Zeavola: Entspannen in einem nachhaltigem Resort auf Koh Phi Phi, Thailand

Eigentlich hatte ich keinen Plan, jemals wieder zurückzukehren.

2010 backpackte ich mit Yvonne das erste Mal durch Thailand und NATÜRLICH landeten wir auch auf Koh Phi Phi. Wir charteten uns ein Longtail-Boat und erkundeten damit die anderen Inseln mit ihren türkisblauen Lagunen, steil aufragenden, dschungelbewachsenen Karstfelsen, blendendweißen Stränden wie aus dem Tropen-Prospekt und – klaro – die Maya Bay mit dem Kult-Strand aus “The Beach*” (was ich übrigens immer noch für ein sehr lesenswertes Buch halte). Versteht mich nicht falsch – wir hatten ein paar schöne, unterhaltsame Tage dort, doch ich hatte das Gefühl, dass die Insel ihren Zenith überschritten hat.

Ihre Postkartenschönheit war ihr zum Verhängnis geworden. Die Insel ächzte schon damals unter dem Besucheranstrom – vor allem von partyfreudigen Backpackern und Scharen von Tagesausflüglern von Krabi oder Phuket. Es war laut, überfüllt, touristisch, das Ökosystem der kleinen Inseln und des Meeresnationalparks bedroht, Müll- und Abwasserprobleme sowie Wasserknappheit an der Tagesordnung. Ich dachte “Tschüss Koh Phi Phi, schön war’s, aber das war’s.”

Und dann bin ich spontan doch zurückgekehrt – bei meinem letzten Thailand-Trip im März, als ich für meinen Reiseführer* recherchiert habe – und zwar wegen eines Hotels.

Dabei habe ich zur Abwechslung die Ostküste von Koh Phi Phi entdeckt, die wirklich VIEL ruhiger und ursprünglicher ist als die Gegend um den Hauptort Tonsai (ich sag nur Pak Nam Beach!). Mich zog es jedoch noch weiter im Nordosten der Hauptinsel. Dort, am Laem Tong Strand, gibt es nur drei Hotels. Mein Ziel: eins davon, das Zeavola, ein Fünf-Sterne-Resort mit eigenem Tauchzentrum und nachhaltigem Konzept.

Hier habe ich vor meiner Inselhopping-Tour durch die südliche Andamanensee im (zugegeben sehr luxuriösen) Flashpacker-Style zwei Tage entspannt und mich (ungeplant) von einer Infektion erholt, die ich mir die Tage zuvor im Dschungelcamp im Khao Sok-Regenwald eingefangen hatte.

Nach meiner Ankunft am Haupt-Pier werde ich von einem Longtail-Boat abgeholt und in den Norden der Insel gebracht. Angekommen beim Zeavola führen mich Fußwege aus weißem Sand durch grünes Dschungelgebüsch und unter alten schattigen Bäumen hindurch, links und rechts erhasche ich durchs tropische Grün immer wieder einen Blick auf freistehende Häuser aus dunklem Holz mit halboffenen Wohnzimmern und Veranden.

Die ganze Anlage wirkt idyllisch, ein bisschen wie ein Dorf. Das liegt nicht nur an der Bauweise (lokale Naturmaterialien und viel dunkles Holz), sondern auch daran, dass das Zeavola ein Boutique-Resort ist, d.h. es gibt nur 53 Zimmer in Form von freistehenden Bungalows, die zwischen die alten Dschungelbäume hineingebaut wurden. Man ist am Strand, aber gleichzeitig auch im Grünen.

Und wie!

Ich residiere nämlich in einer Poolvilla – etwas weiter hinten am Hang, inmitten von Bäumen und grünem Dschungel, umgeben von Schmetterlingen und exotischen Vögeln. Und ich finde es großartig.

Zur Poolvilla gehören zwei übereinander am Hang gelegene Gebäude, so dass ich jeden Tag vor der Entscheidung stehe, ob ich im Poolhäuschen oder im Haupthaus schlafe, ob ich unten am Pool rumhänge oder oben in meinem offenen Wohnzimmer auf der überdachten Veranda (mit noch mehr Meerblick), ob ich das ‘normale’ Bad nutze oder lieber den Waschtisch im Freien und die Außendusche unter den Bäumen (die Außendusche gewinnt jedes Mal!).

Doch das beste ist der private (!) Infinity Pool, in den ich zu jeglicher Tages- und Nachtzeit mal kurz reinhüpfe. Aufwachen, aus dem Bett rausrollen, in den Pool reingleiten. So einfach ist das hier.

Vom Pool habe ich Blick aufs Meer und kann die verschiedenen Vögel in den umliegenden Dschungelbäumen hören und beobachten, die hier in der Anlage leben: spezielle Eisvögel, Drosseln, Nektarvögel, die im Gebüsch herumschwirren wie kleine Kolibris, ein Greifvogel, der über den Bäumen kreist. Alle paar Stunden entdecke ich neue, und da ich keine Ahnung von der Fauna habe, gibt es hier zum Glück spezielle Schilder und auf Wunsch Ferngläser und Bestimmungsmaterial. Wer will da noch vorne am Strand sein? Ich nicht.

Das Zeavola ist ein Luxushotel, in dem alle trotzdem den ganzen Tag barfuß laufen (sogar der Chef.) Das gefällt mir.

Statt schickimicki und gestelzt ist hier eher entspannt und gechillt angesagt. Man wirft sich eine Strandklamotte über und schlendert über die weißen Sandwege durchs Grüne vor zum ebenfalls weißen Strand, wo Liegen und gemütliche Beanbags und Sitzkissen warten – Schuhe nicht nötig. Auch das Wifi funktioniert am Strand (für mich, die von unterwegs arbeitet, ja immer ein Pluspunkt!), so dass ich mit meinem Laptop bewaffnet unterm Sonnenschirm in den Beanbags abhängen und mal wieder “Beach Office” machen kann.

Wer ein Hüngerchen verspürt, wechselt einfach rüber in eines der beiden Restaurants mit thailändischer und internationaler Küche – ebenfalls vorne am Strand. Leider kann ich aufgrund meiner Dschungel-Krankheit noch kaum was essen und schlürfe zum Sonnenuntergang statt eines frischen Cocktails einen Pfefferminztee (!) – bei 36 Grad wohlgemerkt. Schon am nächsten Tag stellen mir die Mitarbeiter ungefragt Tee hin – sowieso sind alle superfreundlich, kennen meinen Namen und wenn der Service mal nicht ganz so perfekt ist, finde ich das eher charmant.

Ich treffe mich mit dem Manager Florian Hallermann, ein waschechter Wiener, der jedoch seit gut 20 Jahren in Asien lebt und arbeitet. Von ihm möchte ich mehr über das nachhaltige Konzept des Resorts wissen – ein Thema, dass mich zunehmend interessiert, je mehr ich reise, und das Zeavola hat immerhin 2014 den Preis des “Best Sustainable Hotel Worldwide” gewonnen.

Ich lerne, dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz auf einer Insel wie Koh Phi Phi schon mit den absoluten Basics wie Müllentsorgung oder Wasserversorgung anfängt, für die an anderen Orten auf der Welt einfach schon eine Infrastruktur besteht. Hier musste man sich um alles selbst kümmern, und das Zeavola versucht, dies auf möglichst nachhaltige und umweltschonende Art und Weise zu tun: Abwasser wird wieder aufbereitet und weiterverwertet, Regen- und Brunnenwasser gespeichert und gereinigt, denn Ressourcen sind knapp auf den Inseln. Müll wird recycelt (was selbst organisiert und bezahlt werden muss), statt der in Thailand üblichen Plastikflaschen gibt es Wasser aus Mehrweg-Glasflaschen. Es werden Energiesparlampen und unweltfreundliche Reinigungsmittel verwendet.

Auch für das bunte Leben unter Wasser im Koh Phi Phi Marine National Park setzt sich das Zeavola ein, indem es eine Korallenaufzuchtstation und ein künstliches Riff unterstützt, neue Bojen bei Korallenriffen setzt und den Meeresboden reinigt (die resorteigene Tauchbasis wurde folglich mit dem “PADI Green Star Award” ausgezeichnet.) Im Seenomadendorf Baan Laem Tong am Ende der Bucht gibt das Zeavola regelmäßig Mittagessen für die Inselkinder aus.

Anschluss ans Stromnetz gibt es in diesem Teil der Insel mittlerweile auch, so dass auf energiefressende Generatoren verzichtet werden kann. Doch auch hier musste erst einmal darum gekämpft werden, dass die Stromleitungen unter dem Sand verlegt werden und nicht einmal quer durch die Landschaft wie sonst üblich. Da keine Straßen hierherführen, erfolgt die komplette Versorgung übers Wasser, weshalb auch jeden Tag Boote an den Strand knattern und Lebensmittel und andere Dinge mit dem Trekker über den Strand zum Hotel geschafft werden müssen. Auch das gehört zum Inselleben.

An Tag 3 ist mein luxuriöses Entspannen im Zeavola Resort leider schon wieder zu Ende, ich fühle wieder gesund und breche zur einer Inselhopping-Tour nach Süden auf.

Und diesmal nehme ich mir tatsächlich vor, eines Tages wieder nach Koh Phi Phi zurückzukehren.

Infos

Zeavola Resort

www.zeavola.com

Mehr Hotels mit nachhaltigem Konzept im Süden Thailands findet ihr bei Green Pearls.

Mein Tipp: Das Zeavola eignet sich nicht nur für Honeymooner, sondern auch für Flashpacker, die sich auf einer Inseltour in Thailands Süden mal für 2-3 Tage richtig was gönnen wollen, aber keine Lust auf ein riesiges Resort an einem großen Touristenort haben (und dann nehmt wenn möglich gleich die private Poolvilla!! Zur Nebensaison gibt’s die auch schon mal zu deutlich niedrigeren Priesen). Ein Zwischenstopp auf Koh Phi Phi lässt sich übrigens prima mit einer Inselhopping-Tour in der südlichen Andamanensee verbinden.

Hinkommen: Von Phuket oder Krabi fahren regelmäßig (d.h. mehrmals täglich) Fähren nach Koh Phi Phi, zur Hauptinsel Koh Phi Phi Don, Tonsai Pier. Dauer: ca. 1,5 h, Ticket ca. 400 Baht. Von dort zum Zeavola: Transfer im Longtail Boat (übers Hotel). Von Koh Phi Phi fahren auch Fähren weiter nach Koh Lanta, und von dort wiederum weiter zu anderen Inseln im Süden.

Vielen Dank an Green Pearls und das Zeavola Resort für die Einladung!

*Affiliate Link – beim Kauf erhalte ich eine kleine Provision, die dem Erhalt des Blogs zu Gute kommt.

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11 Comments

  • Thomas says:

    Hallo Susi,
    ich war 1994 zu Silvester das erste Mal auf Phi Phi und habe vor 2 Jahren nochmals einen Abstecher gemacht. Ich war einfach geschockt. Damals waren es einfach einige “Hütten” am Strand und der Pfad zum Viewpoint ging durch den Dschungel. Jetzt ist alles zugebaut und zum Viewpoint geht es die Treppen hinauf. 1994 war ich schon froh wenn die Tagesgäste wieder weg waren, aber jetzt hat sich das alles noch vielfach gesteigert.
    Schön dass du ein ganz besonderes Plätzchen dort gefunden hast.
    Lg Thomas

    • Susi says:

      Hallo Thomas, ich bin manchmal froh, dass ich die Inseln nicht aus den 90ern kenne – das muss echt ein Schock sein! Generell ist mir diese Entwicklung im Süden Thailands an vielen Orten aufgefallen (z.B. Koh Lipe), es wird alles immer touristischer, entwickelter, luxuriöser, teurer, die lokalen Anbieter verdrängt. Trotz allem ist die Landschaft dort halt einfach wunderschön… umso besser, wenn man dann noch ein schönes, wenig überlaufenes Fleckchen findet! Ich bin jedenfalls gespannt, wie es mit Koh Phi Phi weitergeht (auch ein Grund, weshalb ich irgendwann nochmal hin muss!)

  • Stefan says:

    Hallo Susi,

    sehr schöne Fotos! Vielen Dank für den Blick auf die andere Seite der Phi Phi Islands.

    Ach ja, Sehnsuchtsort Koh Phi Phi …

    Ich war inzwischen auch schon dreimal dort und frage mich jedes Mal, ob ich einen Besuch der Insel(n) noch mit gutem Gewissen empfehlen kann. Maya Bay etc. sind zur »Hauptverkehrszeit« unerträglich geworden. Gleiches gilt für den Partystrand. Aber es gibt in der Tat noch einige schöne Stellen. Und wer sich früh am Morgen ein Longtail-Boot chartert, kann die bezaubernde Atmosphäre noch für einige Momente genießen.

    Vielleicht sollte ich es auch mal am Laem Tong Beach probieren.

    Viele Grüße
    Stefan

    • Susi says:

      Hallo Stefan,
      ja, ich kann die Ostküste empfehlen! Ansonsten sehe ich das genau wie du und bin durchaus ambivalent eingestellt. Aber je weniger Hauptreisezeit, desto besser, und dann mit dem Longtail-Boot zu abgelegenen Stellen fahren, bevor/nachdem die Tagestouristen einfallen. Die Landschaft ist nach wie vor einfach wunderschön.

  • Hi,

    ich kannte Phi Phi natürlich von “The Beach” und als ich 2011 selbst dort war, war ich geschockt wie übervölkert die Insel mit Touristen ist. Natürlich hat Thailand viel zu bieten und ist landschaftlich toll. Ich war jedoch insgesamt von Thailand enttäuscht, da ich 2009 4 Wochen in Malaysia und auf Borneo war. Grundsätzlich waren dort viel weniger Touris, es war sauberer und viele Locals waren nicht so aufdringlich wie einige Thais.

    Viele Grüße
    Mathias – underwaygs.com

    • Susi says:

      Hallo Mathias,
      das ist ja interessant – mir fehlt da nämlich der Vergleich, weil ich noch nie auf Borneo war und in Malaysia auch nur ganz kurz. Ich mag einfach grundsätzlich die thailändische Kultur, das Essen usw….
      Aber ich gebe dir Recht, ich kann gut verstehen, warum viele enttäuscht sind – es ist an den meisten Orten einfach nicht mehr das Backpacker-Tropenaradies, was viele erwarten, das Land des Lächelns usw. Es kommt im Süden Thailands einfach sehr darauf an, was man sucht und wohin man geht. Die Experience kann demnach eine extrem unterschiedliche sein. Selbst auf einer so kleinen Insel wie Koh Phi Phi gibt es ja schon ganz unterschiedliche Ecken. Da sollte man sich im Vorfeld gut informieren. Ansonsten werde ich gerne mal Malaysia und Borneo abchecken und vergleichen! 🙂

  • Mo says:

    Hallo Susi,
    Oh das sieht wirklich traumhaft aus. Und dann auch noch nachhaltig, was will man mehr. Für einen kurzen Abstecher kann man es sich sicher einmal gönnen.
    Mal wieder ein sehr beneidenswertes Reiseziel 😉

    Liebe Grüße
    Mo

    • Susi says:

      Danke Mo! Ja, das ist etwas Besonderes, was man sich in der Regel nicht mal “eben so” gönnt, aber wenn man so etwas sucht, dann kann ich es empfehlen.

  • Du hast vielleicht ein Leben. 😉 Einfach nur beneidenswert, dass du auf Koh Phi Phi warst. Dahin möchte ich auch irgendwann mal. Doch zunächst müsste ich noch das nötige Kleingeld sparen.

    • Susi says:

      Danke Nellie! Klar, Thailand ist ein Fernreiseziel, aber dafür wirklich noch verhältnismäßig günstig, vor allem, wenn man individuell reist. Und auf Koh Phi Phi muss man ja auch nicht im 5-Sterne-Resort wohnen (auch wenn es mal ein schönes Erlebnis ist).

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