Dolce Vita am Gardasee: Urlaubstipps für Riva, Limone und Malcesine

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Meine Mission an einem verlängerten Wochenende Ende Mai: Dem Freund, der noch nie in Italien war, aber italienisches Essen liebt, Italien zeigen.<3

Bis zum Gardasee sind wir gekommen, und hatten ein paar wunderschöne Tage! Denn falls ihr euch auch nach Dolce Vita in Italien sehnt, aber nicht so weit reisen wollt, ist der Gardasee ein perfektes Ziel.

Der größte See Italiens liegt ganz im Norden, zwischen den Ausläufern der Alpen und der Tiefebene – da, wo ihr aus Südtirol von der Brennerautobahn herunterkommt. Während die flache Landschaft im Süden dem Gardasee eine große Weite verleiht, mag ich persönlich den alpineren Norden des Gardasees. Bis zu 2.000 Meter hohe Berge rahmen hier den See ein, Ortschaften und Straßen kleben regelrecht an den steilen Ufern oder sind sogar in den Fels hineingebaut.

Im Hinterland locken urige Bergdörfer, Terrassen mit Weinreben und kleine Bergseen. Windsurfer, Wanderer, Mountainbiker, Kletterer und Motorradfans kommen im Norden besonders auf ihre Kosten. Doch trotz der rauen, steil aufragenden Berge spürst du den mediterranen Einfluss und die italienische Lebensart an jeder Ecke, von den Palmen und Zypressen an der Promenade bis zum täglichen Gelato oder Spritz in einem der zahlreichen Cafés in der Sonne, schmeckst es in den Weinen und dem tollen Essen.

Meine persönlichen Erfahrungen und Urlaubs-Tipps für ein verlängertes Wochenende am nördlichen Teil des Gardasees zwischen Riva, Malcesine und Limone habe ich euch hier zusammengefasst!

Riva del Garda: Dolce Vita im Zentrum des nördlichen Sees

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Für unsere Reise an den Gardasee haben wir uns Riva als Übernachtungsbasis ausgesucht. Die Stadt liegt in hübscher Lage am Nordufer und hat, da sie etwas größer als die anderen Orte ist, auch eine größere Auswahl an Restaurants, Cafés und Shoppingmöglichkeiten. Zudem ist Riva ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in alle Richtungen. Auch wer gerne durch die Gassen schlendern und shoppen will, findet in Riva neben den sonst so typischen Touristenläden auch zahlreiche kleine Boutiquen. Obgleich auch Riva hauptsächlich vom Tourismus geprägt ist, gefiel mir, dass es sich hier irgendwie etwas authentischer anfühlte als in Limone oder Malcesine.

Am besten schlendert man in Riva durch die Gassen der Altstadt und an der Uferpromenade bzw. am Strand entlang. Den besten Blick auf die Stadt habt ihr vom Torre Apponale, einem alten Uhrturm auf der Piazza 3 Novembre am Hafen. Der Ausblick entschädigt definitiv für die 160 Stufen hinauf auf den Turm (Eintritt: 2,- Euro). Danach genehmigt ihr euch in einem der Straßencafés einen Spritz oder ein Gelato, z.B. in der Gelateria Flora.

Sehr gut italienisch gegessen haben wir im Ristorante Leon d’Oro und in dem Bistrot La Caneva in der Altstadt. Empfehlenswert sind auch die etwas rustikalere Pizzeria Bella Napoli, die hippe Weinbar Panem und das Restaurant Al Volt, letzteres, wenn man etwas gehobeneres sucht. Zum Mittagessen oder für einen Snack zum Mitnehmen empfehle ich La Piadineria, wo ihr die leckeren gefüllten Fladenbrote („Piadine“) bekommt, die ich aus Bologna kenne. Die angeblich beste Cocktailbar ist die Rivabar, die u.a. Gin aus Eigenproduktion verwendet („Gin Luz“).

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Tipps für die Gegend um Riva:

  • Sentiero del Ponale: Der beliebte Rad- und Fußweg ist eine alte Straßenverbindung aus dem 19. Jhd., die  am Ortsausgang beginnt und direkt am steilen Westufer des Sees entlangführt, hinauf ins Ledrotal. Spektakuläre Ausblicke auf den See sind garantiert! Für eine Rast bietet sich das Café Ponalealto an. Leihfahrräder gibt es in Riva!
  • Monte Brione/Forte Garda: Zwischen Riva und Nago-Torbole ragt ein seltsam geformter Felsenberg empor – ursprünglich ein Nunatak des Gletschers, der das Tal mit dem See einst formte. In der Gegend um Riva finden sich zahlreiche Bunker und Verteidigungsanlagen aus dem Ersten Weltkrieg. Forte Garda ist ein verlassener Bunker auf dem Monte Brione, der besichtigt und in ca. 15 Min. Fußweg erreicht werden kann. Der Weg beginnt beim Forte San Nicolo an dem kleinen Yachthafen. Wer mag, wandert noch weiter hinauf bis zur Batteria di Mezzo.
  • Arco: Das hübsche kleine Städtchen nördlich von Riva ist ein prima Ausflugsziel, nicht zuletzt wegen der eindrucksvollen mittelalterlichen Burg, die hoch oben über der Stadt auf einem steilen Fels thront und von der man einen tollen Blick ins Tal nach Riva und zum See hat.

Die Gardesana und der Ciclopedonale

Eine abenteuerliche, spektakulär in den Fels gehauene Straße führt am westlichen Ufer des Gardasees entlang, durch Tunnel und Galerien und gibt immer wieder großartige Ausblicke auf den See frei. Bei einer Fahrt auf der Gardesana Occidentale zwischen Riva, Limone und Gargnano ist also bereits der Weg das Ziel, könnte man sagen (erinnert ihr euch, wie James Bond in „Ein Quantum Trost“ hier den Aston Martin schrottete?).

Doch nicht nur die Autostraße ist eine ganz spezielle Traumroute, sondern auch der Rad- und Fußweg Ciclopedonale, der zum Teil direkt an den Klippen verläuft. Etwa drei Kilometer außerhalb von Limone gibt es ein ganz neues, etwa zwei Kilometer langes Teilstück, das sogar teilweise außen an den Felsen entlang über dem See schwebt – ein ziemlich cooler Anblick. Allerdings gibt es zum Beginn dieses Stegs keine Parkplätze an der schmalen Felsküste, so dass man zun Fuß vom Zentrum von Limone hinlaufen muss (ca. 3,8km one way am Seeufer entlang, z.T. neben der Straße), oder eben mit dem Rad fahren.

Limone, Stadt der Zitronen am Westufer

Das hübsche Städtchen Limone mit seinen kleinen Gassen und der Seepromenade ist definitiv einen Ausflug wert. Einst waren die Ufer rings um Limone von Gärten mit Zitrusfrüchten geprägt (sog. „Limonaias“), weshalb sich Limone auch als Stadt der Zitronen vermarktet – galt sie doch als nördlichste Stadt der Welt, in der Zitronen angebaut wurden. Dass der Name Limone eigentlich von „Limes“ kommt, (= Grenze der Republik Venedig), interessiert heute eher weniger. Stattdessen finden sich hier überall Zitronen, z.B. an den Straßenschildern oder den vielen Zitronenprodukten in den kleinen Touristenläden.

Mir war es schon Ende Mai fast zu viel Touristengewusel (wie es dann erst wohl im Sommer sein muss?), doch ich habe drei schöne Orte in Limone gefunden, die mir sehr gefallen haben und die ich hier mit euch teilen mag:

  • Rein zufällig landeten wir an dem kleinen Platz vor der kleinen Kirche Chiesa di San Rocco, der wie eine kleine Ruheoase in der Stadt auf uns wirkte. Von hier hat man auch einen schönen Blick auf Limone.
  • Fast ein Geheimtipp ist die Limonaia del Castel, ein alter Zitronengarten aus dem 18. Jahrhundert am Hang oberhalb der Altstadt mit einem kleinen Museum. Hier kann man den Massen wunderbar entfliehen, monströse Zitronat-Zitronen begutachten und hat zudem noch einen tollen Blick auf die Stadt.
  • Kein typisches Touristenrestaurant ist das L’Andrunel, ein Lokal mitten in der Altstadt mit wirklich schönem Ambiente und einem efeubewachsenen Balkon sowie einer kleinen, feinen Speisekarte.

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Malcesine: Wahnsinnsblick von der Skaligerburg

Unser Ausflugstag nach Malcesine, vom Limone gesehen am gegenüberliegenden Ufer des Gardasees, hat mir vielleicht am besten gefallen. Nicht nur, weil wir am frühen Morgen die Seilbahn auf den Monte Baldo nahmen (s.u.) und es der erste Tag mit schönem Wetter und klarer Sicht war, sondern weil Malcesine mit seinen alten Gassen, Straßencafés und Restaurants einfach Charme hat.

Die beste Entscheidung war definitiv, die Skaligerburg zu besuchen, die ganz entzückend auf einem Fels oberhalb des Ortes thront. Denn alleine für den Wahnsinns-Ausblick in alle Richtungen, der sich uns von den Burgmauern und vom großen Turm bot, haben sich die 6,- Eintritt dicke gelohnt! Ich konnte mich gar nicht sattsehen und hatte ein richtiges Urlaubs-Glücksgefühl (wenn ihr wisst, was ich meine). Mein Tipp: Bei der kleinen Gelateria vor der Burg erst mal ein Päuschen einlegen und ein sensationelles Gelato schlecken.

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Monte Baldo: Gardasee aus der Vogelperspektive

Den vielleicht schönsten Blick auf den Gardasee hatten wir von hoch oben, genauer gesagt vom über 1.700 Meter hohen Monte Baldo, der über Malcesine thront. Eine Seilbahn führt praktischerweise von Malcesine hinauf. Die zweite Gondel ab der Mittelstation dreht sich sogar langsam im Kreis, so dass man das See-Panorama schon während der Auffahrt genießen kann. Wer mag, kann natürlich auch hinaufwandern, da ich allerdings mit einem verletzten Fuß kämpfte, war ich sehr froh um die Seilbahn-Option.

Da wir morgens schon ganz früh aufbrechen, ersparen wir uns stundenlanges Anstehen und sind bereits um 9 Uhr auf dem Berg! Hier ist es frühmorgens zwar noch echt frisch (unter 10 Grad), doch wir haben den ersten klaren Tag mit schönem Wetter erwischt und sind total geflasht von der Aussicht und Landschaft hier oben, die wir den ganzen Vormittag über in uns aufsaugen. Was für ein toller Kontrast zum See unten!

Von der Gondelstation führen Wanderwege zu verschiedenen Aussichtspunkten und wer mag, kann von hier aus auch zu längeren Wanderungen starten. Eine Hütte und ein Café laden zur Einkehr ein (leider waren die Alpakas bei uns noch nicht in ihrem Gehege, als wir Ende Mai da waren).

Als wir im Nachmittag wieder unten ankommen und in die trubeligen Gassen Malcesines eintauchen, kommt es mir so vor, als kämen wir aus einer ganz anderen Welt.

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Monte Baldo – meine Tipps: Die Seilbahn auf den Monte Baldo ist extrem beliebt, weshalb es insbesondere in den Sommermonaten und an Wochenenden/zu Ferienzeiten zu langen Wartezeiten von mehreren Stunden kommt. Ich empfehle euch, schon früh da zu sein und vor 9:30 die Bahn zu nehmen, denn danach wird es voll. Als wir um die Mittagszeit wieder unten ankamen, gingen die Schlangen schon durchs ganze Gebäude und von dort wieder hinaus! (Die Bahn fährt auch nur alle 30 Minuten). Allein fürs Ticket musste man dann schon über 1 Stunde anstehen – dabei kann man Tickets auch vorab online kaufen (was irgendwie niemand zu machen scheint?). Wir waren jedenfalls froh, dass wir schon so früh morgens entspannt auf dem Berg waren! Nehmt euch auf jeden Fall warme Kleidung mit (und eine winddichte Jacke), denn dort oben ist es ganz schön frisch.

Lago di Tenno und das mittelalterliche Bergdorf Canale

Eine tolle Abwechslung zum See an sich ist ein Ausflug ins Hinterland von Riva, in die Berge. Während unseres Aufenthalts Ende Mai wurde das Wetter mit jedem Tag besser, so dass wir am letzten Tag beschlossen, der sommerlichen Hitze zu entfliehen und uns auf den Weg zum Lago di Tenno zu machen. Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis: Die Straßen schrauben sich vorbei an Terrassen mit Wein und Olivenbäumen und durch idyllische Bergdörfer, immer wieder haben wir wunderschöne Ausblicke ins Tal und Richtung Gardasee.

Nach etwa 25 Minuten erreichen wir den Lago di Tenno, ein zwischen Wald und Bergen eingebetteter, idyllischer Bergsee, in dem man baden und paddeln kann. Auch einen Rundweg gibt es um den ganzen See. Und ja, er leuchtet wirklich so irre türkisgrün wie auf den Fotos!

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Anschließend besuchten wir das mittelalterliche Bergdorf Borgo Medievale di Canale, das ganz in der Nähe des Lago di Tenno liegt und das man vom See auch über einen Fußweg erreichen kann. In dem winzigen Dorf Canale scheint die Zeit stillzustehen: Noch ganz mittelalterlich und einsam kommt es daher, mit engen, schattigen Gassen voller aus Stein gemauerter Häuser, Torbögen, versteckten Innenhöfen und gußeisernen Laternen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war es verlassen, heute sorgen ein Künstlerhaus und eine kleine urige Wirtschaft namens Locanda del Borgo für etwas Leben. Auf der kleinen Piazza sitzen wir bei Espresso und Aperol Spritz für 3,50 Euro und einem Nachmittagssnack, sehen die Radler und Wanderer ankommen und genießen ansonsten die Ruhe. Bei der Rückfahrt hinunter ins Tal über den Ort Tenno mit seiner Burg aus dem 12. Jahrhundert haben wir nochmal einen tollen Ausblick nach dem anderen.

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Gardasee – praktische Reisetipps

Hinkommen/Anreise: Wir sind mit dem Auto über den Brenner angereist. Dabei empfiehlt es sich, in Österreich rauszufahren und vollzutanken, denn da ist das Benzin deutlich billiger als in Deutschland und Italien (am Brenner kostete es teilweise fast 2,- Euro pro Liter). Für Österreich benötigt ihr eine Vignette und für den Brenner müsst ihr eine separate Maut bezahlen – am besten alles vorher online kaufen, denn dann könnt ihr einfach durchfahren. In Italien zahlt ihr die Maut dann nach Ticket direkt an der Mautstation. Da die Straßen und die alten Dörfer sehr eng sind, empfiehlt sich übrigens ein möglichst kleines Auto. Alternativ könnt ihr auch mit dem Zug anreisen und bis zum Bahnhof Rovereto fahren, von dort gibt es eine Busverbindung nach Riva. Auch von Verona gibt es eine Busverbindung zum Gardasee – falls ihr mit dem Zug oder etwa mit dem Flugzeug anreist. Zwischen den Orten am See gibt es ebenfalls Bus- und Bootsverbindungen.

Übernachten: Rund um den See gibt es jede Menge Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Apartments. Am besten überlegt ihr euch, an welchem Ort ihr übernachten wollt und sucht dann dort. Wir haben uns ein Apartment über AirBnB gemietet, das zentral in der Innenstadt von Riva lag, aber einen kostenlosen Parkplatz dabei hatte (was nicht unbedingt selbstverständlich ist). Über AirBnB kannst du auch kurzfristig noch eine Unterkunft finden, und oftmals ist es günstiger als ein Hotel. (Mein Tipp: Wenn du dich über diesen Link* anmeldest und buchst, erhältst du 25 Euro Rabatt auf deine erste Buchung und ich eine kleine Provision, die meinen Blog unterstützt.)

Nützliche Reiseführer:

Reise Know-How Reiseführer Gardasee mit Verona und Brescia – Mit vielen Wandertipps

DuMont direkt Reiseführer Gardasee: Mit großem Faltplan

Warst du schon mal am Gardasee und hast weitere Tipps? Dann freu ich mich über einen Kommentar von dir!

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