Auf dem Landweg nach Laos – von Chiang Rai nach Luang Prabang

Wer vom Norden Thailands über Land nach Laos reisen möchte, für den führt am Grenzübergang Chiang Khong im Nordosten Thailands kein Weg vorbei. Dort muss man den Mekong überqueren und im Dorf Huay Xai auf der laotischen Seite nach Laos einreisen. Wie das abläuft und wie man von dort weiter nach Luang Prabang kommt, erfahrt Ihr hier.

Boote am Mekong – der Grenze zu Laos

Am Besten startet man in der Stadt Chiang Rai im Norden Thailands. Die einfachste Methode ist, den kompletten Transfer bei einer Reiseagentur in Chiang Rai zu buchen (geht auch von Chiang Mai aus). Dabei ruhig Angebote und Preise vergleichen – mit 1.300 Baht von Chiang Rai nach Luang Prabang (ca. 34 Euro, zzgl. Visagebühren) muss man rechnen.

Früh morgens geht es dann los: Ein Minibus holt alle Reisenden um 7 Uhr am Guesthouse in Chiang Rai ab und bringt einen in ca. 2 ½ Stunden zum Dorf Chiang Khong auf der thailändischen Seite des Mekong.

Dort mussten wir bei einer Teepause zunächst die Einreiseformulare für Laos ausfüllen (Passfoto mitbringen!). Obwohl wir gelesen hatten, dass man für das Visum je nach Nationalität zwischen 30 und 40 US-Dollar braucht, sollten wir der Agentur das Geld vorab in Baht geben – für uns Deutsche 1.300 Baht pro Person.

Schnell rechneten wir aus, dass das ja eigentlich teurer ist als die 30 US-Dollar für deutsche Staatsbürger, doch die Agentur ließ sich nicht davon abbringen. Obwohl fast alle Reisenden auch Dollar dabei hatten, wurde uns erzählt, dass sie das Geld für uns umtauschen und alle Unterlagen schon mal vorab zur laotischen Grenze bringen würden, dann ginge die Einreise später schneller (meinte sie damit etwa Bestechung? Das Englisch der Betreuerin war nicht besonders gut und die Verständigung etwas schwierig… klang jedenfalls irgendwie suspekt…)

Danach brachte uns der Minibus zum Checkpoint am Ufer des Mekong etwas außerhalb von Chiang Khong, wo wir an einem kleinen Schalter den offiziellen Ausreisestempel aus Thailand bekamen. Am Ufer dahinter stehen Longtail-Boote bereit, mit denen man anschließend zur laotischen Seite übersetzt – nach Huay Xai, dem Dorf direkt gegenüber:

Direkt bei der Ankunft am Pier in Huay Xai befindet sich der Einreiseschalter nach Laos, wo man ein für 30 Tage gültiges Visa upon Arrival erhält. Wir wurden gleich von unserer Agentur in Empfang genommen, die uns die Formulare aushändigte – und 30 US-Dollar! Moment mal… die Agentur hatte unsere 1.300 Baht also doch in US-Dollar „umgetauscht“ – und wir dabei ein ziemlich schlechtes Geschäft gemacht, da wir ja selber US-Dollar dabei gehabt und nun eindeutig zu viel bezahlt hatten. Obwohl es sich ja letztendlich nicht um viel Geld handelte, fühlten wir uns schon ein bisschen abgerippt.

Dafür lief die Einreise dann auch wie am Schnürchen und wir mussten jedenfalls nicht warten. Direkt gegenüber vom Einreiseschalter kann man seine restlichen Baht in loatische Kip wechseln –  und entdeckt auch dieses interessante Poster mit Verhaltensregeln für Touristen in Laos:

Alternativ könnt Ihr die ganze Fahrt auch auf eigene Faust mit den örtlichen Verkehrsmitteln zurücklegen: mit lokalen Bussen von Chiang Rai nach Chiang Khong fahren (häufige Verbindungen), mit dem Tuktuk von Chiang Khong weiter zum Grenzübergang und für 40 Baht mit dem Boot über den Mekong zum Einreiseschalter in Huay Xai – die günstigste Variante (und die, die ich beim nächsten Mal vorziehen werde).

Von Huay Xai könnt Ihr am selben Tag nachmittags mit dem Bus weiter nach Luang Prabang (ca. 12-15 Stunden) oder in zwei Tagen mit dem „Slow Boat“ auf dem Mekong nach Luang Prabang fahren. Beide Varianten sind allerdings nicht sonderlich bequem. Nachdem wir von anderen Reisenden gehört hatten, dass die zweitägige Bootsfahrt unheimlich öde und langwierig sein soll und wir Zeit sparen wollten, haben wir uns für den Bus entschieden (einen Bericht über die Fahrt mit dem Boot findet Ihr hier bei 101places).

Da der Bus erst um 17 Uhr fährt, verbrachten wir den Nachmittag in der „Dream Bakery“ in Huay Xai, einem kleinen süßen Café mit einer Terrasse mit Mekongblick, leckerem Eiskaffee, Gebäck und free Wifi.

Anschließend deckten wir uns in den kleinen Shops in der Hauptstraße von Huay Xai mit Snacks und Getränken für die Fahrt ein. Hier findet Ihr übrigens auch Reiseagenturen für Bus- und Bootstickets, Geldautomaten und Guesthouses.

Am späten Nachmittag fuhren wir mit einem Minibus-Shuttle von unserer Travel Agency zum Busbahnhof, der einige Kilometer außerhalb der Stadt liegt. Dort warteten wir nochmal 1 1/2 Stunden, bevor es endlich losging nach Luang Prabang!

Ein Motorrad fuhr auch mit

Was dann folgte, war eine 14-stündige, extrem holprige Busfahrt über schlecht ausgebaute Straßen in den Bergen bei Nacht (wir wurden hin und hergerüttelt und mussten nach dem schlimmsten Abschnitt morgens um vier erst mal Reifen wechseln). Die Landschaft in den Bergen muss wunderschön gewesen sein – da kurz nach Abfahrt bereits die Sonne unterging, haben wir davon leider nicht viel mitbekommen. (Dafür haben wir aus dem Fenster einen genialen Sternenhimmel gesehen!). An Schlaf war also nicht wirklich zu denken (beim nächsten Mal doch lieber das Slow Boat?).

Die Ankunft in Luang Prabang ganz früh morgens zu Sonnenaufgang, als der Nebel noch über dem Mekong lag und Menschen auf der Straße knieten, um den Mönchen Opfergaben zu geben, werde ich allerdings nie vergessen!

Welche Erfahrungen habt Ihr bei der Einreise nach Laos gemacht?

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30 Kommentare

  • Jenny sagt:

    Interessant! Da haben wir ja in letzter Zeit gleich beide Möglichkeiten, über Land nach Laos zu kommen, kennengelernt (101places hat es per Boot versucht). Mein Fazit: Mit Kindern würde ich mir glatt einen dritten Weg überlegen. (Einmal Night bus durch Vietnam hat uns gereicht …)

    LG
    Jenny

    • Susi sagt:

      Hey Jenny, ich befürchte, das ist tatsächlich wie die Wahl zwischen Pest und Cholera! Mit Kindern vielleicht doch eher das Boot?? Das ist wenigstens tagsüber… Mich würde tatsächlich interessieren, ob es noch einen dritten Weg gibt (außer Flugzeug)! 😉

  • Patrick sagt:

    Es gibt noch das Speed Boat. Das schafft die Strecke in 6 Stunden. Das wäre aber das Letzte, was ich mit Kindern machen würde. Es soll tatsächlich recht gefährlich sein, hin und wieder kentern die Boote. Auf dem Fluss sieht man einige dieser Speed Boats und die Passagiere tragen alle Helme. Wird schon seinen Grund haben 😉

    • Susi sagt:

      Das Speedboot wurde ich niemals nehmen (nicht nachdem ich die Felsen im Wasser gesehen habe)… Dann lieber Pest und Cholera aka Bus und Slow Boat 😉

  • Dirk sagt:

    Die Tortur habe ich vor 2 Jahren auch durchlebt. Allerdings hatte ich ein paar Tage „Pause“ in Huay Xai, um den wirklich sehr empfehlenswerten Gibbon Experience-Ausflug zu machen. Bin auch heute noch davon sehr angetan und würde gern wieder die Ziplines entlang gleiten.

    • Susi sagt:

      Hey Dirk, wir haben im Bus nach Luang Prabang auch Reisende kennengelernt, die sozusagen direkt ausm Dschungel von der Gibbon Experience kamen und es auch sehr empfohlen haben. Mach ich beim nächsten Mal in Laos auch! 😉

  • Stefan sagt:

    Ich bin mit dem Slow-Boot von Houay Xay nach Luang Prabang gefahren. Das war auch kein Spaß. Es war völlig überfüllt und es gab nicht ausreichend Sitzplätze. Eine Gruppe Backpacker hat sich dann geweigert, an Bord zu gehen und ein zweites Boot gefordert. Darauf ist einer vom Personal völlig ausgerastet und hat die Leute beschimpft. Dann wurden die laotischen Fahrgäste in den Maschinenraum geschickt, um sich dort auf den Boden zu setzen. Doch die dadurch freigewordenen Plätze wollte natürlich erst recht niemand nutzen. Nach langen Diskussionen ging es mit einstündiger Verspätung los.
    Übernachtet haben wir in Pak Beng. Am Morgen danach war plötzlich ein zweites Boot da. Die 2. Etappe war so deutlich angenehmer. Insgesamt hatte ich mir jedoch mehr versprochen von der Fahrt. Durch Brandrodung ist die Landschaft ziemlich langweilig geworden. Und auch sonst gab es wenig zu sehen.

    • Susi sagt:

      Hi Stefan, das ist sehr interessant, danke für den auführlichen Kommentar! Sowas hatten wir von anderen Reisenden auch gehört und dann beschlossen, doch den Bus zu nehmen, weil einfach schneller. Was ich beim nächsten Mal machen würde? Keine Ahnung… Vielleicht zur Abwechslung doch mal das Boot?

  • Caro sagt:

    Danke für die ausführliche Beschreibung! Mir wird dieser Weg wohl auch bevorstehen, da man wohl immer noch nicht von Myanmar nach Laos über Landweg einreisen kann.
    Ich war 2010 in Thailand mit lokalen Bussen unterwegs…Was meinst du: verstehen die Verantwortlichen (local bus) mittlerweile etwas Englisch? 😉

    • Susi sagt:

      Hallo Caro, also ich hab die Erfahrung gemacht, dass die meisten zumindest ein bisschen englisch verstehen – ansonsten findet man manchmal jemand im Bus, der übersetzen kann. Viel Glück und happy travels!

  • Danke für den Bericht. Die Tortur mit dem Boot zwei Tage nach Luang Prabang habe ich mir gespart. Bin auf eigene Faust mit dem Bus von Chiang Rai nach Chiang Khong gefahren, dort gemütlich übernachtet, am nächsten Morgen übergesetzt nach Laos. Von dort ging es in schlappen drei Stunden nach Luang Namtha, zwei Tage später nach Oudomxai und am Tag darauf nach Muang Khoua. In sechs tollen Bootsstunden fuhren wir auf dem Fluss Nam Tho nach Muang Ngoi Khao,am Tag darauf noch mal eine Stunde nach Nong Kiao. Von dort dann zwei Tage später drei Stunden mit dem Bus nach Luang Prabang. Sehr zu empfehlen, diese Route!

  • Roland J Bauer sagt:

    Sehr schön Susi danke aus Berlin wie fliegen Februar 2016 sind aber noch in der Planungs Phase : Myanmar + Laos + Kambodscha oder nur Myanmar ??? Blöde ist es nur mit den Flügen das die billigen alle über BKK gehen tschüss Roland

    • Susi sagt:

      Das kommt darauf an, wieviel Zeit ihr habt! Myanmar wäre ja eine separater Trip von BKK aus, d.h. ja, ihr müsstet vermutlich von dort wieder los in Richtung Laos oder Kambodscha starten, sei es per Flugzeug oder auf dem Landweg. Ich bin allerdings auch schon recht günstig von Luang Prabang mit Lao Airlines nach Siem Reap geflogen (da verpasst man nur das ganze schöne Laos dazwischen…). Eine Alternative wäre ein Flug BKK – Chiang Rai, von dort auf dem Landweg durch Laos bis runter nach Kambodscha, und anschließend ein Flug von Kambodscha zurück nach BKK, oder umgekehrt. Gute Reise!

  • christian sagt:

    Wir sind heute von chang rai nach Huay Xai gefahren und haben den direkt Bus von chang rai bus terminal 2 genommen ( 7 km außerhalb der stadt, der transfer von terminal 1 zu terminal 2 kostet 15 bhat mit den blauen taxen und max. 80 mit tuk-tuk) der bus von chang rai nach huay xai kostete 220 bhat und fährt von chang rai nach bokeo (name der provinz) bokeo ist aber der name des busbahnhof in huay xai die fahrt vom busbahnhof in die stadt hat uns dann nochmal 50 bhat pro kopf gekostet.

    Das Ticket haben wir direkt am busterminal 2 gekauft wo die dame zunächst unseren Ausweis für den grenzübergang benötigte.
    Netter weise durften wie im Büro auch unsere rucksäcke zwischenlagern da wir recht früh am busbahnhof waren.

    Der  bus fährt 2x täglich in der nebensaison um 10.00 und um 16.30 (in der hauptsasion zusätzlich um 7 und um 15.00) wir haben den späteren genommen wofür wir an der grenze noch 1 dollar aufpreis bezahlen mussten da die haupt geschäftszeiten der grenze von 8.00 -16.00 sind.
    Leider hatten wir keine dollar dabei und die Wechselstuben hatte auch schon zu aber netter weise haben die grenzbeamten die 30 dollar visa +1dollar aufschlag ohne Probleme in barth umgerechnet und wir konnten in baht bezahlen.

    Der bus wartet sowohl bei der ausreise aus Thailand als auch bei der einreise in laos bis die grenzformalitäten erledigt sind.
    Wir waren auch nur 7 Leute im bus diese route scheint nicht besonders bekannt zu sein aber es handelt sich um eine recht komfortabel variante nach laos zu kommen ohne viel umzusteigen.

    Das friendship guest house in dem wir übernachten kostet zwar nur 250 bhat pro nach ist aber nicht sonderlich zu emofehlen…

  • Hallo Susi,
    Wir waren Anfang 2012 mit unseren Kindern in Thailand und Laos. Nachdem wir uns ca. 3 Tage in Chiang Kong aufgehalten haben (die kleine Stadt hat uns gut gefallen, wir hatten ein Hostal direkt am Fluss), sind wir auf eigene Faust nach Laos. Ich habe den Grenzübergang in guter Erinnerung.
    Wir sind dann mit dem Slow Boat nach Luang Prabang – wie bereits erwähnt in 2 Tagen mit einer Übernachtung. Auch unser Boot war sehr voll und am 2. Tag hatten wir ein 2. Boot. Am störendsten sind die Australischen Universitäts-Touristen, die zu viel Bier trinken, zu laut sind und leider auf andere Leute keine Rücksicht nehmen.
    Luang Prabang ist eine sehr schöne, wenn auch sehr touristische Stadt. Die Einheimischen sind hauptsächlich dazu da, die Touristen zu bedienen. Wir sind dann mit dem Nachtbus nach Vientiane, der Haupstadt gefahren.Das war ganz einfach furchtbar, wir dachten, wir kommen nicht mehr lebend an…
    Unser Fazit ist, dass uns Thailand viel besser gefällt als Laos. Aber das ist natürlich nur eine persönliche Meinung.
    Liebe Grüsse,
    Martina

    • Susi sagt:

      Hallo Martina, sehr interessant und Danke für deine Schilderung! Ja, die Party-Backpacker nerven schon etwas. 😉 Ist auch nicht so mein Ding. Mir hat Luang Prabang und Umgebung sehr gut gefallen und ich will unbedingt nochmal nach Laos! Es war ruhiger, gechillter, ländlicher und weniger entwickelt als Thailand, gleichzeitig gibt es aufgrund der Kultur ja auch viele Parallelen. Vor der Busfahrt nach Vientane graust es mir aber auch ein bisschen. 😉

    • Frankie sagt:

      Ich war und bin immer noch ein Thailand – Fan. Aber mir gefällt Laos mindestens ebenso gut, wie Thailand.

  • Iva sagt:

    Vielen Dank für die Infos. Wir werden morgen den umgekehrten Weg in Angriff nehmen, wahrscheinlich mit dem Slow Boat 😉 Liebe Grüsse Iva

  • Danke für die tollen Eindrücke. In den meisten Bussen hat man inzwischen sogar W-LAN.

  • Jochen K sagt:

    Ich habe die Strecke vor 2 Jahren zurückgelegt… mit dem speedboat! 😉 . Gehen schon gut ab die Dinger. Est ist relativ unbequem (ausser man sitzt ganz vorne im Boot. Da kann man die Rettungsweste als Sitzpolsterung nehmen und die Füße hochlegen ;-). War auf jedenfall ein Erlebnis, welches ich nicht missen wollte. Mit Kindern… hmm? Kommt auf die Kinder an 😀 jedenfalls ist der Fahrtwind so laut, das man mit sicherheit nie hören wird: “ wann sind wir endlich daaaa“

  • Nina sagt:

    Hallo 🙂

    Sollte man auf der Einreise von Thailand nach Laos eher nach Chiang Rai oder Chiang Mai fliegen?
    Ich bin davor in Myanmar!
    Vielen Dank!!
    Liebe Grüße

    • Susi sagt:

      Chiang Rai ist viel näher! Ansonsten kommst du dort auch von Chiang Mai mit dem Bus hin (hab ich gemacht). Chiang Mai ist halt die spannendere, schönere Stadt. 😉

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