Wellington: weitab und wunderbar

Der Vergleich „Auckland vs. Wellington“ ist vermutlich wie „Sydney vs. Melbourne“ und würde in meinem Fall jeweils mit der Präferenz für letztere Stadt enden. Warum? Während Auckland und Sydney die strahlenden Metropolen sind, werden Wellington und Melbourne oft als kleinere Stadt-Stiefschwestern abgetan, sind aber meiner Meinung nach die cooleren der Geschwister.

Eigentlich ist Wellington mit seinen 200.000 Einwohnern eine kleine Hauptstadt. Die südlichste und entlegenste der Welt. Überschaubar und gemütlich irgendwie. Die meisten Reisenden kommen nur auf der Durchreise von der Nord- auf die Südinsel Neuseelands hierher und bleiben maximal ein bis zwei Tage. Dabei ist Wellington voller interessanter Menschen, Läden, Cafés und Bars, Kunstprojekte, schöner alter Häuser. Wunderschön gelegen. Mit Meeresbuchten, Wanderwegen und wunderbaren Ausblicken von den Hügeln. Irgendwie wie ein kleineres, gemütlicheres San Francisco!

Einen ersten Eindruck verschafft man sich am Besten bei einem Spaziergang entlang der Waterfront am Hafen und der Oriental Parade mit seinem goldgelben Stadtstrand.

Von der Oriental Parade kommt Ihr auf den „Southern Walkway“, einen von mehreren Wanderwegen in und um die Stadt. Durch den Wald führt er Euch hinauf auf den ‚Hausberg‘ Mount Victoria, von dessen Lookout man einen genialen 360 Grad-Panoramablick auf die Stadt hat.

Zurück in der Innenstadt sollte man unbedingt die Cuba Street erkunden, das ‚alternative‘ Stadtzentrum voller cooler Läden, Bars und Cafés wie dem „Fidel’s“ mit seiner Fidel Castro-Deko, günstigen und leckeren Gerichten und gutem Kaffee. Guter Kaffee ist übrigens sehr wichtig in Wellington, einer Stadt mit mindestens zehn eigenen Kaffeeröstereien und angeblich mehr Bars, Restaurants und Cafés pro Kopf als in New York!

Achtung: Die gefürchtete „Bucket Fountain“ spritzt Euch nass!

Fast wie in New York: Historisches Gebäude in der Cuba Street

Studio in der Eva St – hier war ich bei der Album Release Party der Band „The Wagtails

Abends solltet Ihr durch die zahlreichen Bars ziehen. Gute Anlaufstellen sind Cuba Street oder Courtenay Place. Das „Mighty Mighty“ ist eine Institution in Wellington mit Live-Bands, Partystimmung und einer interessanten Mischung an Leuten. Ruhiger geht’s in „The Library“ zu, einer wohnzimmerartigen und mit Bücherregalen gefüllten Lounge mit Cocktails, exzellenten Desserts und leckerem Hauswein, in der sich Book Clubs treffen, aber auch Livebands auftreten. Im etwas trashigeren „Alice“ werden die Cocktails gemäß dem Alice-in-Wunderland-Motto auch schon mal in der Teekanne serviert.

Für mich steht jedenfalls fest: Wellington ist meine Lieblingsstadt in Neuseeland. Und deshalb bin ich während meiner Neuseelandreise gleich noch ein zweites Mal hingefahren. Und ich hoffe, dass wir uns bald wiedersehen, Wellington und ich.

Was ist Eure Lieblings-Hauptstadt?

Notiz: Diesen Beitrag habe ich bei der Blogparade „Meine Lieblingsstadt am Meer“ eingereicht.

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13 Kommentare

  • Patrick sagt:

    Ha, ich bin heute gerade in Wellington angekommen. Habe zunächst vorsichtig für nur drei Nächte eingecheckt, habe aber jetzt schon das Gefühl verlängern zu müssen. Ich bin guter Dinge, dass Wellington eine meiner liebsten Städte überhaupt werden könnte. Wird sich bald zeigen 🙂

  • stefanie sagt:

    Das weckt Erinnerungen an 3 Monate Wellington 2007/ 2008, unvergesslich. Weg zur Arbeit über die Cuba Street, Mittagspause an der Waterfront, das beste Silvester meines Lebens, und und und 🙂

  • Jenny sagt:

    Ich mag Wellington auch sehr gern; es ist so freundlich (vor allem natürlich die Bewohner, sogar die Schlipsträger auf dem Weg zur Arbeit wirken fröhlich) und durch seine Lage irgendwie überschaubarer, nicht so ein grenzenloser „Moloch“ wie Auckland. Die Waterfront am Abend fanden wir superschön … Ja, wir würden auch gern mal wiederkommen und länger bleiben 🙂

    • Susi sagt:

      Stimmt, ja die Leute wirkten alle ziemlich relaxt und super freundlich (ein weiteres Plus für Wellington ;-))! Obwohl ich große Städte liebe, hab ich mich in Auckland einfach nicht auf Anhieb so wohlgefühlt wie in Wellington. Einfach so ein Gefühl…

  • Mela sagt:

    Oh, die Bilder sehen vielversprechend aus – viele bunten Häuser, niedliche Cafés und tolle Läden. Und das noch am Meer! Ich sollte langsam meinen Wunsch, einmal nach Neuseeland zu reisen, langsam mal in die Wirklichkeit umsetzen, wie mir scheint 😉

    • Susi sagt:

      Hi Mela, ja unbedingt! Bei mir hat es auch viele Jahre gedauert, bis ich mal nach Neuseeland bzw. Down Under gereist bin, aber es hat sich echt gelohnt! Und dann musst Du unbedingt in Wellington vorbei 😉

  • Marcus sagt:

    Der Bericht macht richtig Bock auf Neuseeland…
    Dabei gibt es noch so viele andere spannende Ziele!
    Shiny Object Syndrom nennt man das dann wohl 🙁

  • Sandra sagt:

    Meine Lieblingsstadt ist Melbourne.
    Als ich 2004 zum ersten Mal in dieser wunderbaren Stadt ankam, habe ich mich in sie verliebt…. so sehr, dass ich auch hier lebe 🙂
    Dein Wellington Bericht gefällt mir sehr gut und beschreibt sehr echt, das Gefühl, das einem die Stadt vermittelt.

    • Susi sagt:

      Liebe Sandra,
      vielen Dank – das ist echt ein Riesen-Kompliment, wenn ich es quasi als vergnügte Touristin von auswärts geschafft habe, das Gefühl richtig zu vermitteln! 🙂 Und ich bin auch ein klein wenig neidisch, dass du dort lebst – das könnte ich mir definitiv auch für eine Zeit lang vorstellen!

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