Island-Rundreise entlang der Ringstraße – Route und Tipps zum Nachreisen

Gletscherlagune-Jokulsarlon-Island

Eine Reise nach Island ist für viele eine absolute Traumreise – vielleicht ja auch für dich? Für mich war eine Umrundung von Island entlang der Ring Road jedenfalls immer einer dieser langgehegten Reiseträume – und als ich ihn mir endlich erfüllt habe, fragte ich mich jeden Tag, warum ich eigentlich so lange gewartet habe? What took me so long?!

Die raue Natur Islands trifft dich jeden Tag erneut mitten ins Gesicht – und ins Herz.

Die weiten, kargen Landschaften erinnern an eine Mischung aus Patagonien, Norwegen und Schottland: Fjorde und Gletscher, sanft geschwungene Schafweiden, schwarze Strände und schroffe Steilküste, das grünste Moos, das du je gesehen hast, Wasserfälle wie im Fantasy-Film, unwirkliche Vulkankrater und Lavawüste.

In solchen Landschaften den ganzen Tag unterwegs zu sein tut der Seele einfach gut! Denn in der unglaublichen Weite der isländischen Landschaft, in der überall Horizont ist, kann man einfach mal runterkommen und loslassen. (Zumindest ging es mir so – und euch hoffentlich auch.)

Islands Ringstraße im Herbst, zur Nebensaison

Der Klassiker unter den Island-Reiserouten ist eine Rundreise entlang der Ringstraße, eine gut ausgebaute Straße, die auf 1.300 Kilometern einmal um ganz Island herumführt und die Hauptverkehrsader des Landes ist. Ich kann euch als Reiseroute einen Roadtrip entlang der Ring Road sehr empfehlen! Nehmt euch dafür am Besten zwei Wochen Zeit (zur Not geht auch weniger, im Idealfall sogar mehr) und auf jeden Fall einen Mietwagen mit Allrad, da viele Nebenstraßen nicht geteert sind und man sich auch bei Wetterkapriolen wie Schnee/Eis einfach sicherer fühlt. Ich habe mich bewusst für eine Reise in der Nebensaison Mitte Oktober entschieden. Früh genug, um noch Tageslicht bis 18 Uhr, aushaltbare Temperaturen und die Chance auf Nordlichter zu haben und spät genug, um dem Touristenansturm der Hauptsaison etwas zu entgehen und bereits von Nebensaisonpreisen zu profitieren.

Stokksnes Island Ringstrasse Highlights

Meine Route mit den einzelnen Stationen und Sehenswürdigkeiten sowie meine persönlichen Tipps habe ich euch hier aufgeschrieben. Viel Spaß beim virtuellen Mitreisen und Nachreisen!

Reykjavik
Golden Circle
Der Süden rund um Vik
Vik bis Skaftafell und Gletschertour
Jökulsarlon und Diamond Beach
Ostfjorde bis Norden
Mývatn
Akureyri und Norden
Snaefellsnes Halbinsel

Ankunft in Reykjavik

Mit ihren breiten Straßen, Einkaufs-Malls und modernen Gebäuden wirkt Reykjavik wie eine große Metropole, dabei hat die isländische Hauptstadt gerade einmal 130.000 Einwohner. Dementsprechend könnt ihr das Zentrum um die Haupteinkaufsstraße Laugavegur und die auffällige Hallgrimskirkja entspannt zu Fuß erschlendern. Auch die Gegend entlang des Hafens, zwischen dem futuristischen Konzerthaus Harpa, dem Rathaus, dem Reykjavik Art Museum und den Restaurants und Läden in alten Hafengebäuden lohnt auf jeden Fall einen Abstecher.

Dabei werdet ihr feststellen, dass die Stadt zwar klein, aber auch ziemlich funky ist: Skandinavisch-bunte Häuser und Streetart treffen auf stylische Boutiquen, gemütliche Kneipen, Cafés und Restaurants. Reykjavik hat durchaus seinen Charme, doch an einem Tag hat man gefühlt alles gesehen. Da ich schon einmal in Reykjavik war, zieht es mich diesmal schnell weiter, doch plant euch ruhig am Anfang oder Ende eurer Reise einen Extra-Tag für die Stadt ein!

In diesem Artikel findet ihr meine Reykjavik-Tipps!

  • Kilometer: 50 (vom Flughafen Keflavik)
  • Übernachten: Storm Hotel, ein zentral gelegenes Mittelklassehotel mit modernen Zimmern, Parkplatz und gutem Frühstücksbuffet.
  • Essenstipps: findet ihr in meinem Reykjavik-Guide.

Reykjavik Island Tipps

Auf dem Golden Circle nach Süden

Als erste Etappe ab Reykjavik in Richtung Süden wählen wir den Golden Circle, eine Rundtour von etwa 300 Kilometern Länge, an dem einige der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Islands liegen. Da der „Goldene Kreis“ zu den Must-Sees in Island zählt und man von Reykjavik und sogar vom Flughafen aus Halbtages- und Tagestouren buchen kann, ist hier dementsprechend immer viel los.

Wir starten daher schon früh morgens in Reykjavik, um noch vor neun Uhr an unserem ersten Stopp anzukommen: dem Thingvellir Nationalpark. Þingvellir (wie Thinkwettlir, mit englischem „th“ vorne ausgesprochen) ist ein unglaublich wichtiger und besonderer Ort in der Geschichte Islands, da hier zwischen dem 10. und 18. Jahrhundert die jährlichen Vollversammlungen (Althings) stattfanden – eines der ältesten Parlamente der Welt. Auch geologisch und landschaftlich ist Thingvellir interessant, denn wo sonst kann man in einem Grabenbruch zwischen zwei tektonischen Platten umherwandern – erst auf der nordamerikanischen und dann mal eben rüberhüpfen auf die eurasische?

Thingvellir Nationalpark Island Golden Circle

Thingvellir Nationalpark Island

Unser nächster Stopp ist das geothermale Feld von Haukadalur mit dem Geysir Strokkur, der alle paar Minuten ausbricht und eine Säule aus heißem Wasser und Wasserdampf in den Himmel schießt. Obwohl der eigentliche Große Geysir, Namensgeber aller anderen Geysire der Welt, seit vielen Jahren inaktiv ist, ist der Ausbruch des kleineren Strokkur auch ein sehenswertes Spektakel – ebenso die anderen aus dem Boden herausblubbernden heißen Quellen des Gebiets. Unser nächstes Ziel ist Gullfoss, der „Goldene Wasserfall“, ein wirklich gewaltiger Wasserfall, der in zwei Stufen in ein enges Tal rauscht und zu den größten Wasserfällen Europas zählt. Man kann ihn sowohl von oben bewundern als auch unten direkt daneben stehen und seine Kraft spüren.

Strokkur-Geysir-Golden-Circle-Island

Gullfoss Island Golden Circle

Danach stärken wir uns erst einmal im Gullfoss Café mit einer leckeren isländischen Lammsuppe, bevor wir unseren ersten Vulkankrater in Island besteigen. Jawohl! Besagter Krater heißt Kerið befindet sich praktischerweise direkt an der Straße und ist in etwa 30 Minuten zu umrunden. Innen schimmert der Kratersee tiefblau. Björk gab hier mal ein Konzert, bei dem ich nur zu gerne dabeigewesen wäre.

Kerid Vulkankrater Island Golden Circle

Kerid Krater Island Golden Circle

Zum krönenden Abschluss des Tages fahren wir weiter nach Hveragerði und wandern im Reykjadalur noch schnell eine Stunde den Berg hinauf zu einem heißen Fluss, in dem man baden kann. Unterwegs kommen wir immer wieder an Stellen des Tals vorbei, wo es einfach so aus dem Boden dampft und zischt. Spätestens jetzt sinkt es ein: Ja, wir sind in Island angekommen.

  • Kilometer: 220
  • Weitere Sehenswürdigkeiten & Stopps: Friðheimar – Tomatensuppe inmitten grüner Tomatenstauden in einem geothermal beheizten Gewächshaus einer Farm, die heiße Gemeinde-Badequelle Gamla Laugin oder „Secret Lagoon“ bei Fluðir
  • Übernachten: Wir haben im Lambastadir Guesthouse in der Nähe von Selfoss übernachtet, ein freundliches Farm Guesthouse auf dem Land mit Sauna und Hotpot.
  • Essen: Einkehrtipps tagsüber: Gullfoss Café, Tomatensuppe bei Friðheimar, Restaurant Lindin (am Laugarvatn), abends: Ölverk Pizza & Brewery in Hveragerði (leckere Pizzas und Craft Beer), alternativ Kaffi Krus in Selfoss.

Rund um Vik: die Highlights im Süden Islands

Die nächsten zwei Tage verbringen wir im Süden Islands, in der Gegend um Vik. Die Landschaft hier ist unglaublich schön und es reiht sich ein Highlight ans andere – kein Wunder, dass viele hier ihren kompletten Islandurlaub verbringen!

Da es im Süden Islands so viele zu sehen und zu erleben gibt und er so gut zu erreichen ist, ist es auch kein Wunder, dass die Region neben Reykjavik und Golden Circle zur touristischsten des Landes zählt. Ich bin trotzdem überrascht, wie viel hier selbst im Oktober bei den bekannten Spots noch los ist! Daher versuchen wir, morgens schon möglichst früh, d.h. zum Sonnenaufgang unterwegs zu sein, und schaffen es dadurch, einige Orte (fast) für uns alleine zu haben. Nur das Wetter will nicht so recht mitspielen und schickt uns starken Regen und Sturm, weshalb wir zwei Mal abbrechen müssen und froh sind, dass wir ein wenig Zeitpuffer eingeplant haben.

Denn es gibt so viel zu sehen!

Seljalandsfoss Island Sehenswuerdigkeiten Ringstrasse

Chasing Waterfalls – heimliches Motto jeder Island-Reise

„Chasing Waterfalls“ könnte das Motto jeder Reise nach Island sein, und so richtig bewusst wird mir das an diesem Tag: Da ist der postkartenschöne Seljalandsfoss (foss = Wasserfall), bei dem man einfach so hinter dem Wasserfall entlanggehen kann, der kraftvolle Skogafoss, der diesen perfekten Vorhang aus Wasser bildet, dass es fast schon surreal ist. Seine Wand aus Wasser ist so mächtig, dass sich trotz halbvollem Parkplatz wirklich kaum jemand näher an ihn herangetraut hat und ich dort sogar plötzlich alleine stand. Man wird wirklich komplett durchnässt, weshalb ich es unbedingt empfehle, denn hier spürt ihr die Kraft der Natur einmal richtig, es ist unheimlich beeindruckend, vor ihm zu stehen. Seine Kante könnt ihr von einer Plattform weiter oben bestaunen, von der man auch eine tolle Aussicht hat.

Island Sehenswuerdigkeiten

Einen magischen Moment habe ich beim Kvernufoss (Achtung Geheimtipp), zu dem wir morgens ganz früh hinwandern. Außer ein paar Schafen und uns war niemand dort und wir hatten den märchenhaften Wasserfall am Ende eines kleinen Tals ganz für uns. Eine meiner liebsten Island-Erinnerungen!

Kvernufoss Island

Kvernufoss Island Geheimtipps

Kvernufoss Island Sueden Geheimtipps

Ein ganz anderer und besonders unwirklicher Ort, der schon lange auf meiner Islandliste stand, ist das verlassene Flugzeugwrack. 1973 stürzte ein US-Militärflugzeug vom Typ C-117 am schwarzen Lavastrand von Solheimasandur ab (was gar nicht sooo selten ist, denn zwischen 1941 und 1973 kam es wohl zu über 380 US-Flugzeugunfällen in Island! Verrückt, oder?). Um hinzukommen, muss man insgesamt acht Kilometer zu Fuß durch eine unwirkliche Lava-Wüste laufen (hin und zurück, es gibt aber mittlerweile auch ab 10 Uhr einen kostspieligen Shuttlebus). Wir machen uns schon früh morgens zum Sonnenaufgang auf den Weg durch die desolate Lavaebene und haben das Wrack ganze fünf Minuten für uns, bevor die ersten Leute kamen. Ein großes Glück!

Flugzeugwrack Island Solheimasandur

Flugzeugwrack Island Ringstrasse

Island Ringstrasse Flugzeugwrack Solheimasandur

Eine etwas abenteuerliche Gravel Road führt hinauf auf die Halbinsel Dyrholaey mit ihrem quadratischen Leuchtturm, die ebenfalls ein wundervoller Spot ist. Von oben habt ihr einen fantastischen Blick auf die Küste mit ihren Steilklippen und den pechschwarzen Strand, der sich unter euch erstreckt. Auf der anderen Seite des Leuchtturms könnt ihr die Felsformationen aus schwarzem Vulkangestein bewundern, die hier ins Meer hineinragen. Auch einen wunderschönen Küstenwanderpfad über die Halbinsel gibt es hier oben, den wir leider aufgeben mussten, da der Sturm einfach zu stark wurde. Beim nächsten Mal komme ich gerne nochmal hierher.

Dyrholaey Island Vik Sehenswuerdigkeiten

  • Kilometer: 130 (zwischen Selfoss und Vik)
  • Übernachten: Wir haben im Solheimahjaleiga Guesthouse übernachtet, ein nettes Guesthouse auf einer Farm etwa 24 km vor Vik, in der Nähe des Flugzeugwracks und des Solheimajökull-Gletschers. Hier gibt es Zimmer mit eigenem Bad oder Gemeinschaftsbad sowie eine Gemeinschaftsküche mit der Möglichkeit, sich selbst zu versorgen, das Guesthouse bietet aber auch Abendessen an.
  • Gut zu wissen: Da im Süden immer relativ viel los ist, empfehle ich euch, die bekannten Spots immer möglichst früh (im Sommer auch: spät abends) zu besuchen, um den Massen zu entgehen. Insbesondere, wenn ihr Fotos ohne Menschen machen möchtet.
  • Gletschertouren: Am Solheimajökull könnt ihr halbtägige Gletscherbegehungen buchen (sehr empfehlenswert!) oder einfach zu Fuß zur Gletscherzunge wandern. Etwas weiter östlich in Skaftafell gibt es aber auch nochmal eine Gelegenheit für geführte Glacier Walks (s.u.). Man kann auch vor Ort kurzfristig bei verschiedenen Anbietern wie Icelandic Mountain Guides buchen, oder vorher online reservieren. In der Nähe von Vik gibt es zudem ganzjährig Touren zur Katla Ice Cave am Vatnajökull. Plant euch für Gletschertouren am besten einen halben oder ganzen Tag extra ein (je nach Länge der Tour). Auch ein Ausweichtag ist nicht schlecht, da die Touren vom Wetter abhängen.

Vik bis Skaftafell: der schwarze Strand, eine grüne Schlucht und eine Gletschertour am Vatnajökull

Als wären die letzten Tage nicht schon voller Highlights gewesen, folgt heute ein weiterer Tag voller landschaftlicher Knaller. Seit Sonnenaufgang sind wir unterwegs und passieren dabei die unterschiedlichsten Fantasy-Landschaften, eine schöner als die andere.

Da wir es vorher aufgrund des schlechten Wetters nicht geschafft hatten, starten wir den Tag mit einem Morgenspaziergang am berühmten Reynisfjara bei Vik. An dem kilometerlangen schwarzen Sandstrand stoßen wir auf schwarze Basaltsäulen – wie cool ist das denn bitte? Ich finde es immer wieder faszinierend, dass Lava beim Abkühlen diese perfekt sechseckigen Säulen bildet. Ich kannte das bisher nur vom Giant’s Causeway, in Island stößt man jedoch sehr zu meiner Freude auf ganz viele Orte mit Basaltsäulen (Canyons, Wasserfälle, Küste…).

Reynisfjara-Strand-Basalt-Vik

Island schwarzer Strand Vik

Vik Island

Nach einem Strandspaziergang fahren wir weiter in Richtung Südwesten. Dabei durchqueren wir erst ein riesiges Gletscherflussdelta voller Vulkanasche, aus dem mehrere Inseln und kleinere Pseudokrater emporragen, gefolgt von endlosen Lavafeldern, die mit dem grünsten Moos bewachsen sind, das ich je gesehen habe (ich musste dabei immer an die Trolle aus „Frozen“ denken). Mittendrin nehmen wir die Abzweigung nach Fjaðrárgljúfur (ob ich das jemals richtig aussprechen werde?), eine Schlucht wie in einem Fantasy-Film. Eine kurze Wanderung führt an ihrem oberen Rand entlang bis zu einer Aussichtsplattform, vom Weg hat man aber auch schon fantastische Ausblicke in die Schlucht.

Fjadragljufur Island Ringstrasse

Ich wäre gerne noch länger geblieben, doch wir müssen weiter bis zum zum Skaftafell bzw. Vatnajökull-Nationalpark, denn am Nachmittag haben wir eine Gletscherwanderung mit Eishöhle gebucht! Hier erinnert mich die Landschaft mit den aus der flachen Pampa aufragenden Bergen und den vielen Gletschern sehr an Patagonien und ich kann es kaum erwarten, ihnen richtig nahe zu kommen. Kaum etwas führt uns den Klimawandel so deutlich vor Augen wie Gletscher, und nirgends in Europa gibt es (außer in Grönland) ein so großes Eisfeld wie hier am Vatnajökull. In wenigen Jahrzehnten werden die Gletscher vermutlich verschwunden sein – ein Grund mehr, sie zu besuchen, so lange es noch geht, und von ihnen zu lernen.

Am Nationalparkzentrum werden wir mit Steigeisen, Eispickel, Helm und Klettergurt ausgestattet. Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir den Gletscher Falljökull – auch seine Gletscherzunge hat sich allein in den letzten Jahren einen Kilometer zurückgezogen, weshalb wir erst einmal ein ganzes Stück entlang de Gletschersees marschieren müssen, bis wir das Eis erreichen. Dann schnallen wir die Steigeisen an und steigen über die von schwarzer Vulkanasche bedeckte Moräne an der Flanke hinauf aufs Eis. Die nächsten zwei Stunden schüttet es wie unter der Dusche und wir werden irgendwann klatschnass und durchgefroren, doch es ist alles egal: Wir bestaunen das Eis mit seinen Farbschattierungen und Formationen, suchen Zuflucht vorm Regen in einem Tunnel unter dem Eis und kriechen durch ihn hindurch, bevor wir eine weitere Höhle im Eis erkunden dürfen. Im Licht der untergehenden Sonne steigen wir ab. Ich hätte noch viel länger bleiben können. Was für ein Erlebnis!

Skaftafell Vatnajokull Nationalpark Island

Island Eishoehle Gletschertour

  • Kilometer: 175
  • Übernachten: Hotel Skaftafell, nicht ganz günstig, aber das einzige Hotel in dieser abgelegenen Gegend und ein guter Stützpunkt für Wanderungen und Ausflüge im Nationalpark.
  • Essen: Restaurant des Hotel Skaftafell oder der günstige Diner an der Tankstelle gegenüber – der Lammburger da war sehr lecker!
  • Die Gletschertour haben wir beim Anbieter „Icelandic Mountain Guides“ gebucht, den ich euch empfehlen kann (freiwillige Werbung/nicht gesponsert). Neben Touren in Skaftafell hat er auch Touren am Solheimajökull im Programm.

Von Skaftafell über die Gletscherlagunen bis in die Ostfjorde

Wir beginnen den Tag wieder einmal mit einer wunderschönen Morgenwanderung: im Skaftafell Nationalpark zum Svartifoss. Das Besondere an diesem Wasserfall ist, dass er über eine halbmondförmige Felskante stürzt und von schwarzen Basaltsäulen eingerahmt ist. So etwas habe ich noch nie gesehen! Wir haben heute richtig schönes Wetter erwischt und so früh am Morgen ist auf dem Weg kaum etwas los. Die erste halbe Stunde geht es immer bergauf, danach führt der Weg hinein in ein Tal, in dem man den Wasserfall schon von Weitem sieht. Das Schöne an der Wanderung ist auch, dass der Blick bis weit ins Umland schweift. Wie schön!

Svartifoss Island Sehenswuerdigkeiten

Anschließend müssen wir den Nationalpark leider auch schon wieder verlassen, denn wir haben noch einen langen Weg vor uns: Es geht in die Ostfjorde. Doch zunächst folgt die Ring Road den Ausläufern des Vatnajökulls, d.h. die nächsten Stunden begleitet uns der Blick auf zahlreiche Gletscher. Irre, wie sie fast bis ins Meer fließen! Ich fühle mich einmal mehr an Patagonien erinnert, wozu auch der unglaublich starke Wind beiträgt, der vom Eisfeld herunterbraust. Unser erster Stopp ist Fjallsárlón, ein Gletschersee vor einem beeindruckenden Gletscherpanorama, in dem heute aufgrund des starken Winds allerdings nur wenige Eisberge dümpeln – sie wurden alle an den Rand gedrückt. Ansonsten ist Fjallsárlón definitiv einen Stopp wert und deutlich weniger überfüllt als die Jökulsárlón!

Fjallsarlon Island Ringstrasse Sueden

Nur ein kurzes Stück weiter erreichen wir die berühmte Gletscherlagune Jökulsárlón. Der See ist deutlich größer als Fjallsárlón (und wird natürlich immer größer, je mehr sich die Gletscher zurückziehen) und ist mit richtig vielen Eisbergen in allen Größen bestückt, die in der Ferne ab und zu donnernd vom Gletscher abkalben. Manche der Eisberge sind so groß, dass die Boote der Bootstouren daneben fast verschwinden. Das Eis schimmert in verschiedenen Farben (je nach Lufteinschluss). Da wir so schönes Wetter haben glitzert es in der Sonne, während wir in Ruhe am Ufer entlangwandern und uns nicht sattsehen können.

Island Jokullsarlon Ringstrasse

Joekulsarlon Island Ringstrasse Sehenswuerdigkeiten

Geheimtipp: Den besten Blick auf die Lagune und das Eis hatten wir übrigens von den kleinen Parkplätzen entlang der Ring Road, die noch vor der offiziellen Parkplatzeinfahrt kommen. Vorne am großen Parkplatz halten alle Touristenbusse und am Ufer ist dementsprechend viel los (dafür gibt es ein paar Foodstände, wo man sich z.B. mit einem isländischen Hotdog stärken kann). Am südlichen Ufer waren wir fast alleine, konnten in Ruhe entlangwandern und es gab auch viel mehr Eis im Wasser zu bestaunen. Auch bei schlechtem Wetter stelle ich es mir hier richtig mystisch-schön vor.

Nur wenige Meter von der Gletscherlagune Jökulsárlón entfernt treiben die Eisberge hinaus aufs Meer und werden direkt an einem hübschen schwarzen Strand wieder angespült, wo sie wie glänzende Skulpturen liegenbleiben. „Diamond Beach“ wird der Strand auch genannt – er zählt zu den Hauptattraktionen im südlichen Island. Da de meisten Besucher in der Nähe des Parkplatzes bleiben, wandern wir einfach weiter am Strand entlang und haben ihn nach kurzer Zeit fast für uns alleine. Etwas weiter hinten ist er auch viel schöner, eine Robbe streckt sogar den Kopf aus dem Wasser und beäugt uns neugierig. Dies ist definitiv meine Art von Strand!

Strand Eisberge Island

Diamond Beach Sehenswuerdigkeiten Island

Zwischen Jökulsárlón und den Ostfjorden wird es immer einsamer – wir haben den Großteil der Touristen hinter uns gelassen. Die Ring Road verläuft ab Höfn direkt an der Küste entlang, was ziemlich spektakulär ist! Am Nachmittag rumpeln wir auf einer unbefestigten Straße in Richtung Meer nach Stokksnes.

Der Landzipfel mit dem schwarzen Lavastrand und der alten Radarstation vor dem markanten Vestrahorn-Bergmassiv ist für mich ein magischer Ort, den ich schon sehr lange einmal besuchen wollte. Die Landschaft ist einfach irre und ich gehe zum ersten Mal in meinem Leben zwischen schwarzen Sanddünen spazieren. Schon wieder ein Ort, an dem ich viel mehr Zeit verbringen möchte! Doch wir müssen es heute noch bis in den Fischerort Breiðdalsvík an der Ostküste schaffen, den wir allerdings erst im Dunkeln, bei starkem Regen und einer abenteuerlichen Fahrt auf einer unbefestigten Passstraße durch die Berge (dank einer Sperrung auf der Ringstraße) erreichen.

Stokksnes Island Ringstrasse Highlights

Stokksnes Island

  • Kilometer: 290
  • Tipp für die Routenplanung: Die Etappe bis in die Ostfjorde ist ziemlich lang, vor allem wenn man an dem Tag so viel hineinpackt wie ich. Daher haben wir es erst am späten Abend nach Breiðdalsvík geschafft, was sehr schade war. Hier hätte ich gerne für alles mehr Zeit gehabt! Ich würde daher eine weitere Übernachtung in Skaftafell und Umgebung empfehlen, um von dort alles in Ruhe zu erleben: Gletscherlagunen, Gletscherwanderungen, Svartifoss, Stokksnes zum Sonnenuntergang… und danach nicht mehr weit fahren zu müssen. (Im Oktober wurde es eben auch schon um 18 Uhr dunkel – im Sommer wäre es kein Problem gewesen, aber dann ist der Tag halt auch echt lang und vollgepackt).
  • Die Ring Road um den Berufjördur ist derzeit wegen Bauarbeiten gesperrt (Stand Okt. 2019, dauert wohl noch 1 Jahr), was weder in Google Maps noch auf der road.is Website angegeben war! Man muss daher den etwas abenteuerlicheren Umweg durch die Berge nehmen (Straße 939 und 95, unbefestigte Gravel Road).
  • Stokksnes ist Privatland und man muss mittlerweile 900 ISK Eintritt pro Person zahlen, um zum schwarzen Strand zu kommen (im Café hinter der Schranke). Es gibt verschiedene Wanderwege und ein Wikingerdorf.
  • Übernachten: Das Hotel Blafell in Breiðdalsvík hat uns sehr gut gefallen: gemütlich-skandinavisch, mit sehr schönen Zimmern und einem guten Restaurant.
  • Essen: Restaurant im Hotel Blafell Breiadalsvik oder das Restaurant im Hotel Framtid. Tagsüber kann man sich in Höfn stärken (dem einzigen ‚größeren‘ Ort), oder bei der Jökulsarlon.

Von den Ostfjorden in den Norden

Die Ostfjorde erinnern mich ein bisschen an Schottland – Heide und Moor, grüne Schafweiden, karge, von Gletschern geschliffene Berge, Wasserfälle. Wolkenverhangen, einsam und ein bisschen mystisch präsentieren sie sich uns an jenem Tag. Leider können wir hier aus Zeitgründen nicht verweilen, denn wir sind auf dem Weg in den Norden Islands und haben heute viele Kilometer vor uns.

Ostfjorde Island

Island Ringstrasse Ostfjorde

Unser erster Stopp liegt bereits ziemlich weit im Norden: Stuðlagil Canyon, ein Flusstal in einer kargen, von vereinzelten Farmen gesprenkelten Landschaft, der an einer Stelle einen engen canxon mit hoch aufragenden Basaltsäulen bildet. Obwohl man sie auch vom erhöhten Aussichtspunkt am Parkplatz sieht und hinunterklettern kann, bekommt man den irren Blick nur von der anderen Seite des Flusses und wenn man in den Canyon absteigt. Dafür muss man einige Kilometer entfernt bei einer Farm parken und zu Fuß am Fluss entlang und über Weideland zu der Stelle hinwandern und dann hinuntersteigen. Das wäre großartig gewesen, doch leider hatten wir zu wenig Zeit! (3-4h sollte man dafür wohl einplanen). Wir müssen uns daher mit dem Aussichtspunkt und einem Drohnenflug begnügen, doch es war trotzdem faszinierend.

Studlagil Canyon Island

Wieder auf der Ringstraße durchqueren wir eine einsame Hochebene, die mich an flache skandinavische Fjells erinnert. Hier begegnet uns der erste Schnee! Und dann öffnet sich vor uns eine neue unglaubliche weite Sicht auf eine schwarze Vulkanwüste mit vereinzelte Vulkankegeln am Horizont, die Straße führt mittendurch. Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet und wir müssen erst mal anhalten und schauen, es ist eiskalt geworden und der eisige Wind pfeift uns durch Mark und Bein, es ist völlig surreal.

Island Ringstrasse Norden

Erinnert ihr euch an die Anfangsszene aus Ridley Scott’s „Prometheus“ mit dem Wasserfall? Sie wurde am Dettifoss gedreht. Und ja, nachdem ich an der exakt gleichen Stelle stand kann ich bestätigen: Es sieht dort wirklich so postapokalyptisch und wie auf einem anderen Planeten aus, und wieder einmal bleibt mir angesichts der Kraft der Natur an diesem Ort die Spucke weg. Der Gletscherfluss donnert mit unglaublicher Wucht in einen schwarzen Abgrund voller Gischt, Moose und schwarzer Basaltsäulen hinab und nein, es gibt keine Absperrungen. Um so nah an den Dettifoss heranzukommen, muss man auf einer schlaglochübersähten Piste eine halbe Stunde durchs Nichts an die Ostseite fahren (nur mit Allrad versuchen! Die Westseite hat eine befestigte Straße, einen großen Parkplatz und eine Aussichtsplattform, man steht aber in der Gischt und kommt nicht so nah ran). Das Tal hinter dem Wasserfall ist übrigens auch ziemlich schön und bietet weitere Wandermöglichkeiten. Ein wirklich lohnender Abstecher!

Dettifoss Island Norden Tipps

Auf dem Weg nach Myvatn und zu unserem Guesthouse schauen wir uns im letzten Nachmittagslicht noch die geothermalen Felder von Hverir an. Wir sind jetzt im Krafla-Vulkangebiet, d.h. an vielen Stellen blubbert, zischt und dampft es aus dem Boden und man kann auf markierten Wegen hindurchwandern. Allerdings muss ich bei Hverir vor dem extremen Gas der Schwefelquellen ziemlich schnell wieder flüchten!

  • Kilometer: 385
  • Zwischenstopps und Sehenswürdigkeiten unterwegs: Wir haben uns für den Stuðlagil Canyon, Dettifoss und Hverir/Hverarönd entschieden. Weitere: Egilsstadir als größter Ort und Versorgungsstation, die neu eröffneten Vök Baths bei Egilsstadir, bei denen drei heiße Becken in einen See hineinragen, die hübsche Kirche in Seydisfjardar mit der Regenbogenstraße davor, ein Abstecher ins Landesinnere mit einer Wanderung zum Hengifoss und Litlanesfoss.
  • Übernachten: Guesthouse Brekka (etwa 30 Min. westlich von Myvatn), ein nettes Guesthouse auf dem Land mit kleinen Blockhütten und gutem Frühstück (auch Abendessen möglich). Wir hatten das Glück, in eine größere und schöne Blockhütte mit Küche upgegradet zu werden und konnten uns dann dort selbst versorgen. Wem es nach Hotel und ein bisschen Luxus ist: Das Fosshotel Myvatn sah toll aus! (Auch das Restaurant wurde uns empfohlen). Hier würde ich beim nächsten Mal versuchen zu übernachten – und wenn es nur für eine Nacht ist.

Mývatn: zwischen Vulkanen und heißen Quellen

Als wir morgens aufwachen, sind die schwarzen Lavaströme und -türmchen, die Aschewüste und die Vulkane mit einer Puderzucker-Schicht Schnee überzogen. Anstatt einer schwarzen Landschaft erkunden wir nun also eine weiße – und es ist wunderschön! Wir sind bei Mývatn, einem großen See mitten im Krafla-Vulkangebiet, der gesäumt ist von Kratern, heißen Quellen und Lavaformationen. Der letzte Ausbruch waren die Krafla-Feuer von 1975 bis 1984, und noch immer ist die Region aktiv, was sich vor allem an den heißen Quellen, Fumarolen und blubbernden Schlammlöchern zeigt.

Wir beginnen den Tag mit einer Wanderung durch Dimmuborgir, was soviel wie „Dark Castles“ bedeutet (ich muss dabei natürlich an die Metalband denken) und ein Lavafeld voller schwarzer Türme ist. Auf Fotos kommt es leider nicht rüber, aber ein Spaziergang durch diese unwirkliche Elfen- und Troll-Landschaft lohnt sich wirklich! Am schönsten ist der ‚etwas schwerere‘ Wanderweg, der mitten hindurch führt.

Schon von Weitem konnten wir ihn sehen, den dunklen (bei uns weißen) Aschekrater Hverfjall, und natürlich wollen wir ihn besteigen! Das ist vom Parkplatz aus einfacher als gedacht, in etwa 15 Minuten stehen wir oben am Kraterrand und staunen über die geniale Aussicht in alle Richtungen. Wer mag, umrundet den gesamten Krater oder besucht in der Nähe noch die kleine Grotte Grjótagjá mit einer tiefblau schimmernden heißen Quelle innendrin.

Hverfjall

Ein weiterer Vulkankrater, den ihr nicht verpassen solltet, ist Víti („die Hölle“) Krafla (nicht zu verwechseln mit Víti Askja). Er liegt bei den Lava- und Schwefelfeldern Leirhnjukur, zwischen denen man auch sehr schön umherwandern kann, und hat einen tiefblau schimmernden Kratersee. Auch hier fühlen wir uns wieder wie auf einem anderen Planeten!

Viti Krater Krafla Island

Myvatn Island Norden Krafla

Was gäbe es für einen schöneren Abschluss eines solch wunderschönen Tages als zum Sonnenuntergang in heißen Quellen inmitten von Lavafeldern zu sitzen, einen Drink in der Hand und Entspannung pur im Körper und im Kopf? Richtig: Nichts! Und so solltet ihr unbedingt den Mývatn Nature Baths einen Besuch abstatten und einfach genießen und entspannen.

Myvatn Nature Baths Island

  • Kilometer: 110
  • Übernachten: Guesthouse Brekka, s.o.!
  • Die Mývatn Nature Baths bieten online Ticketbuchungen für bestimmte Zeit-Slots an, was zur Hauptsaison bestimmt sinnvoll ist. Mitte Oktober sind wir einfach so vorbeigekommen (Walk-in) und es war gar kein Problem. Alle weiteren Infos findet ihr auf der Website.
  • Wer mag, fährt hinauf nach Husavik zum Whale Watching, z.B. in umweltfreundlichen Booten mit Elektroantrieb, die die Tiere nicht stören.

Guesthouse Brekka IslandUnsere gemütliche Hütte im Guesthouse Brekka in der Nähe von Myvatn

Der Norden um Akureyri

In Island muss man ja auf jegliches Wetter gefasst sein. Auch auf Sonne und blauen Himmel! Trotzdem können wir kaum glauben, wie toll das Wetter an diesem Tag ist. Dazu die Landschaft – in solch einer Kulisse zwischen Fjorden, grünen Schafwiesen und schneebedeckten Bergen den ganzen Tag unterwegs zu sein tut der Seele richtig gut!

Wir fahren weiter Richtung Westen und besuchen morgens als erstes des wunderschönen hufeisenförmigen Godafoss. Entlang der Fjorde (nicht durch den neuen Tunnel) geht es weiter nach Akureyri, größte Stadt im Norden Islands und mit etwa 20.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Islands. Im gemütlich-hipsterigen „Café Berlin“ legen wir erst mal ein zweites Frühstück ein, bevor wir durch die Stadt schlendern. Wir entdecken nette kleine Läden, eine auffällige Kirche auf einem Hügel (vom selben Architekten wie die Hallgrimskirkja in Reykjavik) und stellen fest, dass hier die roten Ampeln Herzen sind. Aww! Ich mag es hier.

Godafoss Island

Norden Island Ringstrasse

Akureyri Island

Oxnadalur Norden Island

Über das wunderschöne Tal Oxnadalur, in dem mir angesichts der Landschaft schon wieder der Atem stockt, fahren wir weiter nach Hofsós, ein kleiner Ort an der Nordküste. Hier chillen wir im heißen Freibad „Sundlaugin a Hofsosi“, das direkt an der Küste liegt und von dem man einen wunderschönen Blick aufs Meer, den Fjord und die schneebedeckten Berge hat. Unterhalb des Bads am Strand entdecken wir später noch Basaltsäulen – ein echt schöner, idyllischer Ort!

Sundlaugin a Hofsosi

Hofsos Tipps Island Norden

  • Kilometer: 355
  • Übernachten: Wir haben im Hotel Laugarbakki übernachtet, das gefühlt mitten im Nirgendwo an der Ringstraße liegt und sich daher gut als Zwischenstopp eignete. Von außen macht es nicht viel her, doch die neu renovierten Zimmer und das stylische Restaurant mit leckerem Essen haben uns gut gefallen.

Auf nach Westen: von Laugarbakki nach Snaefellsnes

Mittlerweile frage ich mich wirklich, warum alle immer nur in den Süden Islands reisen. Der Norden ist nämlich toll und wunderschön! Daher, und weil wir schon wieder gnädiges Wetter haben, machen wir von Laugarbakki gleich noch einen Abstecher an die Küste zum Hvitserkur, einem markanten Felsen vor der Küste, der an eine Mischung aus Kamel und Elefant erinnert. Eigentlich ist der Fels an sich gar nicht so spektakulär. Es ist vielmehr die Landschaft und die Küste selbst, die hier besonders schön sind, und an den weiten Stränden kann man mit etwas Glück Seehunde beobachten (wir sahen mindestens zehn im Wasser). Wer mag, übernachtet gleich hier im Osar HI Hostel mit Blick aufs Meer.

Hvitserkur Island

Hvitserkur Norden Island

Wir sagen schweren Herzens Goodbye zum Norden Islands und fahren weiter nach Westen, wo wir am späten Nachmittag die Snaefellsnes Halbinsel erreichen, die uns schon bei der Anfahrt mit erstaunlich hohen, schneebedeckten Bergen und Vulkankegeln sowie Lavafeldern begrüßt. Anstatt ins Hotel zu fahren beschließen wir, die Halbinsel gleich noch ein bisschen zu erkunden und landen im Abendlicht in Grundarfjördur, Heimat des berühmten kegelförmigen Bergs Kirkjufell (der übrigens nur von vorne so spitz aussieht und eigentlich länglich ist). Den schönsten Blick hat man vom Wasserfall Kirkjufellsfoss, weshalb sich hier auch schon diverse Fotografen in Position bringen. Obwohl einiges los ist und man diesen Blick auf den Kirkjufell vermutlich kaum für sich alleine haben wird, ist es trotzdem ein wunderschöner Ort, der eine gewisse Magie ausstrahlt.

Ein schöner Abschluss eines langen Island-Tages on the road!

  • Kilometer: 260
  • Übernachten: Wir haben in Stykkisholmur, größter Ort auf der Snaefellsnes Halbinsel, im Hotel Fransiskus übernachtet. Die Zimmer und Räumlichkeiten des Hotels waren zwar toll modern renoviert und das Frühstück und die zentrale Lage sehr gut, aber irgendwie haben wir uns hier nicht so richtig wohlgefühlt (vielleicht, weil man immer noch merkt, dass das Hotel Teil eines katholischen Krankenhauses ist?).
  • Essen: Sehr gut gegessen haben wir im gemütlichen Restaurant Narfeyrarstofa in Stykkisholmur (reservieren).

Die Snaefellsnes Halbinsel

Die Halbinsel Snaefellsnes im Westen Islands liegt zwar nicht direkt an der Ring Road, doch ich wollte unbedingt noch einen zweitägigen Abstecher hierhin machen. Snaefellsnes ist nämlich ein bisschen wie Island in klein: Wasserfälle, Vulkankrater und Lavafelder, ein Gletscher, hübsche Fischerorte… und der berühmte „Instagram-Berg“ Kirkjufell, den wir schon am Vorabend bewundern konnten. Es lohnt sich, die Halbinsel einmal zu umrunden!

Fast noch ein Geheimtipp ist der Svödufoss, ein Wasserfall mit Basaltsäulen in einer schönen Landschaft mit Aussicht. Ein Fußweg führt über eine Schafweide und einen kleinen Fluss zum oberen Rand des Wasserfalls. Nicht weit davon thront die kleine Kirche Ingjaldsholskirkja postkartengleich auf einem Hügel – wie so viele Kirchen in Island. In dem kleinen Dorf Hellissandur stoßen wir überraschend auf bunte Streetart – mehrere Murals schmücken dort eine alte Fischfabrik. Von hier sieht man schon den großen vergletscherten Vulkan Snaefellsjökull, in dem laut Jules Vernes Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ der Eingang zu ebendiesem sein soll.

Snaefellsnes-Svidufoss-Island

Snaefellsnes Streetart Hellissandur Wal

An der Südküste zwischen Londrangar, Hellnar und Arnarstapi ragen vulkanische Felsformationen ins Meer hinaus – der Küstenwanderweg zwischen Arnarstapi und Hellnar ist wunderschön! Auch die hübsche Búðakirkja ist einen Besuch wert. Die kleine schwarze Kirche steht ganz allein auf einem mit Gras bewachsenen Lavafeld, mit Blick aufs Meer und schneebedeckten Bergen im Hintergrund, und wie bestellt grast vor ihr ein einziges schwarzes Schaf. Ich finde, das ist ein sehr passendes Island-Bild zum Abschluss meiner Reise.

Budirskirkja schwarze Kirche Island

Am nächsten Tag verlassen wir die Halbinsel und fahren ins nah gelegene Reykjavik, wo wir den letzten Tag unserer Reise vor dem Heimflug verbringen. Alternativ könnt ihr auch schon weiter auf die Reykjanes-Halbinsel Richtung Flughafen fahren, dort etwas unternehmen, z.B. die Blaue Lagune besuchen und in Keflavik übernachten – bei einem frühen Flug vor allem. Ich kann eine Reise auf Islands Ring Road jedenfalls nur empfehlen! Noch in Island wusste ich, dass ich bald zurückkehren möchte, und kann es kaum erwarten…

Kirkjufell Island Snaefellsnes

In Kürze findet ihr noch mehr Artikel über Island hier im Blog!

Wart ihr schon mal in Island, wollte eure Erfahrungen teilen oder habt Tipps? Dann freue ich mich über einen Kommentar!

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