San Francisco Tipps: Erkundungen im Mission District

Clarion Alley Mission District San Francisco

Es brauchte immerhin vier Besuche in San Francisco, bis ich Ende August vor meinem ersten Burning Man Festival das erste Mal im Mission District abstieg. “The Mission” (benannt nach der Mission Dolores, dem ältesten Gebäude in SF) ist das alte, traditionelle Latino-Viertel südlich von Downtown und Market Street, und gilt seit Jahren als einer der Hotspots und Trendviertel der Stadt.

Es ist dieser Mischmasch aus lateinamerikanischen und asiatischen Einflüssen mit Subkultur und aufstrebendem Hipstertum, aus abgefuckt und cool, aus Taco-Bude und Hipster-Coffeeshop, aus mexikanischen Läden und Asia Billig-Import mit kleinen schicken Boutiquen und charmanten Vintage Shops, der das Viertel so interessant macht.

Und ganz nebenbei gibt es im Mission District auch die größte Konzentration an Murals (Wandgemälden) in ganz San Francisco!

Mission District StreetartBunte Murals findet ihr im Mission District überall!

Doch ich muss gestehen, dass ich ein paar Tage brauchte, um mit dem Mission District warm zu werden. Zuerst gefiel es mir eigentlich… gar nicht. Ich hatte es mir irgendwie cooler vorgestellt. Hipper. Schöner. Und auch nicht so flach, sondern mit mehr Hügeln und Ausblicken. Mehr gemütliche Cafés an jeder Ecke und so – ein bisschen wie Haight-Ashbury vielleicht, das alte Hippie-Viertel. Hier jedenfalls ein Eindruck von der Mission Street, den Yvonne bei einer unserer Erkundungen festgehalten hat:

Vielleicht hatte ich aber auch nur einen Kulturschock.

Einen lateinamerikanischen vermutlich. Denn das ist bei mir ja bekanntlich noch größtenteils ein weißer Fleck. Doch dann fingen wir an, uns mit Unterstützung unserer AirBnB*-Gastgeberin Caroline durch die Neighborhood zu futtern, zu trinken und zu shoppen. Um in den folgenden Tagen nicht ohne Faszination folgendes festzustellen:

  • dass es in so mancher schäbig-düster wirkenden Taco-Hölle tatsächlich bis spät abends die leckersten Tacos, Quesadillas und Burritos gibt,
  • dass es in den spelunkigen “Dive Bars” leckere lokale Microbrew-Biersorten gibt,
  • dass Essen aus Guam (einer kleinen Pazifikinsel) weltklasse schmeckt! (s.u.),
  • dass Öffnungszeiten nach “Mexican Time” ungefähr das Gegenteil von “German time” sind, nämlich ‘whenever’,
  • dass man innerhalb eines Nachmittags in den Läden des Mission District die dringend benötigte Burning Man Festival-Ausstattung finden kann – vom Fahrradschloss bis zur Leopardenfelljacke, von Goggles bis zum asiatischen Sonnenschirm.

Mission Market San Francisco

soloparking Mercedes Mission District San Francisco

  • Dass man hier beim Handy-Fotografieren von coolen alten Autos (für Instagram) schon mal Instagram-Community Manager Jeffrey Gerson über den Weg läuft (True Story),
  • dass es hier jede Menge dieser leicht zwielichtigen, typisch nordamerikanischen “Back Alleys” gibt, in denen man aber interessante Streetart, Graffiti und Murals findet,
  • dass gerade diese Back Alleys auf mich oft eine größere Faszination ausüben als die Hauptstraßen (keine Ahnung, warum? War zuletzt auch schon in Vancouver so)…

Back Alley Mission District San Francisco

…dass es zwar jede Menge schäbige Ecken, aber zwischendurch auch richtig schöne gibt…

Viktorianische Häuser San Francisco Mission

…dass man vom Hügel Bernal Heights am südlichen Ende vom Mission District einen genialen 360 Grad-Blick über die Stadt hat (vom Mission Dolores Park ist der Blick aber auch toll!).

Blick auf San Francisco Bernal HeightsToll: Der Blick über San Francisco von Bernal Heights

Und weil das alles so interessant war, kommt hier nun mein Guide mit meinen persönlichen Geheimtipps und Empfehlungen:

Meine Tipps für den Mission District

Essen und Trinken

La Tacqueria

Authentische, seit 40 Jahren existierende Tacqueria, in der es angeblich die besten Burritos in San Francisco geben soll. Ob wahr oder nicht – die Burritos und Quesadillas sind jedenfalls extrem lecker! Deshalb ist hier auch immer die Hölle los. Unbedingt immer Salsa und Guacamole dazunehmen! Nur Barzahlung, alles auch zum Mitnehmen.

2889 Mission St (auf Höhe 25th St)

Prubechu

Kleines, aber feines Restaurant, ein bisschen hip, aber hauptsächlich LECKER und mal was total Anderes: Küche aus Guam, einer kleinen Insel im Pazifik (wo kann man das sonst schon mal essen?). Am Besten reservieren! Hier gibt es eine Review.

2847 Mission St (Nähe 25th St)

Papalote Mexican Grill

Hier soll es angeblich auch den besten Burrito San Franciscos geben. Ich weiß nur, dass ich immer noch von den Chicken Quesadillas träume. Mit Tomatensalsa, Sour Cream und Guacamole bestellen – ist ja klar!

3409 24th St/Ecke Valencia St

papalote-sf.com

Quesadillas Papalote San Francisco

Tacqueria Vallarta

Bunt bemalte Wände, gemischtes Publikum, spanischsprachiges Personal (zur Not einfach wo draufzeigen!), günstige Preise. Beim Taco-Counter einfach das Fleisch bestellen, mit Soßen garnieren, fertig.

3033 24th St

Frjtz

Wer Bock auf leckere Burger und belgische Pommes hat (oder Süßkartoffel-Pommes mit gefühlt 20 Soßen), der sollte dieses belgische Diner aufsuchen.

590 Valencia St (Nähe 17th St)

frjtzfries.com

Mission Pie

Café mit hausgemachten Kuchen und salzigen Pies/Quiches aus lokalen Zutaten, das sogar an einem Samstag Abend noch voll ist.

Ecke 25th St/Mission St

missionpie.com

Philz Coffee

Hipster-Coffeeshop, in dem du zuerst eine Bohnensorte auswählst und der Kaffee dann nur für dich gebrüht wird (unbedingt ohne Zucker bestellen!). Free Wifi und leckere Cream Cheese Bagels.

Ecke 24th St/Folsom St

philzcoffee.com

Phone Booth

Eine der vielen “Dive Bars”, in denen man hier am späten Abend versumpft. Gemischtes Publikum, günstige Drinks, gemütlich-schummrige Einrichtung mit Jukebox.

1398 S Van Ness Ave

Shopping

Paxton Gate

Eine Mischung aus Kuriositätenkabinett und Einrichtungs-/Deko-Laden. Von ausgestopften Tieren über Schädel, Knochen, seltsamen Apparaturen und Gerätschaften bis Zimmerpflanzen und Bücher findet man hier alles. Unbedingt reinschauen! Etwas weiter nördlich gibt es noch einen zweiten Shop, diesmal nur mit Spielsachen des “prä-digitalen Zeitalters”.

824 Valencia St

paxtongate.com

Paxton Gate San Francisco Mission

Borderlands Café & Bookstore

Ein schöner Buchladen nur für Fantasy-, Sci-Fi und Horror-Literatur auf der hippen Kiez-Meile Valencia Street, zu dem auch ein Café gehört, wo man tagsüber bei Wifi und Kaffee gut schmökern oder am Laptop arbeiten kann.

870 Valencia St

borderlands-cafe.com / borderlands-books.com

Retrofit Vintage

Auf der Valencia St finden sich zwar noch mehr Vintage Shops (auch auf der Mission St übrigens), doch Retrofit sticht durch sorgfältig ausgewählte historische Kleidung heraus – toller Laden, viel zu entdecken, aber auch nicht ganz billig. Aber die Accessoires!!!…

910 Valencia St

retrofityourworld.com

Taylors Tonics Chai ColaIm Mission District gefunden und sehr geliebt: Chai Cola von The Fizzary

Scarlet Sage

Ein weiterer kurioser Shop auf der Valencia St: ein “Herbal Apothecary”, eine Mischung aus Kräuter-Apotheke, Naturkosmetik und Esoterik-/Hexenladen. Auch hier gibt es einiges zu entdecken!

1193 Valencia St

scarletsageherb.com

Murals und Streetart

Balmy Alley

Nette Seitenstraße voller Murals und Street Art. Die Murals thematisieren (wie meist im Mission District) das Leben und Probleme der lateinamerikanischen Einwanderer. Viele stammen noch aus den 1980er und 1990er Jahren.

Balmy Alley San Francisco Murals Mission District

Mural Detail Balmy Alley Mission

Mural Balmy Alley San Francisco

Clarion Alley

Auch die ist zugepflastert mit Murals! Einfach mal durchlaufen und schauen! Mit etwas Glück entdeckt ihr auch Künstler am Werk.

Nicht verpassen: Ausblick von Bernal Heights & Mission Dolores Park

Aussichtshügel am südlichen Ende vom Mission District (s. Bild oben), einfach die Verlängerung der Folsom St hochlaufen und 360 Grad-Panorama genießen. Kommt auch gut zum Sonnenuntergang! Einen schönen Blick auf die Stadt hat man auch vom Mission Dolores Park.

So kommst du zum Mission District

Am einfachsten mit der BART (quasi die S-Bahn von San Francisco) zur Station 24th St/Mission, oder ihr nehmt euch ein Uber*. Vor Ort könnt ihr euch den Mission District zu Fuß erlaufen.

Mission District – mein Fazit

Der Mission District ist definitiv ‘anders’. Etwas kompliziert vielleicht. Zumindest erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Aber dann!

San Francisco ist jedenfalls immer noch eine meiner absoluten Lieblingsstädte, und da ist mit dem Mission District nun eine neue spannende Anlaufstelle hinzugekommen. Beim nächsten Mal werde ich jedenfalls gerne wieder hier mein Domizil aufschlagen!

Häuser Mission District San Francisco

Urlaub in den USA – weiterlesen:

Wart ihr schon mal in San Francisco und habt gute Tipps? Dann nichts wie rein damit in die Kommentare!

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7 Comments

  • Jessie says:

    Amerika interessiert mich nicht wirklich, aber einige Städte wie San Fran schon. Und wenn ich nun sehe, dass es dort ein paar tolle Murals gibt, dann erst recht!

    Die Stadt oder zumindest der District sieht so farbenfroh bunt aus! Also selbst die Häuser!
    Hach. Da freut sich das Entdecker – Herz!

    • Susi says:

      Hi Jessie, ja, San Francisco ist nicht das ‘typische’ Amerika – es ist was Eigenes und hat definitiv auch was ‘Europäisches’ an sich. Deshalb gefällt es da auch Leuten, die sonst nicht wirklich was mit den USA anfangen können. Ich kann SF nur empfehlen – einer meiner absoluten Lieblingsstädte!

  • Neni says:

    Die Stadt ist wirklich wahnsinnig kreativ

  • Anna says:

    Dein Bericht erinnert mich ein bisschen an das Künstlerviertel Little Havanna in Miami. Dort war ich nämlich im April und wollte uuunbedingt dahin, eben weil es dort so sehenswert sein soll. Naja und dann war es wie bei dir… ich fand es nicht so toll! Es hat etwas gedauert, bis ich es schöner fand 😛
    Lieben Gruß, Anna

    • Susi says:

      Hallo Anna, das ist ja gut zu wissen – in Miami war ich nämlich bisher noch nie. Das wäre aber ein interessanter Vergleich – muss ich mla auf meine Liste setzen! 😉

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