48 Stunden in Osaka, Japan

Osaka-Japan-Tipps-und-Sehenswuerdigkeiten

Osaka, die drittgrößte Stadt Japans, empfängt mich mit einem glühenden Sonnenuntergang über der gleichnamigen Bucht, an die sich die Handelsstadt anschmiegt. Kurze Zeit später tauche ich ein in ein Meer aus Beton, das jedoch seine ganz eigene Schönheit hat. Nachdem die Sonne im japanischen Meer verschwunden ist, gehen zahllose Leuchtreklamen an und lassen die Stadt bunt und verrückt erscheinen. Es blinkt und wuselt und aus den zahllosen Restaurants und Food-Ständen dampft, brutzelt und duftet es nach köstlichem Essen.

Wenn du eine Japanreise planst, solltest du einen Besuch in Osaka besser mit einplanen – es lohnt sich! Ich habe hier die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Reisetipps zusammengefasst, mit denen du Osaka in 48 Stunden erleben kannst.

Obwohl Osaka die drittgrößte Stadt Japans ist, ist sie mit ihren 3 Millionen Einwohnern doch deutlich kleiner und weniger stressig als Tokio – hier geht es (etwas) entspannter zu und man findet sich erstaunlich gut auf eigene Faust zurecht. Und wenn du wie ich zum ersten Mal in Japan bist, wird dir hier alles erst einmal ziemlich vertraut vorkommen, doch dann wiederum… ist alles auch ein klein wenig anders als bei uns. Plötzlich sind selbst die kleinsten, alltäglichsten Dinge spannend und doch irgendwie neu! Das mag ich.

In diesem Osaka-Guide findest du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die du in Osaka nicht verpassen solltest, und einige praktische Reisetipps für deinen Besuch in Osaka.

Dōtonbori – das bunt-verrückte Osaka

Das Viertel Dōtonbori ist am beeindruckendsten, wenn es dunkel wird. Dann gehen in dem Ausgeh- und Vergnügungsviertel unzählige bunte Neonreklameschilder an und plötzlich blinkt und leuchtet es überall. Es riecht nach frittierten Spießen und Teigbällchen, mehrstöckige Spielarkaden klingeln und laden zu einer Runde Zocken ein. Menschen wuseln durch die Straßen und essen in den vielen Restaurants und an den Straßenständen, deren jeweilige Spezialität leicht an überdimensionalen, beweglichen Werbeschildern in Form von Krebsen, Oktopus & Co. erkennbar ist.

Das Viertel ist benannt nach dem Dōtonbori-Kanal, der sich her einmal durchzieht. Er ist ebenfalls gesäumt von bunten Leuchtreklamen, Geschäften und Restaurants und sogar Bootstouren schippern auf ihm vorbei, wie man von der Ebisubashi-Brücke gut beobachten kann. Ich empfehle euch, am Abend zu kommen, wenn es dunkel wird und die Lichter angehen. Taucht ein in das Gewusel, beobachtet das Treiben und geht zwischendurch essen bzw. probiert euch durch!

Dotonbori | U-Bahn-Station: Namba

Osaka-Reisetipps-Dotonbori

Im Maul des Löwen – Der Namba-Yasaka-Schrein

Kaum zu glauben, dass dieser Shinto-Schrein mitten in der Stadt schon mindestens seit dem 11. Jahrhundert besteht. 1945 wurde er im Krieg zerstört und später aber wieder aufgebaut. Ich habe mir den Schrein für meinen Besuch ausgesucht, weil ich den überdimensionierten Löwenkopf mit einer Bühne im Maul, den man in der Tempelanlage findet, irgendwie besonders fand.

Das Hauptgebäude des Schreins ist ein hübsches weißes Tempelgebäude direkt daneben. Für einen Preis von 300 Yen kann man hier Zettel mit Vorhersagen und Empfehlungen ziehen, rechts in Bezug auf die Liebe und links in Bezug auf das Leben an sich und all die anderen Dinge. (Achtung: Es müssen nicht immer positive Dinge draufstehen!).  Ich bin mir nicht sicher, ob man damit irgendwelche Rituale durchführen sollte, doch als ich im Tempel war, gab es leider niemanden, der es mir auf englisch erklären konnte. Ich habe mir meines dann später von einer Japanerin übersetzen lassen und es war (zum Glück) positiv, weshalb ich es auch als Andenken behalten habe. Der Namba-Yasaka-Schrein ist jedenfalls eine schöne kleine Oase der Ruhe mitten in der Stadt!

Eintritt frei | U-Bahn-Station: Namba (oder Daikokucho)

Osaka-Sehenswuerdigkeiten-Namba-Yasaka-Schrein

Imposante Festung – Osaka Castle

Die Burg Osaka ist eine der berühmtesten Burgen Japans und stammt ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert. Im Laufe der Geschichte wurde sie mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, die heutige Version ist ein Nachbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Burg. Sie liegt auf einem Hügel in einem riesigen Burggelände, umgeben von massiven und hohen Mauern mit Türmen und einem Wassergraben, der so breit ist, dass es Bootstouren auf ihm gibt (falls ihr einmal um die Burg herumschippern wollt). Der achtstöckige Hauptturm (Tenshu) erinnert an eine Pagode. Wer möchte, kann ihm besichtigen und den Rundumblick auf die Stadt aus dem obersten Stockwerk genießen und im Museum mehr über japanische Verteidigungsanlagen und japanische Geschichte erfahren.

Umgeben ist das Burggelände von einer Parkanlage mit vielen im Frühjahr blühenden Bäumen, hinter der Burganlage ragen die Wolkenkratzer des Business Districts in die Höhe, was einen schönen Kontrast gibt. Da die ganze Anlage recht groß ist und man bei Interesse neben dem Hauptturm auch das Osaka Castle Museum besuchen, Türme, einen Shinto-Schrein und einen japanischen Garten besuchen kann, solltet ihr für einen Besuch schon etwa zwei bis vier Stunden einplanen.

Geheimtipps: Einen schönen Blick von oben auf die Burganlage habt ihr übrigens vom Historischen Museum Osaka! Weitere schöne Fotospots gibt es im Park außerhalb des Burggrabens und im japanischen Garten innerhalb der Anlage.

Osaka Castle | Eintritt 1.200 Yen, inklusive im Osaka Amazing Pass | U-Bahn-Station: verschiedene, je nachdem, von welcher Seite man kommen möchte, z.B. Temmabashi, Tanimachiyonchome, Osaka Business Park.

Osaka-Castle-Sehenswuerdigkeiten

Osaka-Tipps-Sehenswuerdigkeiten-Burg

Umeda Sky Building – Osaka von oben

Den vermutlich besten Blick auf die Stadt habt ihr vom Umeda Sky Building. Wie eine schwebende Brücke verbindet die Aussichtsplattform die beiden Türme des 173 Meter hohen Wolkenkratzers. Erst geht es mit dem Aufzug hinauf, danach führt euch eine verglaste Rolltreppe das letzte Stück weiter hinauf in den Himmel (ich mag ja sowas!). Warum die Plattform „Floating Garden Observatory“ heißt, hat sich mir allerdings nicht erschlossen, da es sich nicht wirklich um einen „Garten“ handelt. Oben angekommen gibt es im 39./40. Stock eine verglaste Aussichts-Gallery mit bodentiefen Glasscheiben, und ganz oben kann man dann den 360-Grad-Blick auf die Stadt auf dem Sky Walk auch im Freien genießen. Der Blick schweift von hier oben weit über die Stadt bis ins Umland – leider nicht ganz unverstellt durch die Geländer und das Gebäude selbst.

Mein Tipp: Fahrt zum Sonnenuntergang hoch!

Umeda Sky Building | Kuchu Teien Observatory | Eintritt: 1.500 Yen, im Osaka Amazing Pass inklusive | U-Bahn: Stationen Umeda oder Osaka

Umeda-Sky-Building-Osaka

Osaka-Tipps-Blick-vom-Umeda-Sky-Building

Futuristischer Retro-Vibe in Shinsekai

Ein weiteres Viertel in Osaka, in dem ihr viele bunte Reklameschilder, Laternen und Neonleuchten findet, die einen ganz besonderen Charme versprühen, ist das Viertel Shinsekai, die „Neue Welt“ Osakas. Einst um 1910 herum als Vergnügungsviertel nach westlichem Vorbild erbaut (es sollte an die Straßen von Paris und Coney Island in New York erinnern), ist es heute vor allem ein beliebtes Touristenviertel. Aufgrund der vielen Souvenirläden und Touristenrestaurants fand ich es persönlich nicht so ansprechend. Optisch allerdings schon, da es irgendwie futuristisch und retro zugleich wirkt, ein bisschen wie der alte Blade Runner-Film aus den 80ern eben, wisst ihr, was ich meine?

Zum Retro-Vibe Shinsekais trägt der Tsutenkaku-Turm bei, eine etwa 64 Meter hohe Metallkonstruktion, die Osakas erste Aussichtsplattform war und an den Pariser Eiffelturm erinnern sollte. Noch heute überragt er das Viertel und ist zum Wahrzeichen Shinsekais geworden (neben der Fugu-Kugelfischreklame vermutlich), wer will, kann auch heute noch auf die Aussichtsplattformen hinauf. Auch wenn ich Shinsekai jetzt nicht sooo spannend fand, lohnt es sich aber auf jeden Fall, einmal vorbeizuschauen und durch die Straßen zu schlendern – besonder abends, wenn die Lichter angehen und sich die Restaurants füllen.

Shinsekai und Tsutenkaku | U-Bahn: Ebisucho, Dobutsuen-Mae oder Shin-Imamiya (JR Osaka Loop Line)

Osaka-Japan-Tipps-Shinsekai

Bummeln im Hipster-Viertel America-mura

Im Viertel America-mura in der Nähe der Shoppingstraße Shinsaibashi hat es mir besonders gut gefallen. Im „American village“ gibt es jede Menge Vintage-Shops und individuelle, ausgefallene Läden, stylische Hipster-Coffeeshops, Galerien und Restaurants. Das Viertel gilt als ein Zentrum der Jugendkultur in Osaka, da es hier seit den 1970ern aus den USA importierte Kleidung und andere Güter zu kaufen gab. Dementsprechend sieht man hier eher jüngere, interessante Leute, die Atmosphäre ist bunt, individuell und leicht alternativ bis Hipster.

Eine bekannte Straße ist die Orange Street, in der man stylische, aber mittlerweile recht hochpreisige Boutiquen findet. Interessant fand ich neben den Vintage Shops für Kleidung und Platten auch die Lolita/Kawaii/Gothic-Läden, WeGo Vintage und Alice on Wednesday (alles zu Alice im Wunderland!). Ich empfehle, für einen Shoppingbummel nach America-mura zu kommen, bummeln, shoppen, Leute schauen, in eines der Cafés und Restaurants einkehren.

Americamura | U-Bahn: Shinsaibashi oder Namba

Osaka kulinarisch: Okonomiyaki, Takoyaki & mehr

Osaka wird häufig als heimliche Food-Hauptstadt Japans bezeichnet. Ein japanischer Begriff, über den man in Zusammenhang mit Osaka immer wieder stolpert:

kuidaore – eat till you drop ♥

Und das solltet ihr auch tun, wenn ihr in Osaka seid!

Zu den Spezialitäten, die besonders mit Osaka in Verbindung gebracht werden, gehören: Takoyaki, kleine Teigbällchen, die mit einem winzigen Stück Tintenfisch gefüllt sind (ein beliebtes Streetfood), Okonomiyaki, eine Art herzhafte „japanische Pfannkuchen“ aus geraspeltem Kohl, Mehl und Eiern, die mit Fisch, Meeresfrüchten, Fleisch oder Gemüse gebraten werden, und Kushikatsu, pannierte und frittierte Spieße aus Fleisch, Gemüse oder Fisch und Meeresfrüchten, die gerne auch zu Bier in Gastropubs (Izakaya) gegessen werden. Und natürlich gibt es auch in Osaka Ramen oder Udon-Nudeln, Sashimi, Gyoza (die leckeren gefüllten Teigtäschchen) und auf Fleisch- oder Fisch und Meeresfrüchte spezialisierte Restaurants. Auf dem Kuromon Ichiba Markt gibt es jede Menge frisches japanisches Essen und zahlreiche Essensstände, an denen es frisch zubereitet wird.

Essen könnt ihr in Osaka fast überall und wirklich gut!

Osaka-Food-Tipps-Takoyaki

Eine geführte Streetfood-Tour durch Osaka könnt ihr hier buchen und hier.

Hier, last but not least noch zwei Empfehlungen (diesmal für Café & Bar):

Ein langer Korridor mit Türen, und hinter jeder Tür versteckt sich eine andere Bar mit einem anderen Motto, gerne etwas alternativ und im Retro-Stil: Das findet ihr im Misono Building 2F. Die Bars sind ganz klein und haben oft nur eine Hand voll Sitzplätze an der Bar (weshalb einige schon voll waren) und nicht in jeder Bar sind ausländische Touristen willkommen, was ich etwas schade fand. Trotzdem hatten wir hier einen sehr witzigen Abend!

R J Café (Earl Jay Café): Gemütliches kleines Café an der Uferpromenade mit gutem Espresso und Eiscafé in einer essbaren Tasse aus Cookie-Teig! Es gibt aber auch Kuchen und günstigen Mittagstisch. Um die Ecke ist das für verrückte Kunst-Smoothies bekannte JTRRD-Café.

Praktische Reisetipps für Osaka

Die beste Reisezeit für Osaka

Osaka kann man Prinzip ganzjährig bereisen, am besten aber zwischen Frühling und Herbst. Aufgrund der Kirschblüte kommen viele im Frühling nach Japan, weshalb dann auch besonders viele Touristen da sind und ihr Unterkünfte rechtzeitig vorbuchen solltet. Im Sommer wird es sehr heiß! Ich war Mitte September da und es hatte noch fast 40 Grad bei gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit, was ich sehr anstrengend fand. Meine präferierte Reisezeit wäre im Herbst (später im Oktober), wenn es wieder etwas kühler wird und sich die Bäume hübsch verfärben, oder eben doch im Frühjahr.

Transport vor Ort | Osaka Amazing Pass

Osaka hat ein gutes U-Bahn-Netz, das es auch Ausländern einfach macht sich zuerechtzufinden, d.h. am besten erkundet ihr die Stadt mit der Metro! Dafür empfehle euch den Osaka Amazing Pass, mit dem ihr während eures Aufenthalts überall mit der Metro hinfahren könnt und freien Eintritt in diverse Sehenswürdigkeiten habt. Leider sind die JR-Linien beim Osaka Amazing Pass nicht inklusive, was ich schade fand.

Übernachten

Ich habe im Monterey Grasmere Osaka Hotel übernachtet, ein gehobenes Hotel, das vor allem durch seine unschlagbare Lage und den tollen Blick auf die Stadt punktet. (Verrückter Fun Fact: Auf dem Stockwerk der Rezeption ist eine Kirche – einfach so ins Gebäude hineingebaut, im 22. Stock.) Direkt beim Hotel sind nicht nur die U-Bahn-Station Namba und der Flughafenbus, auch die Viertel Amerika-Mura und Dotonbori sind nur wenige Minuten zu Fuß entfernt. Von meinem Zimmer im 31. Stock hatte ich einen großartigen Blick auf die Stadt (vom Frühstückssaal auch).

Osaka-von-obenBlick aus Osaka zum Sonnenuntergang, aus meinem Zimmer im Monterey Grasmere Hotel

Werbehinweis: Ich wurde im Rahmen einer (unbezahlten) Bloggerreise von Vietnam Airlines und Japan Tourismus zur Recherche nach Osaka eingeladen. Vielen Dank dafür! Alle Ansichten sind wie immer meine eigenen.

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