Amsterdam: Streifzug durch die Haarlemmerbuurt

Im Sommer war ich das erste Mal seit Abi-Zeiten mal wieder in Amsterdam. Was mir damals so gut an der Stadt gefiel – das wunderschöne Gewirr aus Gassen, Grachten und Brücken, die coolen Leute und die alternative Atmosphäre, die Flohmärkte und ja, ich geb’s zu, auch die Coffeeshops – es ist alles noch da und einiges hab ich sogar wiedererkannt.

Mit einem geliehenen Fahrrad (unbedingt machen!) sauste ich durch die engen Gassen entlang der Kanäle, über geschwungene Brücken, ab und zu durch süßliche Rauchschwaden und manchmal vorbei an Frauen in Schaufenstern. Obwohl die Coffeeshops mittlerweile offiziell nur noch für Einheimische sind und ein neues städtisches Projekt Schaufensterbordelle in kleine Kunstgalerien oder Restaurants verwandelt, fühlte sich die Altstadt stellenweise immer noch an wie ein Freiluft-Vergnügungspark in historischem Ambiente für Touristen jeglicher Couleur.

Doch nachdem ich die Brücke über den Kanal Singel westlich des Hauptbahnhofes überquert habe (gut zu erkennen an dem Stand mit den frischen Heringen), fühlt es sich auf einmal so an, als sei ich den Touristenmassen und dem Lärm entkommen und in einem Dorf in der Stadt gelandet. Ich stehe am Eingang der Haarlemmerstraat, das Herz eines kleinen Stadtviertels namens „Haarlemmerbuurt“, das nur aus wenigen Straßenzügen zwischen Singel, Brouwersgracht und Haarlemmerplein besteht.

Vor mir erstreckt sich eine sehr lange Straße mit über 200 kleinen Läden. In der Haarlemmerstraat und ihrer Verlängerung, dem Haarlemmerdijk, findet man nicht die Ketten und bekannten Marken, die man aus jeder Innenstadt kennt, sondern kleine, unabhängige Shops, vom Vintage- bis zum Designershop, vom Feinkost- zum Bioladen, aber auch Straßencafés und kleine Bars und Restaurants.

Gleich am Anfang der Haarlemmerstraat bleibe ich bei „Het Grote Avontuur“ hängen, einem wunderschönen, nostalgisch anmutenden Laden voller Vintage-Möbel und Accessoires wie alte Landkarten, mit altem Geschirr gedeckte 50er Jahre-Esstische oder Karten aus alten Porträt-Fotos, die mit Farben und Collagen-Elementen nachbearbeitet sind. Ich erstehe ein altes Glas (ich weiß, total unpraktisch zum Rumschleppen auf so einer Reise, aber ich trinke zuhause fast ausschließlich aus alten Gläsern).

In der Boutique „Luba“ gegenüber gibt es ausgefallene Kleidung von verschiedenen kleineren Labels – schön bunt und nach Farben sortiert und mit schönen Details wie Schleifen oder Punkten (ich liebe ja Punkte!).

Danach verfalle ich in Vintage Shopping-Modus: Bei „Rumors Vintage & Design“ gibt es ausgewählte Stücke wie Kleider, Schmuck oder Schuhe.

Weiter hinten, wo die Haarlemmerstraat schon in den Haarlemmerdijk übergegangen ist, entdecke ich „Marbles Vintage“, ein schöner, gut sortierter Vintage-Laden auf zwei Ebenen mit guten Preisen und superfreundlichem Personal. (Leider passte mir das Kleid mit den Punkten nicht!)

In der Haarlemmerbuurt gibt es aber nicht nur solche Shops, sondern auch kleine Cafés oder Restaurants wie das „Stout“ mit ausgefallenen Sandwiches, Salaten und Suppen. Auch Läden des täglichen Bedarfs wie Bäckerei oder Biosupermarkt gibt es hier, was der Straße ein lebendiges und irgendwie ‘authentisches’ Flair verleiht.

Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, mich durch diverse Delikatessen-Shops zu probieren – von holländischem Käse („Kaasland“) über spanischen Schinken („Ibericus“) bis zur portugiesischen Patisserie mit leckeren Törtchen („Casa Bocage“).

Gestärkt und mit weiteren Leckereien bewaffnet streife ich durch die ruhigen, idyllischen Seitengässchen der Haarlemmerstraat bis hinunter zur wunderschönen Brouwersgracht.

Direkt am Grachtenufer suche ich mir ein schönes Plätzchen zum Füße baumeln und mit Sonne im Gesicht. Mein Blick schweift über die Gracht vor mir mit ihren alten Brücken, Häuschen, Fahrradfahrern und vorbeifahrenden Booten, die Einheimischen, die in ihrer Mittagspause dasselbe machen wie ich gerade, und ich denke mir: Kann man sagen, was man will – Amsterdam hat es immer noch drauf.

Vielen Dank an Mövenpick Hotels und Resorts und KLM, die mich nach Amsterdam eingeladen haben. Alle Ansichten sind meine eigenen.

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