Bremen: Schöne Orte, Sehenswürdigkeiten und Tipps für einen Tag in der Hansestadt

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Vergangene Woche habe ich mit meinem Freund einen Roadtrip nach Norddeutschland gemacht – zurück zu seinen Wurzeln und den Orten seiner Kindheit. Das war wirklich schön (und ich kann eine solche Reise ‚back to the roots‘ gemeinsam mit guten Freunden oder einem Partner nur empfehlen). Einer dieser Orte, die ich im Zuge dieser Reise endlich einmal geschafft habe zu besuchen, ist Bremen!

Kaum zu glauben, dass ich noch nie in der Hansestadt war, weshalb ich mir die Gelegenheit auch nicht entgehen lassen wollte, die Stadt gemeinsam mit Einheimischen zu durchstreifen. Welches die schönsten Orte sind, die ihr nicht verpassen solltet und meine Tipps für einen gelungenen Tag in Bremen habe ich hier für euch zusammengefasst.

„Das Viertel“ – Entdeckungen in Bremens buntem Szeneviertel

Wir beginnen den Tag in Bremens buntem Szeneviertel, das auch einfach so genannt wird: „Viertel“. Gemeint ist das Quartier östlich der Altstadt entlang des Ostertorsteinwegs, grob zwischen dem Theater am Goetheplatz und der Straßenbahnhaltestelle Sielwall. Das „Viertel“ ist alternativ und studentisch geprägt, voller individueller kleiner Geschäfte, Cafés, Bars und Streetart und lohnt einen Besuch – zum Bummeln, Einkehren oder einfach zum Erkunden einer anderen Seite der Hansestadt abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten.

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Im Szene-Coffeeshop „Coffee Corner“, der mittendrin an der Seilwall-Kreuzung liegt, könnt ihr bei einem Frühstück in den Tag starten, alternativ bei einem Flat White und einer Zimtschnecke im cool eingerichteten Coffeeshop „Harbour Coffee“, oder im „Engel WeinCafé“, einem gemütlichen Café in dem Räumen einer alten Apotheke.

Beim Bummeln durchs Viertel kommen wir bei individuellen kleinen Läden vorbei wie „Anziehungspunkt Vintage“, „Kauf dich glücklich“ oder „Von machen und tun“, in dem es schöne Sachen zum Verschenken oder Selbstbehalten gibt. Wer mag, schaut noch beim Plattenladen Black Plastic vorbei, bei Holtorfs Heimathaven (ein alter Kolonialwarenladen mit Feinkost und Geschenken) oder im Klamottenladen „Jäger & Sammler“.

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Werft bei eurem Besuch im Viertel aber auch ruhig einen Blick in die Seitenstraßen! Hier stoßen wir auf bunte Streetart und idyllische Straßenzüge mit wunderschönen alten Häusern (ich glaube, man nennt sie auch „Bremer Häuser“), in die wir jedenfalls gerne sofort eingezogen wären. Zur Stärkung landen wir anschließend bei Quesadillas im „Rosali California Style Burritos“ und auf einen Drink im „Wohnzimmer“, einer Bar voller bunt zusammengewürfelter, gemütlicher Vintage-Sofas und Retro-Deko. Dann heißt es aber auch schon auf in die Innenstadt, denn dort gibt es noch so viel zu sehen!

Die Kaffeemühle am Wall

Hättet ihr mitten in der Stadt diese hübsche alte Windmühle erwartet? Also ich nicht, weshalb ich mich auch umso mehr über diese Entdeckung gefreut habe. Die historische Mühle ist die letzte mehrerer früherer Mühlen an den Bremer Wallanlagen, ein schöner Park auf einem Teil der alten Stadtbefestigung. Der heutige Name „Kaffeemühle“ ist Programm, denn innen befindet sich ein Café mit Biergarten, wo ihr u.a. guten Kaffee und Kuchen bekommt. Eine Oase mitten in der City und ein schöner Ort für eine kleine Pause bei der Stadterkundung!

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Rund um den Marktplatz: Stadtmusikanten und UNESCO Weltkulturerbe

Das Herz von Bremen ist der von imposanten historischen Gebäuden gesäumte Marktplatz, unsere nächste Anlaufstelle. Hier bewundern wir das berühmte Bremer Rathaus im Stil der Gotik, das immerhin schon seit 600 Jahren steht und nie zerstört wurde, und das auch als einziges Rathaus weltweit zum UNESCO Weltkulturerbe zählt.

Bremen Sehenswuerdigkeiten Marktplatz Rathaus Dom

Vor dem Rathaus steht die steinerne Ritterstatue des „Roland“, seit 1404 Wächter für die Freiheit und Rechte der Stadt. Er blickt direkt auf den Bremer Dom und zählt ebenfalls zum Weltkulturerbe. Und bevor ihr jetzt vor lauter Staunen vergesst euch umzudrehen: Auf der anderen Seite des Rathauses steht eine Reihe hübscher, im Renaissance-Stil gebauter Kaufmannshäuser und gegenüber des Rathauses das „Schütting“, ein prächtig verziertes Haus der Bremer Kaufleute aus dem 16. Jahrhundert.

Doch wo sind eigentlich die Bremer Stadtmusikanten? Ihr findet die Bronzestatue der Tiere aus dem berühmten Märchen der Gebrüder Grimm an der Seite des Rathauses (beim Ratskeller) – meist unschwer zu erkennen an der Menschentraube davor. Nach ein paar Minuten habe ich allerdings Glück und die Esel-Hund-Katze-Hahn-Pyramide für mich allein – zumindest für einen kurzen Moment.

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Dem Ratskeller haben wir übrigens auch einen kurzen Besuch abgestattet, denn innen isst und trinkt man unter historischen Steingewölben auf urigen Eichenholzmöbeln neben riesigen, verzierten Prunkfässern. Besonders interessant fand ich ja die Tische in den kleinen, holzvertäfelten Separées, die mich zuerst an alte Beichtstühle erinnert haben (bestimmt wurden hier früher sehr geheime Gespräche geführt), in denen es sich aber bestimmt sehr gemütlich und ein wenig romantisch speisen lässt.

Die Böttcherstraße

Vom Marktplatz kommend führt unser Weg weiter in diese etwa 100 Meter lange, schmale Gasse, in die ihr bei einem Besuch in Bremen unbedingt einen Blick werfen solltet. Historische Backsteingebäude im Stil des Expressionismus aus den 1920er und 1930er Jahren reihen sich hier eng aneinander, ursprünglich besteht die Straße aber schon seit dem Mittelalter. Die Fassaden der spitzgiebeligen Klinkergebäude sind mit Kunst verziert wie dem riesigen goldenen Relief „Der Lichtbringer“ von Bernhard Hoetger oder mit Art Déco-Elementen wie das Haus Atlantis. In der Straße selbst finden sich Geschäfte wie Kunsthandwerks-Läden, das Museum der Malerin Paula Modersohn-Becker und das „Haus des Glockenspiels“ mit seinem Glockenspiel aus Meißner Porzellan und rotierenden Seefahrer-Holztafeln.

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In den Gassen des Schnoor

Besonders gut gefallen hat es mir im Altstadt-Viertel „Schnoor“. Die mittelalterlichen gepflasterten Gassen sind gesäumt von alten Häusern, in denen kleine Kunsthandwerksläden, schnuckelige Teestübchen und Restaurants zu finden sind. Manche der alten Häuschen kommen schon ganz windschief daher, manche mit hübschem Fachwerk, manche sind bunt und manche haben kleine versteckte Gärten und Hinterhöfe. Obwohl das Schnoor-Viertel eine der Touristenattraktionen Bremens ist, finde ich die Anzahl der Menschen an diesem Samstagabend im Sommer noch erträglich und genieße den Bummel durch die verwinkelten Gassen, von denen manche so schmal sind, dass kaum zwei Menschen aneinander vorbeikommen.

Das Viertel ist auch eine gute Anlaufstelle zum Essen und Trinken, z.B. im „Teestübchen im Schnoor“, im Restaurant „Katzen-Café“ (hat übrigens nichts mit einem Cat Café zu tun!) oder im urig-rustikalen Gasthaus „Beck’s in’n Snoor“, das gutbürgerliche norddeutsche Küche serviert.

Schnoor Bremen

Bremen-Staedteguide-Schnoor.

Bremen-Schnoor-Teestuebchen

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Weser-Ufer und Schlachte

Nachdem ich selbst ja seit Kurzem wieder in einer Stadt ohne Wasser lebe (Stuttgart), finde ich einen Bummel entlang der Weserpromenade ja besonders schön. Und noch viel schöner wird es zum Sonnenuntergang! Entlang der Promenade liegen mehrere neuere und ältere Schiffe vor Anker. Manche sind Hotels und Restaurants wie die „Alexander von Humboldt“, das Segelschiff aus der Becks-Werbung (das in der Werbung irgendwie beeindruckender aussieht, aber in echt auch ziemlich groß ist), oder das Pannekoekschiff, auf dem Piraten Pfannkuchen in allen Varianten servieren (mit Kindern glaub ich ganz nett). Fast hatte ich ja erwartet, eine alte Hansekogge zu sehen, doch irgendwie war gerade keine in Sicht.

Dafür lassen wir den Abend in einer der zahlreichen Bars und Biergärten entlang der Promenade ausklingen, denn abends ist die Schlachte ein beliebter Treff- und Feierpunkt. Und so sitzen wir schließlich mit einem kühlen Sundowner in der Hand und dem Blick aufs Wasser im rot-goldenen Licht der untergehenden Sonne am Ufer – kitschiger und schöner kann ein langer Tag in Bremen ja kaum enden, oder?

Bremen-Tipps-Schlachte

Stadttouren durch Bremen

Du möchtest Bremen im Rahmen einer geführten Tour entdecken? Dann habe ich hier ein paar Vorschläge für dich:

Reiseführer für deinen Städtetrip:

           

Du warst auch schon mal in Bremen und hast Tipps? Dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

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Hinweis: Meine Reise nach Bremen war selbst organisiert und bezahlt, jegliche Werbung für Bremen ist völlig freiwillig.

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