Der Blaubeurer Felsenstieg: Rundwanderung um Blaubeuren mit Abstecher am Blautopf

Nur eine halbe Stunde westlich von Ulm liegt Blaubeuren. Die kleine Stadt mit ihren Fachwerkhäusern ist berühmt für ihre türkisblaue Karstquelle „Blautopf“, das Benediktinerkloster und das Urgeschichtliche Museum, in dem Funde aus den Höhlen der Region ausgestellt sind, u.a. die ältesten Musikinstrumente der Menschheit. Daher ist Blaubeuren auch ein beliebtes Ausflugsziel der Schwäbischen Alb. Wer gerne aktiver unterwegs ist und der Besuchercrowd etwas entfliehen will, sollte einen Besuch in Blaubeuren mit einer schönen Rundwanderung verbinden: dem Blaubeurer Felsenstieg.

Der Felsenstieg ist nur einer von mehreren „Eiszeitpfaden“, Wanderwege, die auf den Spuren der eiszeitlichen Jäger und Sammler den Alb-Donau-Kreis erkunden. Blaubeuren liegt in einem Talkessel und ist von dicht bewaldeten Anhöhen umgeben.

Auf dem Felsenstieg umrunden wir in insgesamt 10,4 km das Tal und stoßen unterwegs hoch oben im Wald immer wieder auf markante Felsformationen und schöne Aussichtspunkte.

Der Name „Felsenstieg“ ist bei dieser Wanderung Programm. Los geht’s am Bahnhof (bzw. irgendwo im Ort). Zunächst führt der Weg relativ unspektakulär aus dem Ort hinaus, bevor uns ein Wanderpfad steil hinauf in den Wald zum Felsenlabyrinth und zum ersten Ziel der Tour bringt: die Felsformation „Küssende Sau“, die aus dem Wald herausragt und mit viel Fantasie so aussieht wie zwei einander zugeneigte, ‚küssende‘ Felsen.

Wer mag, macht noch einen Abstecher zur benachbarten Brillenhöhle, in der zahlreiche Artefakte aus der Steinzeit gefunden wurden, die aber mittlerweile verschlossen und nur noch im Rahmen von Führungen zu besichtigen ist.

Wandern-Blaubeurer-Felsenstieg-Eiszeitpfade

Danach wandert man erst noch ein Stück weiter auf der Anhöhe entlang im Wald, bevor es auch schon wieder steil hinunter ins Tal geht, denn natürlich führt der Felsenstieg auch am berühmten Blautopf vorbei!

Der Blautopf ist eine Quelle, bei der versickertes Wasser aus dem Karstgestein der Schwäbischen Alb und aus dem dahinterliegenden, weit verzweigten Höhlensystem wieder an die Oberfläche tritt. Das Schöne am Blautopf ist, dass die Quelle in einem irren Tiefblau-Türkis leuchtet – es sieht in echt wirklich so aus wie auf den Fotos!

Blaubeuren-Blautopf-Ausflugstipps-Schwaebische-Alb

Zahlreiche Märchen und Mythen ranken sich um den Blautopf, u.a. die Geschichte des Dichters Eduard Mörike „von der schönen Lau“, einer Wassernixe, die in den Tiefen des Blautopfs leben soll. Gezeigt hat sie mir jedenfalls noch nie!

Die Quelle umrunden wir einmal auf dem kleinen Rundweg, und bekommen dort immer wieder unterschiedliche Perspektiven auf den kleinen See, die historische Hammerschmiede dahinter und das Kloster, dessen Turm sich hübsch im Blautopf spiegelt.

Blaubeuren-Sehenswuerdigkeiten-Kloster

Blaubeuren-Quelle-Blautopf

Blautopf Blaubeuren Ausflugsziel

Anschließend wird es noch einmal anstrengend: Der Blaufelsenstieg führt im Wald wieder hinauf auf die Anhöhe oberhalb des Blautopfs, wo mit dem Glasfelsen und dem Blaufelsen weitere Felsformationen warten.

Nach einem kurzen Aufstieg erreichen wir hoch oben über dem Tal den Aussichtspunkt am Blaufelsen, der im Nachhinein mein Lieblingsort der Tour ist. Von hier haben wir einen großartigen Blick von oben auf Blaubeuren mit seinen bunten Fachwerkhäuschen und das gesamte Tal.

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Was für ein Blick! Und ein schönes Rastplätzchen noch dazu.

Blaubeurer-Felsenstieg-wandern-Aussicht

Auf der gegenüberliegenden Seite des Tals erspähen wir schon das Rusenschloss, eine Burgruine, das die letzte Attraktion des Blaufelsenstiegs ist. Bis dahin wandert man weiter im Wald und auf der Albhochfläche entlang um den Talkessel herum (der Vorteil: Man kommt so schon von oben und erspart sich Höhenmeter auf dem Weg zum Rusenschloss), bis die schön gelegene Burgruine erreicht ist, die auf einem Felsvorsprung 150 m über dem Blautal liegt und von der man einen schönen Ausblick hat. (Leider wird sie gerade restauriert und ist teilweise gesperrt, weshalb ich euch hier keine Fotos zeigen kann).

Es folgen ein letzter Abstieg ins Tal und das letzte Wegstück zurück in den Ort, wo ihr euch eine Einkehr und die Spätzle redlich verdient habt!

Mein Fazit: Der Blaufelsenstieg ist aufgrund der Höhenmeter und des Auf- und Abs durchaus anspruchsvoll, aber eine interessante und aktivere Alternative zu einem ‚reinen‘ Besuch des Blautopfs und Blaubeurens. Zudem bekommt ihr von verschiedenen Aussichtspunkten immer wieder neue Perspektiven auf Blaubeuren. Ein weiterer Vorteil ist, dass ihr den Startpunkt der Wanderung gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen könnt (Zug bis Bhf Blaubeuren), und dass durch die Nähe zur Stadt eine Auswahl an Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten gegeben ist.

Blaubeurer Felsenstieg – Infos:

  • Wo? Blaubeuren
  • Länge: 10,4 km Rundweg
  • Schwierigkeit: mittel
  • Höhenmeter: 464m (aufwärts), 464m (abwärts)
  • Parken: Am Bahnhof Blaubeuren oder irgendwo im Ort, oder Anreise mit ÖPNV bis zum Bahnhof Blaubeuren
  • Mehr Infos zur Tour findet ihr hier. Für unterwegs empfehle ich euch die App „Outdooractive“.
  • Weitere Vorschläge für tolle Tagestouren auf der Schwäbischen Alb findet ihr hier!

Routenvarianten: Wer abkürzen möchte, kann den ersten Teil der Wanderung zur Felsformation „Küssende Sau“ und zur Brillenhöhle weglassen und erst etwas später mit dem Aufstieg zum Blaufelsen beginnen. Alternativ könnte man auch nur den Teil Blautopf – Blaufelsen gehen und/oder vom Ort hinauf zur Ruine Rusenschloss wandern.

Einkehr & Übernachten

Wir haben im Hotel Restaurant Ochsen in Blaubeuren übernachtet, ein traditioneller, schwäbischer Gasthof mit leckerem schwäbischen Essen. Der Ochsen liegt praktischerweise direkt im Ortszentrum und hat sogar kostenlose Parkplätze für Hotelgäste. Von hier seid ihr in fünf Minuten zu Fuß beim Kloster und Blautopf und könnt auch die Wanderung gut starten bzw. mit einer leckeren Einkehr beenden.

Habt ihr auch Tipps für Wanderungen auf der Schwäbischen Alb oder Fragen dazu? Dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar!

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