Wandern auf Neuseelands Nordinsel: Tongariro Alpine Crossing in Bildern

Heute vor genau einem Jahr habe ich meinen ersten Vulkan bestiegen. Und zwar nicht irgendeinen! Heute vor einem Jahr reiste ich ganz allein mit dem Rucksack durch Neuseeland und meine nerdigen Äuglein erblickten zum ersten Mal… Mount Doom! Und waren ganz entzückt, denn es war in der Tat ein sehr sonniger Tag in Mordor.

Die Rede ist vom Tongariro National Park auf der Nordinsel von Neuseeland, wo nicht nur der Mount Ngauruhoe (der Schicksalsberg aus “Herr der Ringe”) mit seiner perfekten Vulkanform aus einer wüstenartigen Ebene emporragt, sondern auch das Vulkanmassiv des Mount Tongariro. In dieser Nicht-von-dieser-Welt-Landschaft gibt es eine der spektakulärsten Tageswanderungen ever: Tongariro Alpine Crossing.

Spektakuläre Vulkanüberquerung mit Mordor-Blick: Tongariro Alpine Crossing

Dabei durchquert man ein Vulkanmassiv und mehrere Vegetations- und Klimazonen (kleines Detail: die Vulkane sind teilweise aktiv!), Lavafelder und Krater und hat anschließend geniale Ausblicke aus ca. 2.000m Höhe, Kraterseen und Herr-der-Ringe-Feeling inklusive (ja ich geb’s zu: ich habe dort heimlich ein bissel Herr-der-Ringe-Soundtrack gehört und nach Orks Ausschau gehalten).

Die ganze Story meines Vulkan-Alleingangs und warum Frodo wohl nicht so stolz auf mich wäre, könnt Ihr hier bei den Reisedepeschen nachlesen. An dieser Stelle nehme ich euch mit auf eine Fototour:

Los geht’s! Hier sieht eigentlich alles noch ganz easy aus…

Weiter unten wachsen auch noch ein paar Blümchen…eigentlich ganz nett, dieses Mordor.

Erstes Etappenziel nach 1 1/2h: Die letzte Toilette für 8h (nicht, dass es oben Büsche oder Bäume gäbe…)

Im Nachhinein muss ich sagen, wäre Frodo wohl nicht so stolz auf mich… (warum, lest ihr bei den Reisedepeschen!).

Weiter geht’s: der Aufstieg auf den Grat durch Lavafelder. On the slopes of Mount Doom!

Nachdem man sich an den Hängen des Schicksalsbergs entlanggequält hat, durchquert man den gelben Krater:

…bevor ein letzter, steiler Anstieg durch loses Geröll folgt. Dann…

…steht man endlich oben auf dem Grat! Um einen herum geniales Panorama und die Emerald Lakes:

…die allerdings ganz schön nach Schwefel stinken!

Nein, Badeseen sind das definitiv nicht. Daneben der Red Crater:

Weiter geht’s auf dem Grat entlang zum Gipfel des Mount Tongariro:

…die Wolke da ist übrigens eine Vulkanwolke… ohoh…

…noch ein Kratersee… und hinter dem Mount Doom sieht man nun auch den Mount Ruapehu:

…und dann endlich: Geschafft! GIPFEL!!!

Tongariro Alpine Crossing – Infos und Tipps

Hinkommen: Sowohl von Taupo als auch vom Örtchen “National Park” aus fahren früh morgens Shuttlebusse zum Parkplatz, der als Startpunkt des Trails dient (empfehlenswert, da die Anzahl der Parkplätze sehr begrenzt ist). Obwohl Taupo weiter entfernt ist (über eine Stunde Fahrt),  würde ich eher dort absteigen, da es im Gegensatz zu National Park ein richtiger Ort ist und es bei schlechtem Wetter viel mehr zu tun gibt.

Zeitpunkt und Wetter: Am Besten im neuseeländischen Sommer, doch auch da haben mir andere Traveller erzählt, wie sie tagelang bei strömendem Regen in National Park festsaßen. Daher ist es eine gute Idee, für den Fall, dass das Wetter zu schlecht sein sollte, einen Plan B oder Alternativtermin ein paar Tage später einzuplanen, wo ihr es nochmal versuchen könnt. Wer im deutschen Sommer kommt, muss bei der Wanderung mit winterlicher Kälte und Schnee rechnen und sich dementsprechend ausrüsten.

Gut zu wissen: Wegen vulkanischen Aktivitäten kann es sein, dass die komplette Überquerung von A nach B nicht möglich ist. Derzeit geht es, ich musste nach dem Aufstieg denselben Weg wieder absteigen. Einfach vorher auf der Website checken.

Schwierigkeit: ca. 8h Wanderzeit, 1.000 Höhenmeter, 19km. Ganz schön anstrengend, aber machbar (sag ich jetzt als untrainierte Großstadtbewohnerin!). Für den Umweg über den Mount Doom/Ngauruhoe ca. 3h extra einplanen (Rückfahrten der Shuttlebusse im Blick haben!). Es gibt auch einen mehrtägigen Trek mit Übernachtung in Hütten (mach ich beim nächsten Mal!).

Ausrüstung: Wanderschuhe oder Trekkingschuhe (man läuft teilweise auf rutschigem Geröll und Vulkanasche), ca. 1 1/2 L Wasser, Snacks, Musik, Kamera, Sonnenschutz, Regenschutz, warme Jacke/Fleece (auf 2.000m isses ordentlich kalt).

Kann ich das alleine machen? Ja! Ich hatte vorher ziemliche Bedenken, war aber kein Problem! Der Trail ist sehr beliebt und es sind immer andere Wanderer im Blickfeld, auch andere Alleinreisende. Ich hab es sogar richtig genossen, alleine zu gehen und mein eigenes Tempo zu finden. Einfach Musik mitnehmen und los!

Mehr Infos gibt’s hier auf der offiziellen Website. Einen weiteren Bericht über die Tongariro Alpine Crossing findet ihr im Bergzeit Magazin.

15 Comments

  • Christina says:

    oh, wie toll! Total der Fernwehauslöser, Deine Bilder! Danke für den Anstoß schöner Erinnerungen, liebe Susi. Und…..Happy Birthday 🙂 Sagt zumindest Facebook 😛 Herzliche Grüße aus dem Kessel den Berg nuff, Christina

    • Susi says:

      Vielen Dank Christina! Ich konnte bei dem Post auch nochmal so richtig in Erinnerungen schwelgen und hoffe, ich komme irgendwann (bald) nochmal nach Mordor, ähhh Neuseeland.

  • Stef says:

    Tolle Fotos. Ich konnte den Trek leider nicht machen als ich 2012 dort war: Begrenzte Zeit und schlechtes Wetter. Aber das nächste Mal werde ich es auf jeden Fall machen und da ich unbedingt nochmal längere Zeit in Neuseeland verbringen möchte, wird das wohl auch in den nächsten 1-2 Jahren passieren mit etwas Glück 🙂 Jetzt werd ich mir erstmal deine Story bei Reisedepeschen durchlesen 😉

    • Susi says:

      Yeah, das freut mich! 😉 Find ich gut, dass Du nochmal einen versuch unternimmst – es lohnt sich echt! Auch ohne Ring!

  • Jessi says:

    Bei den Bildern wundert es mich so gar nicht, dass dieser Ort zu Mordor wurde! Klingt auf jeden Fall unglaublich anstrengend, aber es scheint sich ja gelohnt zu haben.
    Vulkane haben was spannendes an sich. Ich würde gerne mal den Vesuv besuchen, weil ich die Geschichte um Pompeji so faszinierend finde.

    Liebe Grüße
    Jessi

    • Susi says:

      Danke Jessi, ja ich fand es tatsächlich mega anstrengend und konnte mich nach meiner Rückkehr zum Parkplatz im Bus noch genau 2 Minuten wach halten ;-). In Pompeji war ich auch schon mal vor Jahren, das war tatsächlich sehr faszinierend und immer wieder strange, wenn man mal mitten in Europa auf Vulkane trifft!

  • nicole says:

    sieht mega-wunderschön aus… wenn Neuseeland doch nur nicht so weit weg wäre… 😉

  • Frances says:

    Herzlichen Glückwunsch dein Reise-Blog wurde mit dem “Liebster Award” nominiert: http://frances81.wordpress.com/about/

  • Letzte Woche habe ich das Crossing hinter mich gebracht. Meine Güte, war das anstrengend! Aber die Aussicht entschädigt für die Mühen (zumindest nachdem man es wieder sicher ins Tal geschafft hat). Schöne Bilder 🙂

    • Susi says:

      Danke Sarah – und herzlichen Glückwunsch, dass du es geschafft hast! Ich fand’s auch mega anstrengend, aber es war es sowas von wert…

  • Tamara says:

    wahnsinnig tolle fotos! ich hab den walk auch schon hinter mir – nur leider im nebel und am krater mit 80 km/h windgeschwindigkeit 🙁 tolle fotos gibts zwar trotzdem aber nicht weitaus so schön wie deine. wir hatten halt leider pech mit dem wetter und nur einen tag eingeplant.. aber vielleicht beim nächsten mal :DD

    • Susi says:

      Hallo Tamara, das freut mich! Ja, ich hatte wirklich ein Wahnsinnsglück mit dem Wetter – ich habe mir aber auch einen Alternativtermin eingeplant, falls zum ersten Datum das Wetter zu schlecht ist (was dann auch tatsächlichd er Fall war!) Bin dann erst woanders hingereist und später nochmal nach Taupo zurückgekommen – kann diese Vorgehensweise nur empfehlen. Ein nächstes Mal wär natürlich auch super!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *