Dubai: Stopover auf dem Wüstenplaneten

Zuerst fühlt es sich ein bisschen an wie Las Vegas. Dubai ist neu und schick und Bling Bling, die Stadt wirkt teilweise wie ein zu groß geratener Vergnügungspark mitten in der Wüste – ohne die Casinos und Elvisse, dafür mit dem Hauch von Tausendundeiner Nacht.

Eine Wand aus Hitze schlägt einem beim Verlassen von klimatisierten Gebäuden und Hochglanz-Wagen entgegen – auch das erinnert mich an Las Vegas, ebenso die mit Lichterketten dekorierten Palmen vor dem Jumeirah Emirates Towers Hotel (noch so eine Stadt, in der Hotels Sehenswürdigkeiten sind), die mehrspurigen Highways, das aus der Wüste auftauchende Lichtermeer.

Doch dann fällt der Blick auf die Menschen in ihren langen Gewändern, das Meer beiger Wohnhäuser in einer noch beigeren Wüste, man hört auf einmal Gebetsrufe aus den zig wunderschönen (ebenfalls beigen) Moscheen herüberschallen, die neben den futuristischen Wolkenkratzern auf einmal ganz klein wirken, und weiß: Das hier ist keine Las Vegas-Version. Hier ist man auf einmal wo ganz anders…

Willkommen auf dem Wüstenplaneten!

Vielleicht geht es nur mir so, vielleicht hab ich auch einfach zu viel Science Fiction konsumiert, aber Dubai wirkt auf mich wie die futuristische Hauptstadt eines weit entfernten Wüstenplaneten. Heimlich wünscht man sich, man könnte in der „Dune Sea“ aus Sand irgendwo da draußen am Horizont Mos Eisley entdecken (erinnert ihr Euch an den Wüstenplaneten Tatooine?).

Man fragt sich auch, ob da draußen jenseits der Stadtgrenzen monströse Sandwürmer in Unwesen treiben wie in „Dune – Der Wüstenplanet“. Ob Star Wars oder Dune – manchmal sieht es hier auch einfach aus wie in einem Endzeitfilm.

Vielleicht ist es der schwül-heiße Dunst mitten im August, der alles flirren und verschwimmen lässt. Wer ist überhaupt so verrückt und fährt im August nach Dubai?? Richtig: Ich.

Auf meinem Flug nach Indonesien mit Emirates bot sich ein Stopover an und endlich konnte ich mir die Stadt mal nicht nur aus dem Flugzeug, sondern in echt anschauen. Der Vorteil: Jetzt im August ist definitiv Nebensaison. Die leergefegten Straßen, Metrostationen und Strände verstärken das endzeitmäßige Wüstenplanet-Feeling umso mehr.

Bei glühenden 44 Grad mache mich auf die Suche nach der anderen Seite, dem ‚alten‘ Dubai. Ich stoße auf historische „Dhows“ (arabische Segelschiffe) und Handelsschiffe entlang des Flusses, auf engere Straßenzüge mit kleinen Läden, wo Einheimische zu Fuß Besorgungen erledigen, den alten Souk (der allerdings heute leider eine reine Touristenattraktion ist). Auf Lehmhäuser mit kleinen Türmen, die von den zahlreichen Moscheen überragt werden.

Doch so wirklich finde ich nicht, was ich suche, das ‚alte‘ Dubai. Trotz des ganzen Hochglanz-Luxus und der Superlative, die eigentlich gar nicht so mein Ding sind, gefällt mir die Wüstenplanet-Seite von Dubai.

Beim nächsten Mal werde ich höchstpersönlich in die Wüste fahren und überprüfen, ob es dort draußen wirklich riesige Sandwürmer gibt.

Wart Ihr schon mal in Dubai? Wie habt Ihr die Stadt erlebt?

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