Thailändisch kochen für Dummies in Chiang Mai

Ich bin ja nicht gerade für meine Kochkünste berühmt. Ich esse lieber. Vor allem Thai-Essen. Angeblich ist das ja gar nicht so schwer, das selbst zu kochen. Ich hab’s zuhause sogar schon mal probiert, allerdings mit eher kläglichem Erfolg. Aber zum Glück gibt’s in Thailand ja Kochkurse für Dummies! Wie mich! Vielleicht besteht also doch noch Hoffnung!?

Und so komme ich morgens um halb zehn in der Kochschule „Baan Thai Cookery School“ in einer kleinen Seitengasse in der Altstadt von Chiang Mai an. Dort habe ich einen Ganztageskochkurs für Anfänger gebucht. Nach und nach trudeln auch die anderen Teilnehmer ein. Pro Kurs sind zum Glück nur maximal zehn Teilnehmer vorgesehen.

Zuerst bekommt jeder von uns ein kleines Rezeptbuch und einen Zettel mit mehreren Gerichten zur Auswahl, wo wir ankreuzen müssen, welche Gerichte wir kochen möchten. (Im Prinzip die bekannten ‚Standardgerichte‘ wie grünes Thai-Curry). Mein Menü sieht folgendermaßen aus:

– Hühnchen mit Cashew-Nüssen und Reis

– Frühlingsrollen

– Tom Kha Gai-Suppe

– nordthailändsches Khao Soy Nudel-Curry

– Mango mit Klebreis als Nachtisch.

Das ist schon mal ne ganz schöne Ansage. Aber ich bin zuversichtlich und denke mir: Bring it on!

Schritt 1 bevor es richtig losgeht ist erst mal Zutaten besorgen auf dem Markt. Dort angekommen erklärt unser Koch-Instructor Eik uns die verschiedenen Zutaten wie Gewürze, Gemüse und Reissorten und besorgt für uns an den Ständen genau das, was wir brauchen.

Extrem wichtig (neben Knoblauch): säckeweise Chilis!

Wir haben lustige kleine Körbchen dabei, in denen wir anschließend alles zurück zur Kochschule schaffen. Dort müssen wir Schürzen anlegen und uns alberne Bandanas um den Kopf binden. Und dann geht es auch schon los mit Gericht Nr. 1: Hühnchen mit Cashew-Nüssen.

Doch jetzt kommt nicht etwa das Zusammensuchen, Abwiegen und Putzen der Zutaten. Nein, anders als in einem deutschen Kochkurs wurden diese schon mal von fleißigen Küchenhelfern der Kochschule vorbereitet und warten schon idiotensicher vorportioniert auf uns. (Der Lerneffekt wäre vermutlich andersrum größer gewesen, aber hey, es ist ja schließlich Kochen für Dummies ;-).) 

Mit unseren Zutatenschälchen, kleinen Holzpflöcken und Hackmessern versehen stelle ich schnell fest: Kochen mit dem Hackebeil macht richtig Spaß!

Nach dem Kleinhacken der Zutaten wird es Ernst – es geht an den Wok. Jeder bekommt seine eigene Kochstation. Küchen-Instructor Eik demonstriert einmal, wie das Gericht zubereitet wird, dann sind wir an der Reihe.

Ups, irgendwie hab ich vor lauter Fotos schießen gar nicht richtig aufgepasst…

Zum Glück leistet Eik jedem noch persönlich Hilfestellung und gibt die Kommandos, was wann hinzugegeben werden muss („Now, add Oyster sauce! No, that’s the fish sauce! Other bottle!!!“) Das eigentliche Kochen der thailändischen Gerichte geht nämlich ganz schnell, im Sekundentakt kommt quasi alles in den Wok. Ich staune: Das ist ja echt gar nicht so schwer!

Nachdem jeder stolz (& ohne größere Zwischenfälle) sein erstes Gericht fabriziert hat, kommt der angenehmste Part: das Essen! Doch anstatt Verdauungspäuschen geht’s danach Schlag auf Schlag weiter zum zweiten Gericht: selbstgemachte Frühlingsrollen.

Und wieder staune ich, wie einfach und schnell das eigentlich geht! Gemüse für die Füllung hacken, mit Glasnudeln im Wok kurz anbraten, in die Teigblätter verpacken wie kleine Geschenke, dann kurz im Palmöl rausbacken.

Voilà, und wieder heißt es bon appetit!

Als nächstes war die Tom Kha Gai-Suppe dran (Kokosmilchsuppe mit Hühnchen) – superlecker! Und garantiert idiotensicher!!

Dann kam der wahre Höhepunkt des Kurses: das Curry. In letzter Sekunde habe ich mich noch umentschieden und zur Gruppe Khao Soy gewechselt – ein nordthailändisches Curry mit Nudeln, garniert mit fritierten Nudeln – klingt gut, oder? Die große Herausforderung ist jetzt,  sowohl die Currypaste als auch die Kokosmilch selbst herzustellen. Und so kam unter den wachsamen Augen unserer „Koch-Instructorin“ wieder mein Lieblings-Kochtool zum Einsatz: Das Hackebeil!

Schüsselweise Chilis, Knoblauch, Zitronengras usw. fielen dem Hackebeil zum Opfer, während wir abwechselnd alles mit einem riesigen Mörser und Stößel kleinmahlen mussten. Dem ein oder anderen trat angesichts der Menge an Chilis jetzt schon der Schweiß auf die Stirn. Doch wie uns unsere Küchen-Drill-Instructor versicherte, fängt für die Einheimischen der echte Spaß erst bei ungefähr der doppelten Menge an. Na dann!

Sieht aus wie Wäsche waschen, ist aber Do-it-yourself Kokosmilch: Mit warmem Wasser und geschreddertem Kokosfleisch vom Markt!

Und so sah es dann aus, mein Gesellenstück: Khao Soy aka nordthailändisches Nudel-Curry:

Es schmeckte übrigens auch so lecker, wie es aussieht!

Zum Nachtisch habe ich Sticky Rice mit Mango gewählt. Auch lecker, nur leider konnte ich zu diesem Zeitpunkt echt schon nicht mehr ;-).

Fazit: Dank der Cooking Classes für Anfänger können selbst Dummies wie ich ein thailändisches Menü zaubern (das auch noch sehr lecker geschmeckt hat!) Ob ich das zuhause jemals wieder so hinkriegen werde? Da bin ich mit ehrlich gesagt nicht so sicher ;-). Ich werde es aber auf jeden Fall versuchen!

Infos: In der Altstadt von Chiang Mai gibt es mehrere Kochschulen, drei davon in derselben Gasse. Ich war bei der Baan Thai Cookery School in der 11 Rachadamnern Rd. Soi 5 (gegenüber vom Irish Pub die Gasse rein). Ein ganztägiger Kurs kostet 900 Baht und geht von 09:40 bis ca. 16:00. Mit inbegriffen ist ein Transportservice vom Hotel/Guesthouse zur Kochschule und zurück.

Habt Ihr auf Reisen auch schon mal einen Kochkurs gemacht? Wie war’s?

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