Skifahren in den Kanadischen Rockies: Das musst du wissen

Zum Skiurlaub nach Kanada? Ein Traum.

Denn die Kanadischen Rockies in der Provinz Alberta haben alles, was im Winter draußen glücklich macht.

Flufflig-leichter Pulverschnee, der unter den Stiefeln quietscht, eine Postkarten-Bergkulisse aus einsamen Tälern und schroffen Felsgipfeln, urig-kanadischer Blockhütten-Charme mit Hot Tub und offenem Feuer im Kamin, hausgemachte Bison Burger und Craft Beer statt Germknödel und Almdudler.

Skifahren Kanada Sunshine Village Banff Rockies

Dazu die Verheißung von Abenteuern in einer Backcountry-Wildnis, die hier nur wenige Minuten hinter dem großen Highway und den wenigen Resorts beginnt: Skifahren und Snowboarden, aber auch viele andere Winteraktivitäten wie Übernachten in einer abgelegenen Lodge, Skitouring, Schneeschuhwandern, Hundeschlittenfahren, Ice Climbing oder Ice Canyon Walks, Sterne beobachten und mehr, so dass sich ein Skitrip leicht zu einem ganzen Winterurlaub ausdehnen lässt, wenn man schon mal über den großen Teich fliegt.

Doch warum sollte man das tun, wenn man bei uns doch die Alpen vor der Haustür hat?

Diese und weitere Fragen habe ich mir auch gestellt, bevor ich mich dazu entschlossen habe, eines meiner Lieblings-Reiseziele – die Kanadischen Rockies – auch und gerade einmal im Winter zu besuchen. (Unsere ganze Route seht ihr hier!).

In diesem Guide fasse ich euch aus meiner eigenen persönlichen Erfahrung zusammen, was ihr für die Planung eines Skiurlaubs in Alberta, Kanada wissen solltet.

Was unterscheidet das Skifahren in den Kanadischen Rockies von dem bei uns?

Der Schnee

Die Skigebiete in den Kanadischen Rockies liegen ca. zwischen 1.600 und 2.500 Meter Höhe und gelten (im Gegensatz zu mittlerweile vielen europäischen Skigebieten) im Winter als schneesicher. Das Skigebiet Sunshine Village erhält z.B. nach eigenen Angaben bis zu neun Meter Schneefall pro Saison. Auch wenn es im Westen Kanadas in den letzten beiden Wintern ebenfalls recht mild war und verhältnismäßig wenig Schnee fiel, ist das Skifahren in der Regel bis Mai gut möglich.

Off Piste Skifahren Pulverschnee Kanada Rockies BanffJede Menge Powder im März: Off Piste in Sunshine Village, Banff

Und ja, manchmal wird auch hier mit Kunstschnee nachgeholfen, alle Skigebiete sind hierfür ausgerüstet. Ich habe es  im recht milden März auch erlebt, dass der Schnee auf den unteren Pisten etwas weich war (oder etwas eisig, da angetaut und wieder gefroren), wie ich es von den Alpen her kenne. Doch ansonsten heißt es tatsächlich:

Powder, Baby!

Der Schnee in den kanadischen Rockies ist irgendwie viel trockener und leichter als bei uns, weshalb die Kanadier ihren fluffig-feinen Pulverschnee auch stolz als „Champagne Powder“ bezeichnen. Wenn es schneit, gibt es übrigens auch sehr feine kleine Schneeflocken (anstatt großer, nasser Riesenflocken wie oft bei uns), die sich wie eine feine, pudrige Schicht auf die Pisten legen.

Da die Pisten viel weniger präpariert werden als bei uns (nur ca. 1/3 der Pisten), carvt man an einem „Powder Day“ wohl wirklich mitten durch den fluffigen Pulverschnee, und wer früh aufsteht und als erster auf der Piste ist, bekommt die „First Tracks” in der unberührten Schneedecke.

Marmot Basin Jasper Skifahren KanadaPowder, Baby! Hier im Skigebiet Marmot Basin, Jasper

So einen richtigen “Powder Day” habe ich leider bei meinem Trip nicht erlebt, da es dafür nicht genug Neuschnee gab. Doch im Sunshine Village in Banff kam ich zumindest in den Genuss von einigen Zentimetern frischem Powder. Auch die nicht präparierten Pisten fühlten sich übrigens an wie präpariert, wenn es keinen Neuschnee gab.

Ansonsten fühlt sich der Pisten-Schnee tatsächlich leichter und trockener an, als ich es von den Alpen gewohnt war, was das Skifahren für mich sehr leicht und einfach machte.

Relaxtes Skifahren und Boarden auf weniger überfüllten Pisten

Ich fand das Skifahren in Kanada sehr relaxt. Grund dafür ist sicherlich, dass die Skigebiete viel weniger überlaufen sind als in den Alpen. Unter der Woche habt ihr die Piste oft für euch allein!

Lake Louise Snowboarden Kanada PisteKatrin (viel-unterwegs.de) freut sich über fast leere Pisten in Lake Louise

Schlangen am Lift habe ich nur an einem Samstag Nachmittag in Marmot Basin in Jasper am untersten Lift und in Lake Louise unten an der Gondel erlebt, und das ging trotzdem alles fix voran – mehr als 2-3 Sessel oder Gondeln mussten wir nicht abwarten.

Umgeben von Natur, Weite und Wildnis

Außer den kleinen Resort Towns Banff, Lake Louise und Jasper und ein paar in der Pampa verstreute Lodges gibt es in den Kanadischen Rockies… nichts. Zehn Minuten vom großen Trans-Canada-Highway oder Icefields Parkway entfernt seid ihr bereits im Backcountry – hier beginnt die Wildnis.

Winter in Kanada Rocky Mountains Winteraktivitaeten

Ich finde das einen großen Unterschied zu den Alpen, in denen ihr zwar auch wunderbar einsame Bergwelt vorfinden könnt, doch insgesamt ist dort alles viel besiedelter – auch die Berge mit ihren Hütten und Almen. Es handelt sich eben um eine uralte Kulturlandschaft, und überall in den Tälern ist Zivilisation.

Nicht so in den Kanadischen Rocky Mountains. Hier habt ihr nur einige wenige Skigebiete und Orte, der Rest ist freie Natur. Der Blick von der Skipiste schweift in weite Täler ohne Straßen, Ortschaften, Menschen hinein. Ich fand das toll.

Kein Après Ski-Zirkus

Für einige von euch ist das jetzt vielleicht die schlechte Nachricht (ich hab mich heimlich gefreut, da ich Après-Ski-Partys bisher nichts wirklich abgewinnen konnte). In Kanada herrscht nicht so eine wirkliche Après-Ski-Kultur wie bei uns. Stattdessen gibt’s Deftiges wie Burger vom Grill und leckeres Craft Beer oder kanadischen Wein aus dem Okanagan Valley, Hot Tub und Blockhüttencharme bei offenem Feuer. Fand ich jetzt auch nicht so schlecht.

Lake Louise Lodge Skifahren Kanada

Winter Kanada Essen BurgerBurger statt Germknödel. Oben: Die Lake Louise Ski Lodge an der Talstation.

Wie sind die Skilifte?

Die Lifte sind einfach und ohne Schnickschnack und wirken daher gegenüber denen in den Alpen etwas weniger modern. In fast allen Fällen handelt es sich um Mehrfach-Sessellifte, eine Gondelbahn gibt es nur im Sunshine Village in Banff und in Lake Louise.

Die Sessellifte haben keinen Schnickschnack wie Hauben oder beheizte Sitze (der Kanadier hält das wohl auch bei -20 Grad aus). Oft gibt es noch nicht mal Fußstützen. In Marmot Basin haben wir sogar einen uralten, winzigen Zweier-Sessellift erlebt, der nicht einmal Sicherheitsbügel (!) hatte und in dem wir sozusagen frei über dem Abgrund schwebten (dafür zu tollen Power-Black-Diamond-Pisten, die Lieblingspisten der Einheimischen). Das Back-to-the-Roots Skierlebnis steht klar im Vordergrund.

Marmot Basin Sessellift Skifahren Kanada Rockies JasperSessellift im Marmot Basin, Jasper

Die Pistenkennzeichnungen

Die farbigen Markierungen der Pisten in Kanada und den USA sind ein bisschen anders als bei uns. Es gibt keine roten Pisten, diese entsprechen vielmehr irgendetwas zwischen blau und schwarz. Dafür gibt es grüne und Double Black Diamond Pisten (extra schwer). Die Klassifikationen sind, angefangen mit dem leichtesten:

  • grün
  • blau
  • schwarz (Black Diamond)
  • doppel-schwarz (Double Black Diamond)

Black Diamond Skipiste Lake Louise KanadaGing doch: Black Diamond Piste in Lake Louise

Ist Skifahren in Kanada nicht nur was für Profis?

Nein. Ich bin zwar eine ganz gute Skifahrerin, habe aber in Kanada den Wiedereinstieg auf die Ski nach einem schweren Skiunfall gewagt, weshalb ich eher vorsichtig und unsicher war, und das Fahren im Tiefschnee oder auf Buckelpisten beherrsche ich auch nicht wirklich. Aber das war kein Problem!

Im Gegenteil: Es gibt zwar viele schöne Herausforderungen und Gelegenheiten für sehr erfahrene und sehr gute Skifahrer und Freerider dort, aber eben auch sehr viele einfache Pisten. Gerade die Bedingungen mit dem feinen, trockeneren und leichten Schnee und den wenig überfüllten Pisten, bei denen man nicht ständig Angst haben muss, von anderen umgemäht zu werden, machen es auch Anfängern, Wiedereinsteigern und allen weniger Erfahrenen leicht. Ich würde sogar so weit gehen, dass es dort sogar einfacher ist, Skifahren oder Snowboarden zu lernen bzw. seine Skills zu verbessern.

Welche Skigebiete gibt es in den kanadischen Rocky Mountains und welches ist das beste?

Banff: Sunshine Village

Von allen Skigebieten, die ich getestet habe, war das unterm Strich mein Favorit.

Warum? Wegen des Terrains. Weil man vom Parkplatz erst mal mit einer Gondel hinauffährt und sich dann mitten drin in der Natur und den Bergen fühlt. Von der Gondelstation gehen dann weitere Sessellifte weg: Ihr könnt im Sunshine Village auf mehrere umliegende Berge hinauffahren und dann wieder hin- und her.

Es war groß, mitten in der Natur, die Aussicht war toll und die Schneeverhältnisse sehr gut.

Skifahren Kanada Sunshine Village Banff Rockies

Gondel Sunshine Village Banff Skifahren SkigebietSunshine Village: Relaxtes Skifahren mitten in den Rockies. Die Gondel bringt dich rauf ins Skigebiet.

Oben im Skigebiet befindet sich die Sunshine Mountain Lodge, die einzige Ski-In-Ski-Out Lodge in den kanadischen Rockies, wo wir dann auch übernachtet haben (man checkt unten an der Gondel ein und das Gepäck wird dann hinaufbefördert ins Hotel).

Nach dem Skifahren könnt ihr dann dann im beheizten Außen-Hot Tub oder in der Sauna entspannen und abends im Restaurant vor dem offenen Feuer sitzen und lecker essen.

Sunshine Village Lodge Ski in Ski out Kanada Rockies Banff

Im Sunshine Village Ski Resort gibt es alles von einfachen und schönen grünen Pisten bis zum „Delirium Dive“, eine „Bowl“, die ihr von einem Grat aus erreichen könnt, und die echt irre aussah. Ansonsten gibt es noch weitere Gelegenheiten zum einfachen Off-Piste-Fahren (die Kanadier fahren ja auch einfach mal gerne zwischen den Bäumen hindurch). Während wir dort waren, hat es ein bisschen geschneit und die Schneeverhältnisse waren wirklich sehr gut!

Nur wenige Minuten zu Fuß von den Skiliften entfernt beginnen die „Sunshine Meadows“, eine wunderschöne Hochebene mit Blick auf 25-30km Bergwildnis in Alberta und British Columbia (die Grenze bzw. Wasserscheide verläuft hier oben). Im Sommer sind die Sunshine Meadows wegen der vielen Bergblumen und der Aussicht eine der beliebtesten (und recht einfachen) Wanderungen, ihr könnt aber von hier auch auf einen mehrtägigen Trek zum Mt. Assiniboine starten, dem ‘kanadischen Matterhorn’.

Mit Wild Mountain Adventures haben wir hier eine geführte Schneeschuhwanderung gemacht – unbedingt zu empfehlen! Und leicht mit 1/2 Tag Skifahren zu kombinieren.

Schneeschuhwandern kanadische Rockies im Winter Banff

Hier seht ihr ein paar Eindrücke von den Sunshine Meadows im Sommer (wo auch noch so viel Schnee lag, dass ich mit Schneeschuhen los musste!).

Sunshine Village – ein paar Zahlen und Fakten

Anzahl Lifte: 12 (inkl. Gondel und dem einzigen beheizten Sessellift Kanadas)
Anzahl Pisten: 115
Höhe: 1.658m – 2.730m
Durchschnittlicher Schneefall: 9 Meter
Skiausrüstung ausleihen: ja
Kosten Skipass (1 Tag/Erwachsene): CAD 95,-
Saison: Mitte November bis 23. Mai

Website: www.skibanff.com

Banff: Mount Norquay

Das Skigebiet direkt vor den Toren von Banff (nur 10 Minuten Fahrt!), noch näher als Sunshine Village. Mehrere Sessellifte, die an einem steilen Berghang nebeneinander hinaufführen, gemütliche und große Lodge mit Cafeteria und Restaurant unten. Toll: Die Aussicht von den Skipisten auf Banff und die umliegenden Berge!

Skifahren Snowboarden Mount Norquay BanffToller Bergblick: Skifahren und Boarden am Mount Norquay, Banff

Allerdings fand ich die Hänge recht steil bzw. wechseln sich steile Hänge mit eher flachen grünen und blauen Pisten ab, die u.a. im Stil von Ziehwegen quer von einem zum anderen Lift führen. Somit ist das Skigebiet für Snowboarder vermutlich nicht so gut geeignet wie für Skifahrer.

Unten gibt es noch Übungspisten für Skikurse und Kinder, einen Fun Park und einen Tube Park, der sehr spaßig aussah. Mount Norquay ist übrigens auch das einzige Skigebiet, in dem es Nachtskifahren gibt (im Januar und Februar).

Schade: Der Lift mit der besten Aussicht ins Tal und auf die umliegenden Berge („North American“) ist nur von schwarzen Pisten umgeben. Da es relativ wenig Neuschnee gab, bevor wir kamen, war der Schnee unten bei den Liften auch schon etwas aufgeweicht und manche Pisten, vor allem im unteren Teil, etwas vereist und hart.

Anzahl Lifte: 6
Anzahl Pisten: 60
Höhe (Talstation): 1.645m
Durchschnittlicher Schneefall: 3 Meter
Skiausrüstung ausleihen: ja
Kosten Skipass (1 Tag/Erwachsene): 65 CAD (cool: es gibt auch Stundentickets!)
Saison: Mitte November bis 23. Mai

Website: winter.banffnorquay.com

Lake Louise Ski Resort

Das größte Skigebiet in den Kanadischen Rockies und gefühlt auch das Schickste. Hier gibt es ebenfalls eine Gondel, daneben starten aber auch schon die ersten Sessellifte. Mir hat das Skifahren hier sehr viel Spaß gemacht, weil die Abfahrten so schön lang waren, es viel Variation gab und sich die anderen Menschen gut verteilt haben.

Der Schnee war super (bis auf unten bei der Talstation, da war er bei uns schon etwas weich) und die Aussicht auf die Rocky Mountains hinüber zum Lake Louise grandios! Außerdem gab es unten in der großen Lodge of Ten Peaks sehr leckeres Sushi, eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Burgern, Fries & Co.

Skifahren Kanada Lake LouiseAlles gesagt: Der Ausblick auf die Rockies in Lake Louise. Unten: Einkehren im Restaurant/Lodge im Rocky Mountain-Style. Gibt sogar Sushi!

Lodge Hütte Lake Louise Skigebiet Restaurant

Sushi Lake Louise Skifahren Hütte

Skiurlaub Kanada Rockies Lake Louise

Tipp: In der Ladezone vor der Main Lodge Skiausrüstung abladen (sonst müsst ihr u.U. erst mal ewig laufen von den Parkplätzen).

Anzahl Lifte: 10
Anzahl Pisten: 145
Höhe (max): 2.637m
Durchschnittlicher Schneefall: 5m
Skiausrüstung ausleihen: ja
Kosten Skipass (1 Tag/Erwachsene): CAD 92,-

Website: www.skilouise.com

Jasper: Marmot Basin

Etwa 230 km weiter von Lake Louise, im nördlichen Teil der Kanadischen Rockies bei Jasper, liegt das Skigebiet Marmot Basin, das bekannt für seinen feinen leichten Pulverschnee ist. Durch die recht abgelegene Lage oben im Jasper Nationalpark fühlt man sich wirklich mitten in der Natur und umgeben von einsamen Bergtälern. Das Skigebiet ist etwas kleiner als Lake Louise oder Sunshine und Skifahren ist hier sehr casual und entspannt und ohne Schnickschnack.

Die Abfahrten sind lang und variiert, an Powder Days ist das Gebiet um den Knob Chair laut Einheimischen wohl genial. Die vielen schwarzen Pisten (darunter auch Buckelpisten) und die steilen Ausstiege eignen sich für Snowboarder aber nicht so. Etwas verwundert war ich auch hier über die Lifte, es gab hier nämlich einen sehr alten, winzigen Zweier-Sessellift ohne Sicherheitsbügel (wir haben zumindest keinen gefunden und die anderen vor uns hatten auch keinen drauf). Das war etwas abenteuerlich, da wir sozusagen frei über dem Abgrund schwebten (Fußstützen gab es auch keine).

Cool hier: Wer seine Skiausrüstung bereits dabei hat, kann von den Parkplätzen direkt auf die Piste! (Alle anderen sollten unten am Lift in der Ladezone halten und erst mal Skiausrüstung holen).

Marmot Basin Jasper SkifahrenThis way to Paradise: Skifahren in Marmot Basin, Jasper

Winterlandschaft Marmot Basin Jasper Kanada Alberta

Skifahren Snowboarden Marmot Basin Kanada Jasper

Marmot Basin – Fakten zum Skigebiet

Anzahl Lifte: 7
Anzahl Pisten: 86
Höhe: 1.698m – 2.612m
Durchschnittlicher Schneefall: 4m
Skiausrüstung ausleihen: ja
Kosten Skipass (1 Tag/Erwachsene): CAD 89,-

Website: www.skimarmot.com

Zudem gibt es noch das Nakiska Ski Resort in Canmore, ein kleineres, weniger bekanntes Skigebiet, das ich aber auf dieser Reise nicht mehr geschafft habe zu testen. Falls jemand von euch schon mal dort war, schreibt mir gern, wie es war und ob ihr es empfehlen könnt!

Welche Winteraktivitäten gibt es außer Skifahren noch?

Viele! In diesem Artikel habe ich euch aufgeschrieben, was ihr im Winter in Kanada alles tun könnt. Hier eine kleine Auflistung:

  • Hundeschlittenfahren: wird von verschiedenen Anbietern um Canmore, Lake Louise und Jasper angeboten.
  • Schneeschuhwandern: geführte Touren in den Nationalparks, z.B. in Sunshine Meadows/Banff mit White Mountain Adventures (siehe hierzu auch meine Banff-Tipps). Man muss wirklich rausgehen und das Winterwonderland unmittelbar erleben, und Schneeschuhwandern ist dafür eine einfache, aber unschlagbare Möglichkeit.
  • In einer Backcountry Lodge übernachten, z.B. in der Sundance Lodge oder der Mount Engadine Lodge
  • Ice Canyon Walk: Mit Steigeisen marschiert man bei einer geführten Tour durch einen Canyon. Wo im Sommer ein rauschender Gebirgsfluss entlangdonnert, ist im Winter alles still und gefroren und man sieht schöne Wasserfälle aus Eis. Toll!

Mehr dazu lest ihr hier!

Hundeschlitten Kanada Rocky MountainsSchön: Hundeschlittenfahren bei Canmore

…und noch mehr Winteraktivitäten:

  • Off-Piste-Fahren Freeriding
  • Skitouring/Skitourengehen – gibt auch Anfängerkurse
  • Skilanglauf/Nordic Skiing/Crosscountry Skiing
  • Heli-Skiing und Heli-Snowboarden (ist aber nur außerhalb der Nationalparks möglich)
  • Pferdeschlittenfahrt am zugefrorenen Lake Louise
  • Ice Climbing: Klettern an zugefrorenen Wasserfällen
  • Das Wolfdog Sanctuary bei Canmore besuchen
  • Mit dem Teleskop Sterne und Nordlichter kucken im Jasper Nationalpark, der eines der wenigen „Dark Sky Preserves“ auf der Welt ist (geht nur in klaren Nächten)
  • Ein NHL Eishockey-Spiel in Calgary oder Edmonton im Stadion sehen

…und noch mehr!

Keinesfalls verpassen dürft ihr eine Fahrt auf dem Icefields Parkway von Lake Louise nach Jasper, der berühmten Panoramastraße durch die Rockies.

Es wäre viel zu schade, wenn ihr nur zum Skifahren oder Snowboarden hinfahrt.

Mein Tipp: Ski-Safari durch die Rocky Mountains mit dem eigenen Mietwagen

Es gibt zwar Busse in die Skigebiete (z.B. von Banff oder von Calgary aus) und Skibusse vor Ort, aber Kanada ist ein Autofahrerland! Und die Kanadischen Rockies mit den breiten Highways durch die Postkartenlandschaft sind wie gemacht fürs Autofahren.

Das in Kanada ist viel entspannter als bei uns. Das Zurechtfinden ist sehr easy (es gibt meist eh nur 1-2 Highways und durchnummerierte Straßen), Benzin ist sehr günstig und es gibt überall Parkplätze.

Mietet euch daher unbedingt einen Mietwagen und fahrt selbst!

Ihr seid einfach viel flexibler, habt mehr von eurer Reise und werdet mehr sehen.

Mietwagen könnt ihr vorher online buchen und direkt bei der Ankunft am Flughafen in Calgary oder Edmonton abholen. Das geht unproblematisch und schnell. Bei der Rückgabe folgt ihr einfach an beiden Flughäfen den Schildern „Car rentals“. Beide Flughäfen haben praktischerweise auch eine Tankstelle, wenn ihr vom Highway kommt, so dass ihr vor der Fahrzeugrückgabe nochmal easy volltanken könnt.

Icefields Parkway Straße kanadische Rockies WinterTolle Kulisse: Der Icefields Parkway zwischen Banff und Jasper im Winter

Welchen Führerschein brauche ich für Kanada?

Es wird zwar immer empfohlen, einen internationalen Führerschein dabei zu haben, offiziell reicht der deutsche Führerschein aber aus. Ich habe bisher jedes Mal nur mit EU-Führerschein (die neuen Scheckkarten, nicht der pinke Lappen) Autos gemietet, das war kein Problem.

Was ist die beste Route?

Die meiner Meinung nach beste Route ist ein One-Way-Roadtrip von Calgary bis Edmonton via Canmore, Banff, Lake Louise und Jasper. Oder alternativ bis Jasper und von dort an einem Tag wieder zurück nach Calgary für den Rückflug.

Hier seht ihr unsere Route von Calgary bis Edmonton mit allen Stopps.

Aber ist das alles nicht viel zu teuer?

Jein.

Ja, weil:

  • ihr eine Fernreise mit einem Langstreckenflug macht
  • Skipässe und Skiausrüstung leihen etwas teurer ist als in den deutschen und österreichischen Alpen
  • es in den Alpen mehr kleine günstige Pensionen gibt (und mehr Skigebiete und Orte zur Auswahl stehen)
  • Essen gehen in Kanada und Getränke (Glas Wein etc.) auch etwas teurer sind als bei uns
  • ihr bei einem Wintertrip nach Kanada bestimmt auch noch andere Aktivitäten buchen wollt wie Hundeschlittenfahren.

Nein, weil:

  • Ihr geht ja vermutlich nicht nur zum Skifahren oder Snowboarden hin, sondern verbindet das Ganze gleich mit einem etwas längeren Winterurlaub, in dem ihr auch mehr seht und erlebt als bei einem Skiwochenende, längere Strecken zurücklegt und mehr Orte besucht, mehr zusätzliche Aktivitäten bucht etc. Daher lässt sich das nicht direkt vergleichen.
  • Der kanadische Dollar derzeit gemessen am Euro unglaublich günstig ist!

Klar, ihr habt gegenüber einem Skiurlaub in den Alpen verhältnismäßig hohe Anreisekosten durch den Flug. Hier solltet ihr auf jeden Fall Flugpreise mithilfe von Flugsuchmaschinen vergleichen und bei den Reisedaten flexibel sein. Auch das Preisniveau für Skipässe, Ausleihen von Skiausrüstung und Essen liegt meiner Erfahrung nach etwas über dem in Österreich (aber nicht Schweiz!).

Dafür lag der Preis für 1 Liter Benzin bei lediglich 0,70 Euro pro Liter (Stand März 2016) und die Unterkünfte waren auch etwa auf demselben Level wie bei uns, in den Alpen gibt es aber mehr kleine, günstige Privatpensionen und mehr Skigebiete und Orte zur Auswahl.

Ein unschlagbares Argument ist allerdings, dass der kanadische Dollar momentan unglaublich gut zum Euro steht.

Wenn ihr schon immer mal nach Kanada wolltet, dann fahrt jetzt!

Athabasca Falls Jasper Kanada Winter

Für einen neuntägigen Winter-Roadtrip, wie ich es gemacht habe, müsst ihr schon mit etwa 2.000 Euro Kosten pro Person rechnen (inkl. Mietwagen, Flug, Unterkünfte, Skipässe, Skiausrüstung leihen, Verpflegung, weitere Aktivitäten wie Hundeschlittenfahren, Stargazing, Eishockey-Tickets etc.).

Kleineres Budget? So kannst du sparen:

  • Die Reise etwas verkürzen, z.B. auf eine Woche
  • Die Städte weglassen und gleich in die Rockies fahren
  • Eines der Skigebiete weglassen
  • Einen etwas kleineren Mietwagen wählen als wir (wir hatten einen fetten Allrad-SUV GMC Acadia)
  • Einfachere Unterkünfte wählen (es gibt zum Teil auch Hostels)
  • Nicht ALLE Winteraktivitäten machen, die ich gemacht habe (Hundeschlittenfahren, Backcountry Lodge, NHL Eishockey, Schneeschuhwandern, Ice Canyon Walk, Stargazing…).

Zudem bieten Reiseveranstalter und die Skiresorts selbst günstige Packages an, die es sich lohnt, vorher zu checken! Insbesondere die Bausteine aus Skipass und Übernachtung! Frühbucherangebote für die nächste Saison gibt es ab Frühjahr.

Nach Kanada im Winter: Die beste Reisezeit

Die Skisaison geht in den kanadischen Rockies von November bis Mai. Die beste Zeit für eine Reise nach Kanada im Winter ist meiner Meinung nach Mitte Februar bis Mitte März.

Vor allem Richtung März ist es nicht mehr so kalt und wird auch nicht so schnell dunkel (Mitte März wurde auf Sommerzeit umgestellt und es war in Jasper bis 20 Uhr hell). Vermeiden solltet ihr auf jeden Fall Feiertage wie Ostern.

Im Dezember und Januar kann es schon mal unter -20 Grad geben, im März hatten wir meist zwischen -10 und 0 Grad. Da es sich um eine trockene Kälte handelt, sind auch vermeintlich tiefere Temperaturen ganz gut auszuhalten.

Hier findest du meine persönlichen Tipps, wie man einen Langstreckenflug übersteht.

Welche Ausrüstung brauche ich für eine Reise nach Kanada im Winter?

Was muss mit in den Koffer? Das Zauberwort heißt: Layers, layers, layers!

Da man nicht so genau weiß, wie kalt es draußen wirklich wird, und weil es in den Hütten und Unterkünften wieder warm ist, zieht ihr euch am Besten in praktischen Schichten aus Funktions- und Outdoorklamotten an.

Packliste für Kleidung

  • Ski- oder Snowboardklamotten (Hose, Jacke, Skiunterwäsche…)
  • Merinowolle-Oberteile oder Skirolli bzw. Funktionsshirts
  • Was Warmes zum Drüberziehen, z.B. Fleece und warme Strickjacke
  • dicke Wandersocken/Skisocken/Snowboardsocken
  • Daunenjacke oder -mantel
  • Winterstiefel (ggf. tun es auch imprägnierte Wanderstiefel)
  • Normale Schuhe und normale Klamotten für abends und für die Unterkünfte (z.B. flache Stiefeletten oder Turnschuhe).
  • Sonnenbrille
  • Skibrille
  • Schal
  • evtl. Hals-/Gesichtsschutz fürs Skifahren
  • Handschuhe (dünnere Handschuhe und dicke Skihandschuhe)
  • Mütze (gefüttert)

In Kanada geht es eher leger zu und es wundert sich keiner über Leute in Sport- oder Outdoorklamotten. Für alle Aktivitäten draußen lauft ihr sowieso meistens in eurer Skimontur herum, und auch sonst hatte ich oft die dicken Leggings über Kleid oder Jeans an und am Oberkörper Schichten mit Merinowolle-Top, Fleece usw.

Übrigend kann man in Kanada auch sehr gut Sport- und Outdoorklamotten shoppen – die Sachen sind sogar günstiger als bei uns.

Kann oder muss ich meine Skiausrüstung im Flugzeug mitnehmen?

Bei Air Canada könnt ihr im Winter bei einem Flug von Frankfurt oder München nach West-Kanada kostenlos Skiausrüstung als zweites Gepäckstück neben den ersten 23kg-Koffer mitnehmen (ein Paar Ski und Stöcke oder ein Snowboard)!

Ansonsten könnt ihr in allen Skiresorts unkompliziert Ski- und Snowboardausüstung leihen (Ski, Stöcke, Skistiefel, Helm).

Würdet ihr im Winter nach Kanada fahren oder wart ihr schon mal dort? Schreibt mir eure Erfahrungen und Tipps!

Mehr lesen:

Ihr möchtet lieber im Sommer in den Westen von Kanada? Hier findet ihr weitere Infos:

Hinweis: Ich wurde von Travel Alberta in die Kanadischen Rockies eingeladen, um das Skifahren und andere Winteraktivitäten zu testen. Meine persönliche Meinung bleibt davon unberührt.

Merken

Merken

10 Comments

  • Jocy says:

    Uuuh, ich hatte gerade mit der Skisaison abgeschlossen und jetzt machst Du mir so Lust aufs Skifahren 😀 Die leeren Pisten klingen traumhaft und den Bison Burger im Hot Tub würd ich jetzt auch nicht ablehnen… Kommt auf die Bucket List!

    • Susi says:

      Haha, Danke, das freut mich! Den Bison Burger gab’s zwar nicht IM Hot Tub, aber das wär mal eine Idee! 😀 Würd ich auch nicht nein sagen! Die Skisaison in den Rockies geht übrigens noch bis Ende Mai…

  • Dori says:

    Wow, dieser Beitrag lässt mein Winter-Herz höher schlagen. Kanada muss einfach herrlich sein und im Winter noch dazu. Dort Skifahren oder Snowboarden ist bestimmt ein tolles Erlebnis und 9 Tage würden mir bestimmt nicht reichen um den Winter auszukosten.
    Für März 2017 auf jeden Fall ein toller Reisetipp – kommt gleich auf meine Reiseplanungsliste. Hui. Vorfreude. Vorfreude.
    Momentan wage ich mich in die Schweizer Berge und bin auch sehr begeistert davon.
    Liebe Grüße und hoffentlich kommt bald wieder der Winter 😀
    Dori

    • Susi says:

      Danke! Ja genau – mich lässt der Winter trotz frühlingshafter Temperaturen hier in Berlin auch noch nicht los! Und wenn ich mir vorstelle, dass ich dort immer noch super Skifahren könnte… will ich sofort auch wieder hin! :-)

  • Sven says:

    Hey!
    Bei uns geht es am 31. Januar los. 5 Tage Banff und dann noch 5 Tage Panorama.
    Bin schon ganz gespannt. Aus den Alpen kenne ich jedes Skigebiet; Zeit mir diesen Traum zu erfüllen.
    Die Berichte mit den älteren Liften und etwas höheren Preisen bei Wein haben wir auch schon gehört. Aber es ist Urlaub!
    Grüße
    Sven

    • Susi says:

      Ja genau! :-) Hast du meinen Artikel zum Skifahren in Kanada auch gelesen? Ich fand, es war eher wie Skifahren “Back to the roots”. Alles etwas kleiner, abgelegener und weniger ‘Hightech’ als in den Alpen, also Dinge wie beheizte Sesselifte und Gondeln oder auch Sessellifte mit Hauben gab es nicht, dafür mehr Möglichkeiten, im Tiefschnee oder abseits der Pisten abzufahren (Sunshine Village hat mir als Skigebiet am Besten gefallen).
      Ich würde euch jedenfalls auch eine Winter-/Schneeschuhwanderung und eine Nacht in einer Backcountry Lodge empfehlen – am Besten eine, die man nur auf Skiern erreichen kann. Ich wünsche euch eine tolle Reise!

  • Hallo! Danke für diesen Bericht und für die tollen Fotos. Ich würde auch echt total gerne in Kanada Skifahren. Lg

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>