Insel-Guide Aruba: mehr als Strandurlaub

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„Aruba? Wo ist das überhaupt? Und was macht man da?“, wurde ich ständig gefragt, wenn ich von meinen Reiseplänen erzählte. Aruba klingt exotisch und viele haben irgendwie schon mal davon gehört, doch hierzulande ist die kleine Insel als Urlaubsziel eher weniger bekannt, die Nachbarinsel Curaçao dafür schon eher. Dabei soll es auf Aruba angeblich die schönsten Strände der Karibik geben.

„One Happy Island“ ist jedenfalls das Motto von Aruba, und ich finde, das klingt vielversprechend!

Ich selbst war davor noch nie in der Karibik und dachte bei Aruba bisher immer an Strandurlaub und Honeymoon und amerikanische Kreuzfahrttouristen, und an den Strand mit den rosa Flamingos, den man von Instagram kennt. Für mich als Nicht-Strandurlauberin eigentlich kein offensichtliches Reiseziel. Doch Aruba hat zum Glück noch mehr zu bieten als Strandurlaub im fetten Hotelresort! Ich habe die Karibik-Insel aus meiner Perspektive erkundet und gebe euch in diesem Insel-Guide meine persönlichen Tipps.

Ich zeige euch, was ihr in einer Woche Aruba noch so alles machen könnt – außer am Strand liegen.

Wie (und wo) ist Aruba?

Die kleine Insel Aruba liegt ganz im Süden der Karibik, vor der Küste Südamerikas bzw. Venezuelas. Aruba gehört neben Curaçao und Bonaire zu den so genannten ABC-Inseln der niederländischen Antillen. Aruba zählt zwar als autonomes Staatsgebiet zum Königreich der Niederlande, hat aber eine eigene Regierung.

Aruba ist etwas mehr als 30 Kilometer lang und hat nur 140.000 Einwohner – die stammen dafür aus unglaublichen 90 Nationen. Die Insel gilt als Steuerparadies und lebt hauptsächlich vom Tourismus. Die meisten Touristen sind US-Amerikaner, darunter auch viele Kreuzfahrttouristen. Das erklärt vermutlich die vielen amerikanischen Einflüsse: amerikanische Hotelketten, Malls, Fast-Food-Ketten, neben den arubanischen Gulden (Florins) ist der US-Dollar gängige Währung und am Flughafen gibt es sogar eine US Immigration! (Wenn man von Aruba in die USA fliegt, spart man sich dadurch die Schlangen bei der Einreise in die USA – eigentlich sehr praktisch.)

Obwohl Aruba eine Karibikinsel ist, ist es dort nicht so, wie man sich vielleicht die Karibik vorstellt. (Ich dachte bei Karibik bisher immer an Kuba, Jamaika oder die Bahamas.) Aruba ist nicht etwa Dschungel-grün, sondern trockener, wüstenartiger. Dabei bleibt Aruba aber praktischerweise auch von Hurrikans verschont und hat stabileres, fast immer sonniges Wetter. Für mich hat sich Aruba jedenfalls auch nicht ‚holländisch’ angefühlt, wie immer behauptet wird, sondern eher wie eine Mischung aus USA und Südamerika (interessant: auf Aruba könnt ihr z.B. peruanisch und kolumbianisch essen). Die Mischung aus all diesen Einflüssen mit dem Karibischen ergibt dann wiederum etwas neues, eigenes – das Arubanische, schätze ich.

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An der südlichen Küste Arubas findet ihr die schönen weißen Strände, für die Aruba berühmt ist. Hier sind auch die großen Strandhotels und die touristische Infrastruktur mit Shops, Malls, Touristen-Restaurants und Bars beheimatet. Vor der Südküste gibt es ein vorgelagertes Riff, ein paar Riffinseln und gute Spots zum schnorcheln, tauchen, segeln und anderen Wassersport.

Ganz anders dagegen die Nordküste: Sie ist rau und wild und zerklüftet, hier gibt es fast nur unbefestigte Straßen und viel Natur. Für mich die größte Überraschung und eigentlich genau das Gegenteil, was man von einer karibischen Insel erwartet. Doch dazu unten mehr! Ich zeige euch jetzt, was ihr in einer Woche Aruba-Urlaub so alles tun und entdecken könnt.

Ab aufs Brett: Kajak und SUP

Wenn ihr auch zu den Menschen gehört, denen am Strand liegen einfach zu langweilig und zu heiß ist, schwingt euch aufs Brett! In Aruba könnt ihr prima diversen Wassersport ausprobieren – von kajaken bis SUP zu Kite- und Wind-Surfing. Ich meine, schaut euch dieses Wasser an! Also ich wollte sofort darauf herumpaddeln!

Bei Vela Aruba am Palm Beach könnt ihr umkompliziert SUP-Boards und Kajaks ausleihen und auch Kurse buchen. Die SUP Yoga und SUP Pilates-Kurse in dem flachen, geschützten Wasser in Strandnähe sahen auch interessant aus – das muss ich glaube ich auch irgendwann ausprobieren…

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Streetart und Murals in San Nicolas

Ich liebe Streetart und halte auf Reisen immer danach Ausschau. Eins meiner persönlichen Aruba-Highlights war daher der Streifzug durch San Nicolas, die zweitgrößte Stadt in Aruba. Die frühere Arbeiterstadt kommt insgesamt schon ziemlich karibisch bunt daher, noch bunter machen sie die viele farbenfrohe Streetart und zahlreichen Murals!

Die Wandgemälde entstanden im Rahmen des Aruba Art Fair und stammen hauptsächlich von internationalen, aber auch arubanischen Künstlern. Schlendert durch die Straßen und schaut euch um! Meine Favoriten sind das Infinity House of Cards von Chemis (ein Künstler aus Kasachstan) und die riesige 3D-Echse aus recyceltem Müll des portugiesischen Künstlers Bordalo II. Außerdem findet ihr im hübschen Zentrum von San Nicolas einige nette Cafés in herausgeputzten alten Häusern (aber auch verlassene Gebäude!). Schaut auch bei Cosecha vorbei, einem Design Store mit Kunstworkshops, aber auch Produkten von lokalen Künstlern und Designern.

Tipp: Auf der Website des Aruba Art Fair findet ihr eine Murals Map.

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https://www.blackdotswhitespots.com/bdws/wp-content/uploads/2018/06/Streetart-San-Nicolas-Aruba-Trash-Animals

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Segeln mit Schnorcheln am Riff

In Aruba solltet ihr euch nicht nur in, sondern auch auf das blau-türkis schimmernde Wasser begeben. Eine gute Idee ist ein Segeltörn mit Schnorchel-Stopps, bei der ihr nicht nur einen schönen Tag auf dem Wasser habt, sondern auch eine andere Perspektive auf die Insel gewinnen könnt.

Mit der roten Segelyacht von Tranquilo Aruba fuhren wir hinaus aus dem kleinen Hafen und zunächst an der Privatinsel des Renaissance Resorts mit ihrem Strand-Club vorbei (richtig, das ist die mit den Flamingos. Warum ich die Flamingos übrigens nicht besucht habe, lest ihr ganz unten!).

Danach schipperten wir weiter an den vorgelagerten kleinen Riff-Inseln entlang, die ziemlich ursprünglich und verlassen daherkommen, da sie ein Naturschutzgebiet sind. Spannend fand ich die scheinbar verfallenen Hütten auf ihnen, die von Locals wohl zum Campen und feiern benutzt werden (s.u.), und das verlassene Schiffswrack, das wir unterwegs passierten – allerdings passierten wir auch die qualmende Mülldeponie und eine verlassene Ölraffinerie. Ganz ‚andere‘ Seiten der Insel jedenfalls!

Bei einer seichteren Stelle mit irrem, knalltürkisem Wasser namens „Mike’s Reef“ ankern wir und gehen von einem nahegelegenen Steg das erste Mal schnorcheln. Ich sehe Korallen und mehrere bunte Fischschwärme. Schön, aber insgesamt finde ich die Stelle nicht so spektakulär. Spektakulärer ist der anschließende „Drift Snorkel“ etwas weiter draußen auf dem offenen Meer, wo wir mit einem kleinen Schlauchboot hingebracht werden und uns einfach mit der Strömung übers Korallenriff mittreiben lassen, meterhohe Korallen einige Meter unter uns.

Obwohl uns die Crew vorher etwas Angst davor gemacht hat (wegen des Wellengangs und dass es nur etwas für geübte Schwimmer sei), muss ich sagen, dass es wirklich total easy war, und ich habe ja bekannterweise Schiss vorm Ozean. Also ruhig machen! Auf dem Rückweg wird das Segel gehisst und bei lässiger Musik kommt richtig Karibik-Feeling auf.

Mehr Infos zu den Segel-Touren auf der Website von Tranquilo Aruba.

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Aruba schnorcheln tauchen

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Geheimtipp für Abenteurer: Camping auf den Reef Islands

Von Einheimischen weiß ich, dass man auf den unbewohnten Reef Islands vor der Südküste campen kann. Auf den Inseln stehen auch immer wieder halbverfallen aussehende Hütten, die wohl illegal in dem Naturschutzgebiet von Locals bebaut und genutzt werden, aber geduldet werden. Ich fand das total spannend und habe mir im Vorbeisegeln mehr als einmal gedacht: Wie toll wäre es, auf einer dieser wilden Inseln zu übernachten? Mit Lagerfeuer am Strand und so? Hierfür benötigt ihr allerdings Kontakte vor Ort und jemanden, der euch mit dem Boot übersetzen kann. (Falls das jemand schon mal gemacht hat: Schreibt mir!).

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Die wilde Nordküste von Aruba

Mein Lieblingsort in Aruba waren nicht etwa die weißen Strände mit dem türkis schimmernden Wasser der Südküste, sondern die wüstenartige, staubige, windige und vom Ozean umtoste Nordküste mit ihren steilen Klippen und der sprühenden Gischt. Was für ein Kontrast!

Während ich gerade ganz vorne an der Klippe herumstand, tauchte unter mir auf einmal eine kleine Meeresschildkröte auf und schwamm fröhlich in der stürmischen See herum, trotzte einfach so Klippen und Sturm, als würde ihr das alles gar nichts ausmachen. Wie schön!

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Die Nordküste könnt ihr mit einem Mietwagen erkunden. Eine etwas abenteuerliche, unbefestigte Dirt Road führt vom Leuchtturm los und direkt an der wilden Nordküste entlang. Dazwischen erwarten euch karge wüstenartige Natur, Felsformationen, Steilküste, kleine Buchten, ab und zu verlassen wirkende Hütten. Landmarks sind die Alto Vista Chapel, eine hübsche kleine Kapelle auf einem Hügel, eine kleine Natural Bridge (die bekannte ist leider mittlerweile eingestürzt) und die Ruinen einer alten Goldmine (Bushiribana Ruins).

Die Ausblicke auf die Küste und die Brandung sowie die raue Landschaft sind der Hammer!

Man schafft die Strecke mit einem normalen Auto – zumindest bis zu Alto Vista-Kapelle. Südlich davon wurde es holpriger und wir mussten einmal sogar ein kurzes Stück durch Sand fahren, mit durchdrehenden Reifen (trotz eines Dacia Dusters und theoretisch Allrad), aber mit etwas Erfahrung geht auch das. Wir haben jedenfalls auch ganz normale Autos die ganze Strecke fahren sehen. Für diesen Roadtrip solltest du einen halben Tag einplanen.

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Ausflug in den Arikok Nationalpark

Ebenfalls an der nördlichen Küste Arubas, nur etwas weiter südlich, liegt der Arikok Nationalpark. In dieser Wildnis findet ihr genau das, was ihr vermutlich von einer Karibikinsel wie Aruba nicht erwartet hättet: eine karge, steppenähnliche Landschaft, raue Steilküste, Buchten mit kleinen Stränden, meterhohe Haine aus Kakteen, wandernde Sanddünen, Kalksteinhöhlen mit indianischen Felszeichnungen und natürliche Felspools.

Es ist heiß und staubig, Wüstenfeeling stellt sich ein und das ist irgendwie faszinierend und unerwartet.

Plant dafür unbedingt einen halben oder ganzen Tag ein!

Das Highlight ist ein Bad im Natural Pool, einem natürlichen Felsbecken vor der rauen Küste. Hier könnt ihr euch abkühlen, während hinter euch die Wellen gegen die Felsen krachen und die Gischt meterweit hinaufspritzt. Auch der Küstenabschnitt rings um den Natural Pool ist toll! Da der Pool zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten auf Aruba zählt, solltet ihr besser die Mittagsstunden meiden und früh oder später am Tag kommen, um den Massen zu entgehen.

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Beeindruckend fand ich auch die Kalksteinhöhlen mit den alten indianischen Zeichnungen. Hinter der Fontein Cave findet ihr eine natürliche Quelle und – das fand ich ja spannend – ein verlassenes Plantagenhaus. (Ob es allerdings noch da ist, wenn ihr kommt, kann ich nicht garantieren, denn das Gelände ist verkauft).

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In den Quadirikiri Caves fielen Sonnenstrahlen fast senkrecht durch Löcher in der Decke in die Höhle. Wunderschön! Es war, als hätten wir einen heiligen Ort voller Geheimnisse betreten. Für einen Moment blieben alle stehen und schauten nur, keiner sagte ein Wort. Geht unbedingt bis zum Ende durch, da öffnet sich eine weitere, lichtdurchflutete Höhle. ich hatte sie ganz für mich allein.

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Tipps für den Arikok Nationalpark: Den Nationalpark kannst du auf eigene Faust mit dem Mietwagen besuchen oder mit einer geführten Tour mit dem Jeep, Quad oder Buggy (ATVs und UTVs). Denn für die Straße zum Natural Pool braucht ihr zwingend ein Allrad-Fahrzeug und etwas Offroad-Erfahrung, denn die war ziemlich übel und wir wurden in unserem Jeep auf dem letzten Stück ordentlich durchgeschüttelt. Ich würde euch daher eine geführte Tour empfehlen. Wenn ihr keine Lust auf Gruppen und einen Konvoi mit 10-20 UTVs habt, schaut euch nach privaten Touren und Rentals um! Ich habe eine private Jeeptour mit ABC Tours in einer kleinen Gruppe gemacht.

Geheimtipp: der New Natural Pool

Alle stürmen zum Natural Pool im Arikok Nationalpark, doch es gibt noch einen weiteren zugänglichen Felspool an der Küste, der nicht im Nationalpark liegt und für den du kein Allradfahrzeug brauchst. Von den Einheimischen wird er einfach „New Natural Pool“ genannt.

Um dorthin zu gelangen, musst du neben dem Parkplatz der Bushiribana Ruins eine Leiter an der Küste finden und hinuntersteigen und dabei stürmischem Wind und Wellenbrechern trotzen, die die Felsen nass und schlüpfrig machen. Dann ein bisschen auf den Steinen entlangkraxeln und dann öffnet sich im Schutz der überhängenden Felsküste ein türkisfarbener, natürlicher Pool! (Sicher, man könnte auch einfach an einen der Strände Aruba zum Baden gehen, aber das hier finde ich viel spannender!)

Obwohl er kein absoluter Geheimtipp mehr ist (vor allem die Locals kennen ihn, aber mittlerweile halten auch Touren hier an), kannst du den Pool mit etwas Glück trotzdem für dich haben, wie du auf meinen Fotos siehst. Zumindest für diesen einen, wunderschönen Moment.

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„Lost Places“ auf Aruba, und die verlassene Goldmühle

Wenn ihr wie ich auf verlassene Orte steht, werdet ihr Aruba mögen: Hier stehen jede Menge verlassene Gebäude in der Gegend herum und verfallen langsam vor sich hin. Ob ein altes Plantagenhaus wie beim Arikok Nationalpark, ein verlassenes Schiffswrack (s. Segeltörn oben), verfallende Häuser im Zentrum von St. Nicolas oder die Hütten auf den Riff-Inseln und an der Nordküste: Ihr werdet auf jeden Fall darauf stoßen. Leider ist der alte Wasserpark mittlerweile abgerissen worden! Allerdings sind nicht alle Gebäude verlassen, wie sie vielleicht wirken: Vor allem Hütten an der Küste werden oft von Einheimischen genutzt. Generell solltet ihr beim Erkunden vorsichtig sein, denn es handelt sich  trotz allem meist um Private Property, daher: eigenes Risiko.

Völlig legal zu besichtigen sind die Überreste einer alten Goldmill. Im 19. Jahrhundert kam es auf Aruba zu einem Goldrausch. Die Ruinen der alten Goldmühle an der Nordküste (Bushiribana Ruins) erinnern noch an diesen Teil der Inselgeschichte. Was die wenigsten wissen: Es gibt aber noch eine weitere verlassene Goldmühle, ein regelrechter „Lost Place“, von dem noch deutlich mehr erhalten ist als von den Bushiribana Ruins: die Belashi Goldmill. Ihr findet sie im Inselinneren, in der Nähe des Frenchman’s Pass, am oberen Ende der Spanish Lagoon. Von dort oben habt ihr auch einen schönen Blick!

Aruba-Goldmuehle

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Aruba Aloe

Auf der trockenen und heißen Insel hat der Anbau von Aloe-Pflanzen Tradition. Das 1890 gegründete Aruba Aloe gilt als ältestes Aloe-Unternehmen der Welt und baut noch heute auf einer kleinen Farm Aloe an und verarbeitet die frische Aloe zu einer großen Palette an Kosmetikprodukten.

Falls ihr auf der Insel unterwegs seid, lohnt der Aloe-Shop mit dem kleinen Museum einen kurzen Zwischenstopp. Außerdem sind die Aloe-Produkte perfekte Aruba-Mitbringsel! Die Produkte sind vegan und ohne Tierversuche hergestellt, es handelt sich aber nicht um Naturkosmetik. Die Sonnencreme finde ich gut (die kann man ja praktischerweise gleich anwenden), die After Sun Lotion hat bei mir leider nicht funktioniert.

Aruba Aloe Factory Tour

Auf Foraging Tour in den Mangroven mit Frank „Taki“ Kelly

Auf Reisen mag ich Touren mit Einheimischen, und eine Tour der eher ungewöhnlicheren Sorte ist die „Foraging Tour“ mit Frank Kelly, auch Frankie genannt. Die Touren finden an unterschiedlichen Orten auf der Insel statt, auch, was genau passiert, entscheidet Frank oft spontan. Wir treffen uns mit ihm an einem kleinen hübschen Sandstrand mitten in den Mangroven von Mangel Halto.

Schon von seinen Großeltern hat Frank viel über die essbaren Ressourcen der Insel gelernt und experimentiert viel mit Rezepten, z.B. für Kaktus Tempura. Er verwendet dafür aber nicht nur lokale Zutaten: Für uns brät er z.B. holländischen Spargel am Strand, dafür mit arubanischem Knoblauch und Meersalz, das er an der Nordküste gesammelt hat. Super lecker!

Gemeinsam gehen wir dann noch in den Mangroven auf Sammeltour und waten ein Stück ins Wasser, wo Frank für uns essbare Algen und Seegras aufstöbert. Wir probieren direkt an Ort und Stelle, später landet das Seegras aber auch in einem weiteren Gericht seiner kleinen Pop-Up Strandküche. Ich fand’s cool und hätte gerne noch mehr gesammelt!

Ihr findet Frank bei Facebook unter Taki Aruba.

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Oranjestad: Bummel zwischen bunten Häuschen

Die kleine Hauptstadt von Aruba hat nur knapp 30.000 Einwohner und lohnt einen kleinen Stadtbummel. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen das historische Zentrum mit seinen pastellig-bunten Häusern mit ihren hohen verzierten Giebeln im karibisch-holländischen Stil, das Archäologische Museum und das alte Fort. Am Hafen entlang zieht sich ein rosa-mintfarbenes Einkaufszentrum. Vom Hafen aus fährt auch eine hübsche Straßenbahn eine Runde durchs Stadtzentrum. Das „Streetcar” sieht zwar historisch aus, ist aber mit Wasserstoff betrieben! Die Bahn ist kostenlos und fährt alle 15 Minuten – ihr könnt einfach einsteigen und eine Runde mitfahren.

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Oranjestad-Museum-Aruba

Insidertipp: Trotz der Parkautomaten darf man auf Aruba kostenlos parken (das wissen nur die Touristen nicht). Ein entsprechendes Gesetz ist nämlich noch nicht verabschiedet. Ausnahme: die gelb markierten Parkplätze, die sind privat vermietet.

Ein Schluck aus einer frischen Kokosnuss

Solltet ihr abseits der touristischen Gegenden Arubas unterwegs sein, haltet Ausschau nach Schildern mit “Awa de Coco”. An kleinen Straßenständen und in privaten Hofeinfahrten verkaufen Einheimische immer wieder Kokosnüsse. Dann heißt es schnell anhalten! Denn was könnte es bei der Hitze Arubas erfrischenderes geben als einen kühlen Schluck aus einer frischen jungen Kokosnuss?

Aruba-frische-Kokosnuss-Geheimtipp

Sonnenuntergang und Dinner beim Leuchtturm

Am nordwestlichen Ende Arubas thront von Weitem sichtbar auf einer Anhöhe das hübsche weiße California Lighthouse. Von hier habt ihr einen schönen Rundumblick! Tagsüber ist der Leuchtturm auch geöffnet, so dass ihr hinauf steigen könnt, um einen noch besseren Blick zu haben (es gibt auch geführte Touren.) Das ehemalige Nebengebäude der Leuchtturmwärter ist heute das italienische Restaurant La Trattoria El Faro Blanco, wo ihr nach Sonnenuntergang lecker einkehren könnt.

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Die berühmten Flamingos von Aruba (und warum ich sie nicht besucht habe)

Aruba ist berühmt für seine Flamingos, die auf einer Privatinsel vor der Küste leben, die zum Luxushotel Renaissance gehört. Sie sind auf vielen Aruba-Bildern zu sehen und gefühlt ist halb Instagram voll von schönen Bildern, auf denen Besucher am weißen Sandstrand mit den Flamingos posieren, die ganz nah herankommen. Doch lohnt sich ein Besuch?

Ich liebe Flamingos und wollte eigentlich gerne hin, doch dann gab es in der Woche, in der ich da war, keine Tagespässe mehr. Im Nachhinein bin ich froh, denn zu den Flamingos sollte man Folgendes wissen: Flamingos sind auf Aruba nicht heimisch. Es handelt sich auch nur um sechs Flamingos, die auf Renaissance Island leben. Ihnen wurden die Flügel gestutzt, damit sie nicht wegfliegen. Wer nicht Gast im Renaissance Hotel ist, muss sich einen Tagespass für die Fahrt auf die Privatinsel besorgen, der sehr teuer ist. Wenn das Hotel ausgebucht ist, bekommt man u.U. keine Pässe mehr.

Ob es sich also lohnt, die Flamingos zu besuchen, muss jeder selbst entscheiden. Die Privatinsel ist allerdings wirklich hübsch und man kann dort sicherlich einen schönen, entspannten Tag verbringen. (Wir sind mit dem Segelboot dran vorbeigesegelt und haben vom Boot auch die Flamingos gesehen). Doch wie ihr hier in meinem Guide seht, gibt es auf Aruba noch mehr schöne Strände und viele andere Dinge zu erleben!

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Übernachten: Hoteltipps für Aruba

Swiss Paradise Villas & Suites

Es müssen nicht immer die großen teuren Strandresorts an der Küste sein: Auf Aruba gibt es auch viele schöne Apartments aus privater Hand wie die Swiss Paradise Villas des Schweizers Jürg, der seit Jahren auf der Insel lebt, die Unterkunft selbst aufgebaut hat und auch viele Tipps für die Insel parat hat. Die einzelnen Apartments sind neu, sehr sauber und luxuriös ausgestattet. Wir hatten die Villa mit dem privaten Pool und Hängematten, Weber-Grill, großzügigem Wohnzimmer mit offener Küche und Außenbereich, die ich euch auch sehr empfehlen kann!

Einziger Nachteil ist vielleicht die Lage im Landesinneren in einem ruhigen Wohngebiet, denn ihr benötigt einen Mietwagen, um von dort überall hinzukommen. Dann ist aber alles echt schnell erreichbar – Nord- wie Südküste, Strände, Supermarkt etc. Praktisch ist, dass Jürg zwei seiner Autos günstig an Gäste vermietet, d.h. ihr müsst nicht erst zur Mietwagenstation, sondern könnt direkt an Ort und Stelle einsteigen und losfahren.

Hier geht es zur Website der Swiss Paradise Villas.

Swiss Paradise Aruba Hotel Apartment

Boardwalk Small Hotel

Kleines Boutique-Hotel in Laufweite zum Palm Beach, das ganz karibisch bunt und einladend daherkommt. Man wohnt in kleinen Bungalows (Casitas) mit BBQ-Grill, Hängematte und kleiner Küche und teilt sich einen gemeinsamen Pool. Rechtzeitig reservieren, da ganz oft ausgebucht!

Mehr Infos: Website des Boardwalk Small Hotel

Essen und Trinken auf Aruba: Tipps für Restaurants & Cafés

Craft – ein Hipster-Traum
Das vermutlich beste Frühstück der ganzen Woche in Aruba hatte ich hier: griechischer Yoghurt, Müsli, Waffeln mit verschiedenen Toppings, Kaffeespezialitäten, aber auch frische Säfte, Smoothies und Bowls,

Garden Fresh – Bowls, Smoothies und mehr
Ein weiterer gesunder Frühstücks- und Lunch-Spot mit Wraps, Waffeln, Bowls, Müslis, Smoothies, und Säften.

Pura Vita Kitchen – gesundes Lunch
Das kleine Café/Restaurant im Gebäude eines Fitnessstudios eignet sich gut für ein leckeres, gesundes Mittagessen, wenn ihr mit dem Mietwagen unterwegs und zufällig in der Nähe seid. Hier gibt es gesunde Bowls, Wraps, Salate, Burger, Pasta, Smoothies, Shots, aber auch Kaffee und Frühstück.

Zeerovers – local fish auf Stelzen
An einem Schalter bestellt man den fangfrischen Fisch und Beilagen, dann wird alles zubereitet (d.h. gebraten und frittiert), und dann sitzt man in dem offenen Restaurant auf Stelzen am Wasser, und schaut beim Essen auf Fischerboote, Fischerhütten und Möwen. Ich fand Zeerovers toll, weil es sich so einheimisch, authentisch und unkompliziert angefühlt hat – einfach mal kein reines Touristenrestaurant.

Zeerovers-Fisch-Restaurant-Aruba

Aruba-Seafood-Zeerovers

Papillon – französisch-karibisch
Französisches Restaurant mit karibischen Einflüssen und romantischer Atmosphäre. Der Name spielt auf den berühmten Häftling Papillon an, dem es u.a. gelang, von der Teufelsinsel zu fliehen. Deshalb erinnert die Einrichtung innen ein bisschen an alte karibische Gefängnisse.

Pinchos – romantisch auf dem Wasser
Zum Essen sitzt man auf einem Pier über dem Wasser, was für eine schöne Stimmung sorgt. (Allerdings irritierte mich das leichte Schwanken). Ansonsten leckeres Essen mit Fokus auf Fisch und Fleisch, und leckere Nachtische.

Aruba-Restaurant-Tipps-Pinchos

Screaming Eagle – fine dining im Bett
Gehobenes Restaurant mit sehr guter internationaler Küche. Neben normalen Tischen gibt es innen auch mit Vorhängen abgetrennte Betten, in denen man essen kann! Allerdings ist das Restaurant nicht am Strand bzw. Wasser.

The West Deck – Strandbar-Feeling
Hier sitzt man lässig auf einem Holzdeck am Strand mit bunter Strandbar-Deko. Auf der Karte stehen auch viele Appetizer wie Kokos-Garnelen oder das arubanische Nationalgericht Kesha Yena, was sehr praktisch ist, wenn ihr euch einfach mal durchprobieren wollt. Der Burger war allerdings auch echt lecker!

El Faro Blanco – italienisch mit Ausblick
Italienische Trattoria beim Leuchtturm. Von der Terrasse habt ihr einen schönen Blick auf die Küste! Guter Sonnenuntergangs-Spot (s. oben).

Passions on the Beach – mit den Füßen im Sand
Abendessen mit den Füßen im Sand am breiten, weißen Eagle Beach, an mit weißen Tischdecken gedeckten Tischen, vor dir der Sonnenuntergang. Kitsch pur! Auf der Karte stehen westlich geprägte Küche mit Fisch und Fleisch vom Grill sowie Cocktails.

Aruba-Restaurant-Tipps-Passions-on-the-beach

Praktische Reisetipps für Aruba

Anreise und Weiterreise

  • Hinkommen: Nach Aruba kommt ihr von mehreren deutschen Flughäfen, z.B. mit KLM über Amsterdam, und von dort direkt in ca. 11 Stunden bis zum International Airport von Aruba. Vergleicht Preise und Flugdaten über Flugsuchmaschinen!
  • Einreise & Visum: Für Aruba benötigt ihr als Deutsche kein Visum, aber einen Reisepass, der mindestens für die Dauer der Reise gültig ist. Damit könnt ihr 30 Tage bleiben.
  • Weiterreise: Falls du dich auch fragst, womit du deine Reise nach Aruba kombinieren könntest, damit sich der lange Flug lohnt: Du kannst Aruba z.B. mit einer (oder beiden) anderen ABC-Inseln kombinieren, also Curaçao oder Bonaire. Die Airline Insel Air fliegt zwischen den Inseln hin und her. Der KLM-Flug nach Aruba stoppte auch auf Bonaire, d.h. das könnte sich für einen Stopover anbieten. Nach Aruba kommt man auch gut von den USA, insbesondere von New York und noch besser von Florida. Warum also nicht eine Woche Aruba mit einer Florida-Rundreise kombinieren?

Aruba-Anreise-Hinkommen

Transport vor Ort

Am besten erkundet ihr Aruba mit dem Mietwagen. Die Insel ist klein und Autofahren einfach (vorher am besten eine Offline-Map von Google herunterladen). Mietwagen bekommt ihr schon für unter 50,- Euro am Tag!

Außerdem fahren zwischen Oranjestad und den großen Stränden mit den Hotels (Palm Beach, Eagle Beach) regelmäßig öffentliche Busse und es gibt mehrere Stationen mit öffentlichen Leihfahrrädern. (Für längere Fahrrad-Strecken finde ich es persönlich dort aber viel zu heiß!).

Aruba-Strasse-ArikokStraße auf den Weg zum Arikok Nationalpark

Reisezeit & Klima

  • Aruba liegt ganz im Süden der Karibik, vor der Küste Venezuelas.
  • Somit liegt Aruba außerhalb der Hurrikan-Zone.
  • In Aruba ist es das ganze Jahr Sommer. Angeblich scheint in Aruba an 365 Tagen im Jahr die Sonne und die Durchschnittstemperatur ist 28 Grad, dazu weht ein erfrischender bis starker Wind. Die Niederschlagsmenge ist sehr gering (weshalb die Insel auch relativ trocken ist). Ich fand es jedenfalls recht angenehm, dass Aruba zwar ein gemäßigtes tropisches Klima hat, aber nicht sooooo tropisch-schwül ist und ein erfrischendes Wind weht.
  • Aruba könnt ihr ganzjährig bereisen. Die ideale Reisezeit ist meiner Meinung nach aber außerhalb der Hochsaison (Dezember bis April), wenn auch viele Kreuzfahrtschiffe kommen, und außerhalb der Sommermonate (Juli bis September), da es dann wohl extrem heiß wird. Zudem ist Aruba recht teuer, daher lohnt es sich, außerhalb der Saison zu kommen. Ich war Ende Mai dort, was gut war – aber auch schon sehr heiß.

Gut zu wissen

  • Impfungen: Standardimpfungen reichen, keine speziellen notwendig
  • Währung/Geld: arubanische Gulden (Florins, AFL), alternativ werden US-Dollar fast überall angenommen und Rechnungen meist in beiden Währungen ausgestellt. Zahlen mit Kreditkarten ist fast überall möglich (außer in kleinen einheimischen Lokalen).
  • Sprache: Amtssprachen sind niederländisch und Papiamento (eine kreolische Sprache mit vielen spanischen, niederländischen und portugiesischen Einflüssen). Außerdem sprechen die meisten fließend englisch und spanisch. Mit englisch kommt man wirklich ohne Probleme durch!

Tipps fürs Kofferpacken

  • Auf Aruba weht meist richtig starker Wind! Daher könnt ihr Sonnenhüte und Caps meist vergessen (leider). Wenn ihr längere Haare habt: Verabschiedet euch von eurer Frisur und nehmt genügend Haarspängchen, Haargummis und am besten Haarbänder/Tücher mit.
  • Da die Sonne richtig knallt, was man bei dem starken Wind manchmal gar nicht so merkt: Nutzt auf jeden Fall Sonnenschutz mit richtig hohem Lichtschutzfaktor und bringt Klamotten mit, die die Schultern und den Rücken bedecken! Für Wassersport eignet sich z.B. ein spezielles Surfshirt. Ich habe neben Sonnenbrand auch Hitzeausschlag bekommen und war daher heilfroh über Kortisonsalbe und After Sun-Lotion im Gepäck.
  • Auch Mückenspray (gegen tropische Mücken) sollte nicht in deinem Gepäck fehlen.
  • Nehmt geschlossene Schuhe für die steinige Nordküste und den Nationalpark mit (bequeme Sneakers reichen).
  • Ich benötigte in unserer Unterkunft einen US-Adapter. Da ich sowieso immer mit einem Weltadapter reise, war das aber kein Problem.
  • Abends und nachts kann es vor allem auch durch den Wind etwas frisch werden. Nehmt daher eine leichte Jacke oder einen Pulli mit!

Boca-Catalina-Aruba-Tipps

Würdest du gerne nach Aruba reisen? Was würde dich dort am meisten reizen? Du warst schon mal auf Aruba? Was sind deine Tipps?

Hinweis: Ich wurde von Aruba Tourismus zur Recherche nach Aruba eingeladen (unbezahlte Pressereise). Alle Ansichten sind meine eigenen.

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