo wir den Künstlern bei der Arbeit zusehen und uns auch mit ihnen unterhalten können (sofern das sprachlich möglich ist). Die Kunst hier ist wunderschön, besonders gut gefallen mir die Stoff-Prints. Zudem bekommt man hier alles direkt vom Künstler und wirklich deutlich günstiger als in den Galleries in der Stadt. Auf dem Rückweg nehmen wir auch spontan einen der Künstler mit zurück nach Jabiru – und entdecken unterwegs noch mal eben eine heilige Initiations- und Begräbnisstätte.

Auf dem holprigen, heißen Rückweg rattert es in meinem Kopf – wie eigentlich schon den ganzen Tag. Ich bin geflasht. Das Arnhemland wirft in mir viel mehr Fragen auf, als es beantwortet, und ich habe das Gefühl, ich muss wieder hin. Ein Besuch dort ist wirklich ein ganz besonderes Erlebnis, das ich nur empfehlen kann!

Am folgenden Tag machen wir uns auf den langen Rückweg nach Darwin.

Infos zur Tour ins Arnhemland: Kakadu Cultural Tours

Injalak-Arts-Centre-Arnhemland-Aborigine-Kunst

Oenpelli Arnhemland

Reisetipps fürs Top End

Die ideale Reisezeit fürs Top End

Den Norden des Northern Territory solltest du nur in der Trockenzeit zwischen Mai und Oktober besuchen. Neben den starken Regenfällen und der sehr hohen Luftfeuchtigkeit sind auch manche Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in der Regenzeit nicht machbar oder nicht geöffnet, z.B. findet der Mindil Beach Market in Darwin nicht statt, man kommt nicht über die Furt ins Arnhemland, Kakadu ist in Teilen überflutet etc. Ich war Anfang Mai da, was im Prinzip gut war, in den Nationalparks waren aber einige Straßen und Sehenswürdigkeiten wie Wasserfälle noch nicht geöffnet.

Hinkommen/Anreise

Nach Darwin zu fliegen ist von Deutschland übrigens deutlich kürzer als z.B. nach Sydney und dauert ‚nur‘ 18 Stunden. Für die Flugsuche verwende ich immer erst Flugsuchmaschinen wie Skyscanner und vergleiche verschiedene Abflugdaten. Ich habe meinen Roadtrip durchs Top End mit einer Reise entlang der Westküste Australiens kombiniert und hatte einen Gabelflug (hin: Perth, zurück: Darwin) mit Turkish Airlines und Stopover in Singapur. Alternativ könntest du von Alice Springs kommend einen Roadtrip Richtung Darwin machen.

Transport vor Ort – Mietwagen oder Camper?

Obwohl du diese Rundreise auch mit dem Mietwagen machen kannst, da es in den Nationalparks bzw. in deren Nähe auch kleine Hütten auf Campingplätzen zum Mieten oder Lodges/Hotels gibt, würde ich dir unbedingt empfehlen, die Tour mit einem Campervan bzw. Wohnmobil zu machen! Unterkünfte sind recht rar, verhältnismäßig teuer und oft schon im Voraus ausgebucht. Zudem habt ihr so die Möglichkeit, euch selbst zu verpflegen, was wirklich SEHR viel wert ist. Zum einen seid ihr vorrangig im Outback unterwegs und da gibt es nicht überall Restaurants, zum anderen wird der Trip gleich deutlich aufwändiger und um vieles teurer, wenn ihr jeden Tag Essen gehen müsst, und das auch noch finden/organisieren.

Tipps für die Weiterreise

Von Darwin ist es nach Indonesien quasi ein Katzensprung – du könntest das Northern Territory z.B. mit Bali verbinden. Inlandsflüge innerhalb Australiens sind ziemlich günstig und können relativ kurzfristig online gebucht werden, falls du danach z.B. noch weiter an die Ostküste oder Südaustralien willst. Ein weiterer toller Routenvorschlag ist eine Reise entlang der australischen Westküste, die du von Broome bis Darwin verlängern kannst, oder eine Weiterfahrt via Alice Springs nach Adelaide – einmal durchs Red Center und den gesamten Kontinent hindurch! Mit „The Ghan“ gibt es auch eine Zugverbindung von Darwin nach Adelaide.

Australien-Top-End-Rundreise-Campervan-Apollo

Roadtrip-Rundreise-Northern-Territory-Top-End-Australien

Kakadu-Nationalpark-Nourlangie-Sehenswuerdigkeit

Mehr über Australien:

Offenlegung: Meine Reise durchs Northern Territory wurde zum Teil mit Touren und Übernachtungen unterstützt von: Tourism Australia, Nitmiluk Tours, Anbinik Lodge und Kakadu Cultural Tours. Alle Ansichten sind wie immer meine eigenen.

6 Comments

  • Kathrin says:

    Hach, wie wunderbar! In den Kakadu NP würde ich auch sooo gerne mal. War bei mir nur leider schon viel zu heiß. Muss ich wohl nochmal hin. Mist. 🙂

    Liebe Grüße,
    Kathrin

    • Susi says:

      Dankeschöööön! Ja, da kann man ECHT nur in der ‘Trockenzeit’ hin, wir waren im Mai auch fast noch zu früh dran (einige Wasserfälle und Stellen waren noch nicht Krokodil-proof), und ich fand es trotz Trockenzeit auch echt krass heiß! Aber ich bin ja auch eher der Typ für die kühleren Gefilde ;-). Ansonsten sehr abenteuerlich und abseits des Mainstreams da, ich kann es nur empfehlen!

  • Pasquale says:

    Hi,

    vielen Dank für den tollen Bericht. 🙂 Ich möchte nächstes Jahr nach Australien. Leider habe ich keinen Führerschein und ich vermute mit öffentlichen Verkehrsmitteln sieht es im Norden schlecht aus, oder?

    • Susi says:

      Hi Pasquale, ja, das wird ohne fahrbaren Untersatz schwierig, da du ja in die Pampa und die Natur möchtest bzw. musst bei dieser Reise. Es bleibt aber noch die Möglichkeit, sich geführten Touren anzuschließen, da gibt es einige vor Ort einige Anbieter, vor allem in Darwin. (Oder du suchst dir einen Roadtrip-Partner mit Führerschein! ;-)).

  • Claudia says:

    Hallo Susi,

    toller Artikel. Mein Blog GONE WALKABOUT begann ja damals – vor Urzeiten – mit meinem Auslandsaufenthalt in Australien. Ich habe dort so ziemlich alles abgeklappert und mich damals ins Reisen verliebt. Aber das Top-End habe ich ausgelassen. Man hatte mir abgeraten, da es wohl gerade mehr Krokodile als Menschen dort oben gab ;)) Seither hat mich die Idee, zurückzukehren und endlich auch den Norden unsicher zu machen, nie losgelassen.
    Dein Beitrag wird mir helfen! Vielen Dank.
    LG,
    Claudi

    • Susi says:

      Hi Claudi, ach, das ist ja schön! Ja, ich glaube, bei vielen fängt es mit einer Australienreise an! Und eine Australienreise ist ja bekanntlich nicht genug… das Land ist einfach zu riesig und auch ich muss mindestens noch ein drittes Mal hin! 😉 Schön, dass ich dich inspirieren konnte! Liebe Grüße

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